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Der Orden Bne Briss · 1926-09-01 · Nr. 9 - September (9.1926) · p. Seite 132

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1926
Issue
Nr. 9 - September (9.1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 132 (sequence 8)
Language
German
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als von der Universität in Jerusalem gesprochen wird, sd bedeute! dies einen Sieg des achadhaamischen Gedankens. Ascher ben jjasaja Ginzberg, unter dem Schriftslellernameni »Achad Haam« bekannt (geboren 1B65 in Skijrra im Kiewer Gouvernement), ist in Wirklichkeit |der Jude, von dem Darmstetter sagt, daß er mehjr ein Produkt seines Geistes ohne daß esi irgendwie auch durch irgend ine fremde! Macljt beeinflußt würde. Alle j körn entionelleh sozialen Werte der Kulturmensch:ieit, alle festen Qesetze und Sitten der Gesellst; aft, alle reltgöseh und sittlichen Begriffe I der \||. gemeinheit sind im Grunde im Wege der Nachahmung, dasj heißt durch eine geschichtlich bedingte und geschichtlich notwendige Assin ilaerscheint, der Nationalist, der scheinbar aus den vier Ellen des jüdischen Anschauungskreises nicht herauskommk — dieser Achiad Haam erweist sich bei näherer ] Bekanntschaft in seinen letzten Folgerungen uncf Forderungen viel umfassender und wei herziger i Is die westlichen Nationaljuden, die zwischen Juaa und Europa keine Synthese, herzuste lery vermögen. Achad Haam lehnt die Assimita ion nicht ab, nur will,, er sie nicht in Form der Selbstentäußerung, sondern als eine Nachähm Eben in ■ dem hier skizzierten Sinne kann man Achad Haam als einen »zentralen Mann bezeichnen, der alles Fremdgeistige, das er iji sich aufhimmj, in seinem eigenen Geiste verar beitet und daraus ein Neues schafft. Für seinej Denkart sehr charakteristisch is seine Stellung ziu Friedrich Nietzsche. Im jahre 1002 das ist in jentjr Zeit, als die Wogen desu Nietescheanismus ajuch im junghebräischen Ujterp.'urkreise hachgiijgen, nahm Achad Haam dajs <fro; als-seines Körpers ist. Ein überaus klarer Denker tion entstanden. I und ein glänzender Stilist, schreibt Achad Haam Vop diesem Gesichtspunkt aus betrachte: ist ein klares, glänzendes Hebräisch mit deutscher auch d|e jüdische Assimilation in den jLändnm Abgeklärtheit und! französischer Eleganz. Ich der Zerstreuung eine natürliche Folgeerscheint ng hebe dies mit einigem Nachdruck hervor, um historischer Entwicklungen. Aber die jüdische darzutun, daß Achad Haam im Gruhde ein eurp- Assimilation in der Zerstreuung birgt in sijch Jie päisched'Schriftsteller ist, der hebräisch schreibt, Gefahr glicht jnur der Selbstentäußerung, sondern vielleicht der erste jüdische Europäer, der trotz auch dejr Zersplitterung, da sich doch jeder Teil seines EUropäertur is kein Tüpfelchen von seinem des jüdischen Volkes »je nach der Versfchiede njüdischen Ich eingebüßt hat. In der hebräischen heit dej geistigen Kraft in den verschiedenen Literatur in ihrer ganzen Breite und Tiefe zu Ländern! and ers assimiliert. Eben deswegen st Hause,irbdeutschen,französischen und englischen ein jüdisches geistiges Zentrum in Paläs tina ei ie Schrifttujm vorzüglich bewandert,, hat er eine Ver- Notwendigkeit. Denn nur in einem solchen bindiingfsbrücke zwischen modernemEuropäertum »Zentrum« hat der-Jüdische Volksgeist cie Müjrund historischem Judentum geschlagen und sein lichkeit, lalles Fremdgeistige, das er in sich auf- Gesichtslfeld weitfüber den engen Bereich »völnimmt, m seinem Geiste zu verarbeiten und dikischer«Geistigkeit hinaus ins Universale geweitet, durch ejlwas Neues, eine neue jüdische Kultu’, Dieser Achac^ Haam, der Hebräer, der dem eine netie Variante der menschlichen Kulte oberflächlichen Blfck zunächst nur als Stockjude hervorzujbringpn. ung in Form des Wetteifers. '• fn einer zum Thema Nietzsche und veröffentlichte io seiner , wundervallen Abhandlung »Nachahmung und -Assimila ion« setjzt er die Nachteile einer alle Eigenwete vernichtenden Assimilation und die Vorteile einer den Wert der Eigenwerte steigernden' Nachahn-ung überzeugend auseinander. Nachahmung ist etwas ganz Natürliches. Jedem Menschei ist die Neigung eingewurzelt, es anderen gieichzutufi; jede Gesellschaft muß notwendig ron der!. anderen verschiedene Dinge lernen. Kein Volk kann j unbeeinflußt von Zeitschrift »Habchiloach« eine überaus feinsinnige Studie übler Nietzsches Uebermenschen. In diet em Aufsatz faßt zünächst Achad Haam in Kürze und in Klarheit das Wesentlichste von Nietzsches Lehre zusammen und hebt dann die Merkmae hervor, wodurch sich diese Lehre von den Lehrm der jüdischen Ethik unterscheidet, und zeigt schließlich die Linie an, auf der sich Nietzsche-; Lehre mit den Lehren des Judentums begegntf. Achad Haam unterscheidet in Nietzscheanderen Völkern |eben; kein Volk kann »aus der Lehre zwei Grundgedanken; einen allgemeinen Tiefe seiner Eigenart heraus« aenken und handeln, menschlichen und einen spezifisch arische:i. D;! — 132 — V; j

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