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Der Orden Bne Briss · 1926-09-01 · Nr. 9 - September (9.1926) · p. Seite 131

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1926
Issue
Nr. 9 - September (9.1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 131 (sequence 7)
Language
German
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Zuitungsartikeljubiläum, an dem die bedeutendsten hebräischen Schriftsteller und fast die gesamte zionistische Jugend teilnahmen, ein regelr.vhtes Jubiläum mit Komfaers, Reden, Toasten, Glückwunschtelegrammen und mit dem ganzen Kiimbim, der dazu gehört Wir ersehen daraus, wie 'mächtig, und nachhaltig dieser Zeitungsattikel im Zionslager wirkte. Hier hat sich in der Tat der Fall ereignet, daß eine Stimme der Presse die Geister revolutionierte, die Gemüter aufrüttelte und eine große, starke Bewegung ins Leben rief. Dieser Aufsatz Achad Haams hatte aber des Zionismus sei Zentrum für die wieder die Stätte ausgeht«, es sol den Zionismus geboren habe; Zweck und Ziel daher, in Palästina ein geistiges Juden zu schaffen. Zion soll werden, von der' »die Lehre den fruchtbaren Boden abgeben, auf dem e ne neue jüdische Kultur'vollreife Früchte tre bt. Die materielle Judennot könne einmal durch irgend eineVerkettung von Umständen, durch Fo rtschritte .der Zivilisation, .durch weitere Entwicklung der Kultur, auch in der Welt geschafft werden;. aber als in Palästina, dem Lahde,' Diaspora, aus der nirgendwo anders ’wo die Vergangei iheitserlebnisse und .Zukunftsauch in seiner Einfachheit und Kürze mehr gesagt, als so manches dickleibige Buch mit seinen theoretisierenden und philosophierenden Ausführungen; er enthielt sozusagen den ganzen Achad-Haamismus in nuce. Was auch Achad Haam später noch alles geschrieben haben mag, um seine Ideen zu vertiefen und zu erweitern — unverändert und unverrückbar blieb der Grundgedanke, den er in diesem ersten Aufsatz niedergelegt hat. Der Grundgedanke des Achad Haamismus, auf die knappeste Formel, gebracht, drückt sich in dem einen Wort »Kulturzentrum« aus. Nach Achad Haam kann und darf der ... pnisinus kein anderes Ideal haben und keinen anderen Zweck verfolgen, als die Schaffung eines jüdischen Kulturzentrums in Palästina. Achad Haam unterscheidet scharf zwischen Judenheit und; Judentum und scheidet streng die Interessen der Judenheit von denen des Judentums. Die Judenheit ist ihm eine Summe n Privatmenschen, die durch gleiche oder ähnliche historische Erlebnisse, durch gleiche l eiden und durch gleiche Nöte eine Schicksals- . tmeinschaft geworden sind; das Judentum dagegen ist der Komplex aller jener geistigen ■halte, die der jüdische Volksgeist kontinuierlich •urch die Jahrtausende aus sich heraus erzeugt at. In den Ländern der Zerstreuung, meint iun Achad Haam, ist die Judennot gewiß groß, :< eit größer ist die Judentumsnot, die Not des üdischen Oeistes, der in fremder Sphäre verkümmert und die Kraft ursprünglichen Schaffens verliert; und > eben dieser Judentumsnot, der geistigen Judennot, müßte in erster Linie abgeholfen werden. Achad Haam vertritt die Ansicht, daß nicht die materielle, sondern die geistige Judennot hoffnungen des jtdischen Volkes verankert sind, kann die; geistige J idennot aufhören, Möge atich nur »einer unter dikidert nach Palästina auswandern und 99 Prozent der jüdischen Vcjlksmassen in der Diaspora bleiben es^tut nichts! Gerade auf diesen »einen« kommt es an. Gerade diesen »einen« unter den Hundert §ucht der Achad-Haamismus, denn in ihm sieht er die Antwort auf die ebensfrage der Gesamtheit:« . »Die Pheripherie eines Kreises«,, schreibt Achad Haam, »enthält eine ungeheure Menge von Punkten, doch nur der Punkt in der* Mitte ist die »Seele«, die ihnen allen Leben schenkt. Im Zeitalter des zweiten Tempels war ein grüßet Teil aus der Massel des jüdischen Volkes ünter den verschiedensten! Völkern zerstreut und die f ’ ■ Juden in Alexandrieh standen in kultureller und wahrscheinlich auch in materieller Beziehung hoch über ihren Brüdern in Palästina, und doch ist die Geschichte dieser Diasporagemeinden nichts als ein Supplement zu <fer damaligen Oeschichte der Juden in ihrem Lande, nur eine Randleiste, die das eigentliche Gemälde umrahmt.« Achad Haams Zionismus fußt also nicht auf nationalökonomischer oder sozialpolitischer, sondern auf historisch-philosophischer Basis; dieser Zionismus will nicht die Frage der Judenheit, sondern die des Judentums lösen. Der ganze Achad-Haamismus läßt sich in den einen kurzen Satz zusammenfasien: Zion soll die Heimstätte jüdischer Kultur, die geistige Zentrale des Judentums werden. Wer dief Entwicklung des Zionismus im lei zten 'Jahrzehnt aufmerksam verfolgt hat, wird f nden, daß die zionistische Bewegung den Wef vön Theodor Herzl zu Achad Haam gescHrit en ist. Wenn heute weniger von den Kolonien in Palästina - 131 —

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