Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1926-05-01 · Nr. 5 - Mai (5.1926) · p. Seite 68

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1926
Issue
Nr. 5 - Mai (5.1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6727475-6029137-6074699--1114-4867774
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

nische Zwangs-Opposition gedrängten jüdischen Geiste besonders nahe, der vom Kriegs-Erlebnis ganz anders in den Tiefen auf- und durchgerüttelt worden war als der Geist jüngerer und barbarischerer Völker.So hatten nicht nur der Expressionismus, sondern auch außerliterarische Richtungen wie Aktivisrhus, Pazifismus u. dgl. gerade aus dem Lager der jüdischen Literaten, Dichter und Künstler einen ungeheuren Zulauf. Der jüdischen Namen ist hier Legion, so daß sich eirte Aufzählung und Einzelcharakterisierung von selbst verbietet. Als ein Name für viele stehe hier der Ernst T o l'l e.r s , über dessen Dichterwert die Meinungen schwankest, dessen Menschenwert aber über die Diskussion erhaben ist Hier ist nicht Mitläufertum, nicht Kaffeehausliteratentum — sondern jugendlich reines, lauter-revolutionäres und zum Olück auch reifefähiges Menschentum. Der jüdische Geist, wie er sich in neuer Kunst und Dichtung ' auswirkt, ist aber auch hierbei nicht stehen geblieben. Mag der jüdische Geist — vielleicht als Orient-Erbteil — in hohem Grade die Fähigkeit zur Selbstberauschung habien — er hat zum Glück doch auch nicht minder :ähigke das notwendige Korrektiv, die Fähigkeit zur S ilbsternüchterung. So findet auch dii > neueste Piase der allgemeinen Ernüchterung, die den notwendigen Rückschlag auf expressionistische V erstiegenheit bedeutet, den jüdischen G :ist nicht unverwandt und unvorbereitet. Wieder gehen de Entwicklungen in Bildkunst und Dichtung pirallel. Das Schlagwort der»NeuerSach- 1 i c h k e i t« trifft das Wesen der Sa« :he zwar mr sehr Ungefähr, aber annäherungsw« ise doch ncht schlecht. Wenn man bedenkt wieviel P irase uhd Impotenz, schlimmer noch: wieviel itläufertnm und Konjunktur-Berechm mg sich d :r stolzen expressionistischen Masken bediente -- so wird man den Oeist neuer Sachlichkeit aufatmend als Luftreinigung empfinden. Dazu k >mmt, däß sich dem modernen Oeiste, der gern, a Izu früh zweiflerischy verzagt, vom »Untergang d:s Abendlandes« auch in den Küns en unkt, s ch hier noch unentdeckteNeuweiten,unj ehobene Neuwerte der dichterisch - künstleriscllen Ges altung darbieten. Und der mit dir s) starker Witterung für das Neue, Werdende be jabte, jüd sehe' Geist wird gewiß auch hier nieh s tehen. Sigmund zu seinem 70. Von Br. Dr. Alfred Roths * Unter der Teilnahme der ganzen Kultur weit konnte am 6. Mai Sigmund Freud mitten in eifrigem Schaffen seinen 70. Geburtstag begehen. Auch von unserer Seite sei des großen Seelenforschers und Menschenfreundes in Wien gedacht und ihm der Gruß der deutschen Logen entboten! Mit stolzer Freude erfüllt es uns, daß wir in ihm einen der Unseren erblicken dürfen, der sein Zugehörigkeitsgefühl zu uns durch seine .Mitgliedschaft als Logenbruder des österreichischen Distrikts bekundet hat. Wer das Bild Freuds vor Augen hat, dem muß die hohe Denkerstirn auffallen, unter der Eirg; Wi Die Bedeutung der Persönlichkeit des Forschers und die Größe seines Werkes rechtfertigen die von Br. Dr. Rothschild erbetene Darstellung, wenn auch die Lehre Freuds in manchen Punkten Widerspruch erfahren hat. — Prof. Freud ist Bruder der »Wien im österreichischen Distrikt. Freud ■ eburtstag. h i I d , Karlsruhe i. B. ein mildes, gütiges, in die Tiefe dr / .ugenpaar hervorleuchtet. Daneben r iten die durchfurchten Gesichtszüge, d f eniale Schöpfer der Psychoanalyse sei rieht ohne Kampf und Widerstand cie Kulturwelt verschaffen konnte. Große in der Welt, wurde auch seif j uerst heftig umstritten, allein und einsji der große Forscher da, bis sich ganz sine Schar von Schülern und Anhängen;esellte. Aus der kleinen Anhängen c m eine Weltgemeinde von wissenscl; itarbeitern erwachsen und darüber lanken Tausende von geheilten Mensci;enialen Psychotherapeuten und Seelen Gesundung. - __ Es ist eine Unmöglichkeit, in .ehre Fneuds einer ^Würdigung zu uni ner Küi — 68 - zurückngendes vertß dieser Lehre;ang in ie alles e Lehre m stand allmählich zu ihm har ist laftlichen aus veren dem irzt ihre rze die erziehen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.