Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 4 - April (4.1926)
- Date
- 1926-04-01
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/6727475-6029137-6074693--1100-4867751- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
F<£$lienJeben mit all seiner Poesie und seinen Ü jmoren vergoldet. In dem erst vor kurzem erschienenen Buch: j;,s Panorama meinjes Lebens« hat er seine K.iidheit und seinen Werdegang geschildert; es is ein Buch, in dem sich tief »ter Emst und lieblichster Humor ein seltsame;i Paroli bietein. Kure Autobiographie in herkömmlichem Sinne, soncern Resultate des, individuellen Schicksals ins; wig-Men schliche ijind für uns Alle Typische emndrgehoben, Am 1 ergreifendsten ist die Fibel der Kindheit«. Hier sieht man gut, wie stark die Geistigkeit und das Wesen V kowskis im Judentum würzt In. . . . Mehr als vierzig Jahre ist Moszkowski ( •ltiredakteur der »Lustigen Blätter« gewesen. Wer zählt die Natpen und die Menge seiner Witz- und Scherzbfiicher, seine Tausende und Abertausende lustiger, meist anonym erschienener Beiträge und SpäGe, die viele Millionen Menschen selbst in den trübsten Zeiten ihren Kummer vergesser ließen und ihnen ein befreites Lächeln ent ockten! Fürwahr, Wilhelm Raabe hatte recht, als er das Lachen für eine der ■ wichtigsten Angelegen- 'heiien der Menschheit erklärte, uri d den als den grollten Wohltäter pries, der echtes Lachen lehren könne! — Ich entsinne mich noch zu gut, wie wir einst draußen im Schützengraben über die köstlichen Witzbücher Moszkowskis hten, über die »Unsterblich: Kiste«, die . indischen Witze« ijber das »Freibad der . isen«, »Stuß im Jus«i, die »Verstimmte Flöte« und wie die Ulkbändd alle heißen mögen,.'die > ntlich nicht auf blcjiße Lustig macherei aus* .■ len, sondern meistens in heiter-ernster Weltachtung wichtigste Probleme in witziger -ic. darum nur um so eindrucksvollerer Weise klären«. Obwohl die wahren Humoristen so; selten s d, wie die wahren Prophi :ten, obwohl •mszkowski auf diese: Weise eine der seltenst« i Spezies aus derOattung »he mo iiteraricus« ist — mit all seinen Scherzsammlungen wird er schwerlich auf die Nachwelt kommen. Die uze werden bleiben, ihr Sammler wird im edächtnis späterer Oenerationei keine große Polle spielen. Allein was er als Oelehrter, als Philosoph, als Sprachforscher, als wissenschaftlicher Popularisator geleistet hat, kann nicht — 55 tergehen und wird für immer seinem N;tmen n Ehrenplatz in der deutschen Oe steschichte sichern. Es. ist ein ganz erstaunlich es schriftstellerisches Lebens werk, dis er Alternder noch geschaffen, hat. Künstlerisch am einheitlichsten kompeniert vielleicht das philosophische Werk »Die von der Kehrseite« mit dem witz igen,, travestierenden Untertitel »Eine Philosophie reinen Galle«. Diese sarkastischäldir gen- Interpretationen unserer Kultur, in' d Jrten Grunde genommen doch so viel Einlachres steckt, sind im gewissen Sinne der befreiende Ausdruck für die inner&>Zerrissenheit un eine ges groß< als ist Weit Kant der den im Wah uns wir! artii ber< I rück: rüci erer Zeit. Das Bild, das wß > entw wirkt nur im ersten Augenblick' fr^md- und„ überraschend: nach kurzer Lektüre its muß man den fröhlichen Si.egy den sichtslose und vor keiner Konsequen; ^weichende Logik erficht, laut bejubeln. Ernster ist seine S p r a c h p hl Po s o p die seht lunj; Au viel dem Spr^i die stäi phi hat arbdi > A der ri re, eine vortreffliche Paraphrase des Maut|mer-‘ andn Ideengebäudes bildet und auf die Ml en in der gesprochenen 'und geschriebenen sjdrucksform ein neues Licht wirft. Es steckt aphoristisch ausgezeichnet Geformte in Werk, . das zur Weltgeltung deut: eher che und Kultur mehr beigetragen ’hat als zahlreichen dickleibigen untl schwer verrldlichen Wälzer der zünftigen, Univers tätsibsophie. Wie alle Moszkowskischen Werke auch dieses den Vorzug, daß. jeder, Fi.brikter es lesen und verstehen kann, ln der bjenteuerlichen Entdeckungsfahrt«, »Die h sein Weisheit« hat Moszkowski seine ’ni« erreichbaren »Gestade der Sehnsucht« geschildert, an denen die brennendsten modernen, sozialen, poli: wir! denen die brennendsten modernen, soz ischen und künstlerischen Probleme klicht sind. > ‘ , Amüsant, reichhaltig und vielseitig sind Diclitergelehrten Popularisierungen mddernster wissenschaftlicher Probleme, wie t ß. sein »Einstein, Einblicke in seine Gedanken« eit«, die über die leichte Unterhaltungsform hinweg in die unfaßbaren Wunder des Daseins einführen. Wen die Abstraktionen des Einuteinbuclies etwas ermüdet habeii, der flüchte zu Moszkowskis schönstem Buch, dem »Vfjmispaik«, seinen »Phantasien über Liebt Philosophie«. — Auch hier ist literarisches Neuffen hier zuver- . v des sich