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Der Orden Bne Briss · 1926-02-01 · Nr. 2 - Februar (2.1926) · p. Seite 20

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1926
Issue
Nr. 2 - Februar (2.1926)
Date
1926-02-01
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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Arnold Schönberg.*) Adolf W V Die Berühmtheit eines Mannes kann?uf verschiedenen Dingen beruhen. Sie kann sich zunächst darauf gründen, daß er der Sachwalter dessen ist, wäs die Allgemeinheit liebt. Popularität wird gewöhnlich auf diesem Wege erworben. Natürlich gibt es auch hier verschiedene Stufen. Die Volkstümlichkeit dessen, was man Kitsch nennt, ist unbestreitbar. Glücklicherweise findet sich, wenn auch nicht in gleich großer Zahl wie für den Kitsch, auch für das Bessere eine Gemeinde. Es gibt, zweitens, einen Ruhm, der auf dem beruht, was man nicht versteht. Etwas Nebelhaftes, Geheimnisvolles haftet einem also berühmten Namen an. Es ist z. B. ganz gewiß, daß »Relativität trotz allen populären Erklärungsversuchen zu den für die Gesamtheit nebelhaften Begriffen gehört. Aber der Name Albert Einstein ist von so vielen Autoritäten anerkannt, durch die Zeitungen des In- und Auslandes so oft genannt worden, daß auch der geringste Weitbürger ihn als einen epochemachenden anerkennt. Es gibt aber, drittens, eine Berühmtheit, die sich auf Furcht, Schrecken und Abneigung gründet. Wenq ein Mensch unaufhaltsam und beharrlich gegen den Strom schwimmt; wenn er mit Zähigkeit Anschauungen vertritt die dem größten Teil der Menschheit eine Gänsehaut verursachen, hat er immerhin noch Aussicht, populär zu werden; natürlich unter der Voraussetzung, daß es einen Kreis von Menschen gibt, die ihn als einen Propheten schwärmerisch verehren. Von eißmann. Arnold *) Wrr bringen aus berufenster Feder! Ausführungen über die Kunst eines der größten schöpferischen Meister der Gegenwart, der Jude ist, und hoffen, daß unsere Leserschaft der Klärung über das Wesen einer so bedeutenden Personlichteit Verständnis entgegenbringen wird. — Arnold Schönberg, geb. 13. September 1874 in Wien. Autodidakt — 1901 Aufenthalt Berlin — Kapellmeister am Ueberbrettl 1903 Wien — trotz Widerspruch Anerkennung der Bedeutung, 1926 Berlin — Vorsteher einer Meisterschule. — Red. Die Berühmtheit Arnold Sch inbergs ist •, n dieser letzten Art. I~r" Von der großen Mehrzahl d<r Musikfreur >e kann man behaupten, daß sie Misik durch a n Klang wahmehmen. Das ist ja auch ganz b - rechtigt Der Klang ist die sinn iche Orundla /e aller Musik. Weiche Art Klang alter dem Duri.:- schnittshörer am njeisten zusagt, das ist die Frage. Der beliebteste Klang isl zweifellos der Wohlklang. Er schmeichelt dem Ohr und findet keine Widerstände im aufnehmenc en Organ. Die ungeheureMenge der Menschen,di :denWohlklang an sich, ohne tief me Bedeutung, lieben, stellt die fes te Mittelschicht der Oenießer in allsn Ländern der Erde dar. Aber es ist ohne weiteres klar, daß ein al;o schmeichelnder, entgegenkommender Wohl klang den Zuhörinden innerlich nicht fördert. Es mag sein, daß durch ihn sentimentale Empfindungen' wachgerufen werden Aber das ist gewif zu wenig, un eine tiefere Wirkt ng der Musu zu rechtfertigen. -! Der Zuhören le muß 1 aktiv werden. Musik is: nicht lediglich eine Kunst für Sybariten; keine hygienische Einricitung, um erregte «Nerven zu teruhigen;! kein um die geistige Tätigkeit e|izuschläfern. s ist darum selbstverständlich, ja auch wünschenswert, daß der Klang gelej [entlieh Widei stände hervorruft; daß er aufreizend wirkt: Der charakteristische Klang s chreckt btrei. die jene ab, denen Musik nichts weiter als! ei ingenehme Begleiterscheinung (es Lebens i :r ist oft innerhalb des Wohlklai gs eingebetl Darum kann er immer noch zj einer großen Gemeinschaft sprechen. Da d e romantisch- Empfindung in erster Linie mit Jer Musik vt knüpft ist, hat der charakteristische Klang - neunzehnten Jahrhundert *• eine lerrliche Blü ( riebt. Und da schließlich die Romantik mit d f jotik in der Musik sich eng vers ihwistert, ste Richard Wagner die bisher höchs e Verknüpfur^ 20

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