Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 12 - Dezember (12.1925)
- Date
- 1925-12-01
- Page
- Seite 231 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6727475-6029128-6074664--0990-4867663- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
als jene Ideen ch, noch geheim ich zum Gemeinz|ur Weisheit der geheimen Wahr- Dis weittragendste gedruckte Wort, bus. Allmählich verblaßte die$, weder mehr neu, noch gefährl waren. Es waren die Gedanklen der ZeitphÜo sophie, der Aufklärung gewesen, besonders die Idee der Hi manität, die schließ ‘ ~ gut oder zim Gemeinplatz, Gasse wunien. Jetzt kann es Gesellschaften mit geheimen Wahrheiten nicht mehr geben, weil es wohl verkannte aber keine heiten mehr geben kann Mittel geistigen Verkehrs, das hat die Oefientlichkeit bis zuf äußersten Mög lichkeit ausgedehnt. Dies wiikt schon bei der Entstehung neuer Wahrheiten mit, da die Quellen, aus denen s ie geschöpft sind, nicht mehr geheim sein konnten. Ihre Verbreitung aber spottet jedes Versuches der Geheimhaltung. Jede neue Wahrheit kam durch jeden einzelnen Wissenden zum Gemeingut der ganzen Welt und zum lauten Tagesgespräch gemacht werden und wird es, verstanden oder unverstanden, durch Bücher, Zeitungen und die mannigfachen "ormen der Volksbelehrung, die im Zeitalter der Freiheit des Gedankens lind der Oeffentliclikeit durch nichts abgesperrt w erden können. E s gibt so wenig geheime Wahrheiten wie es geheime Moden gibt. Es würde also jeder sich getäuscht sehen, der in unseren Orden mit der Erwartung eintritt, neue, unerhörte, der übrigen Welt unbekannte Wahrheiten zu erfahren. Die Wahrheiten und Tugenden, die ihm hier gepr« digt werden, kann er auch außerhalb der Loge preisen hören. Insbesondere vermag die Loge in dieser Beziehung so wenig des Gotteshaus zu ersetzen, vwie die Moral die Religion ersetzen ksnn. So unendlich tiefer und mither, umfassender und höher ist diese als jene. Mit Ersatz nimmt 'man nur vorlieb, wenn man das Echte nicht haben kann oder zu anspruchslos dafür ist. Die bloße Predigt der Human tat ist leicht in Oefahr, platt 1 und trivial zu w erden, in der Phra »e zu ersticken und um so eher zu ermüden u seltener ihi e Sprecher aus eines originalen und rejehen selbständigen und reinen Charakters schöpfen. Auch davon kann keine die Zugehörigkeit zur Loge Uebung jener Tugenden gebe. Tag. für Tag alle Werke djer ld abzustoßen, je der eigenen Tiefe Geistes und eines Rede sein, daß njur Gelegenheit zur Tausende tun Menschenliebe, richten die Gebeugten auf und trösten die Trauernden, helfen den Hilflosen und < lind« irrt die Not der Armen, stehen Witwen und Waisen zür Seit : und nehmen Bedtückten, das Jcch ab, förcern alles Gute und Hohe und bringen den jüdischen Namen durch ihr Wirkest uni ihren Wandel zu Ehren, ohne Brüder unseres Ordens zu sein. Danach wird zur Empfehlung der: Loge wohl angeführt, daß man mit ihr in eine weit verzweigte starke Organisation1 eintrote und damit an ihrer Macht und ihren segensreichen Bes rebungen und Erfolgen teilnehme.' Nun^ist es wahr, daß großangelegte Organis ationen und Verbände, die wenn möglich alle; die es irgend angeht, in. ihre Reihen einglieafe n, das moilerne Instrument sind, Forderungen Vnd Bestrebungen jeder Art, materielle und!ideelle, nachdrücklich und wirksam zu vertreten. Aber es ist die Frage, ob der Verlust nicht; den. Dewinrr auf lebt. Diese umfassenden Gemeinschaften tragen und heben den einzelnen durch das Gefüh I, in einer gewaltigen1 Armee mitztimarschierfen, ihre Arbeiten und Leistungen imponieren durch ihre Großartigkeit und Breite, abir sie geben aucli zu manchen Bedenken Anlaß. {- Sie erziehen zur Verehrung der großen Zahl und. begi nstigen die Wertschätzung der äußeren Effolge, die zu ein« m großen Teil eine Geldfrage isind. Wenn eine Gesellschaft von 15000 Mitglied« rn. von jed< m einzelnen, sagen, wir .dreißig Märk einziehl — was Wunder, wenn sie allerlei enrichteri kann. Gebt mir jährlich eine halbe MilHon und ich will mindestens dasselbe zustande bring« n. Organisationen brauchen und schaffett groß Apparate der Regierung und Verwaltung, in denen sich ein subalterner Ehrgeiz breit; und wichtig machen kann und einen Formalismus', der Geschäfte aus Geschäften erzeugt. {Organisation mechanisiert und uniformiert. Sielist das wahre Feld für den Durchschnitt und dii'Mitt :lmäßigkeit die als Führer in der Regel nun ihres gleichen ertrugen. »Du bist der Führer, I darum folge der Partei«. Die Organisation, [das ist ihre größte Gefahr, erdrückt die Persönlichkeit und entseelt die Beziehungen von Mensch zu Mensch. Es i >t z. B. fraglich, ob die orgaftisieirte W ihltätigkeit noch Wohltätigkeit in dem zweiseitig :n Sinne des Wortes genannt werden kann. {Denn es wird nicht mehr von Person zu Person'vjohlge tan,und’ es fehlt der lebendige Hauch. , Piej .ganze Wohltätigkeit besteht in dem Griff in dje Tasche, um - 2(1 —