Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 11 - November (11.1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 214 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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mäßij; eingefallen, ^sie nachzumachen. Ein rastlos vor* wärtsstrebender Künstler, ist er eigentlich nie mit sich zufrieden. Daß er den Weg Naturalismus fand, scheint uns ebenso selbst verständlich, wie dessen Ueberwindung, wie seine Rückkehr zur Kunst, die in cfer Schönheit wurzelt, in dieser aufgeht, nach neuer Schönheit weitersucht/ Natürlich sind Ury, dem Einsamen,den man lächerlicherwejse oft als dert »Radikalen« bezeichnet, und der doch nichts So sehr liebt als die Frühgotik, jederzeit Gegner erstanden. Aber : er ist -schließlich Sieger geblieben, wenn sich auch, wie gesagt, seine großen sozialphilosophischen Bilder noch nicht ganz die Anerkennung erkämpft haben, die sie wirklich verdienen. Etwas Uebermenschl ches in den Gestalten, die diese Gemälde beleben, moderigen aus der Berliner Sezession seht Corir |h die Präsidentschaft ed und Lovjs Übernahm, trat zum Lesse i Ury, von Corinth aufg fordert, regelin den Ausstellungen der vor. Und als er 60. Geburtstag begir die Sezession zum Diese Ehrung war Hans Thoma zuteil g eworden. Und in den letzten Jahrei süch|en sich auch die öffentlichen Galerien intensiver um den Meistezu kümmern. Die Nationalgalerie veranstaltete eine Ausstellung von iJrys neuesten rheinischen Landsc laften und es ist Geheimrat Dr. Sezession her- 1921. seinen g, ernannte ihp Ehrenmitglied bis dahin nur Ludwig Justi besonders zu danken, daß er Mächtig, auf! uns einwirkend, reißen sie in den Krei^ ihrer farbenschweren Atmosphäre Seit 19l3, dem Jahre, da Max tiepermann uns mit Lessei 'b galerie nachholte, irjvon hervorfrüher Versäumtes dem er eine Reiht zur Entwicklungsgeschichte der deutschen Malerei wichtigen Werke Urys erworben hat. Un i so wird es hoffen!lieh nicht lange dauern, daii die National auch ihren Ury-Saal haben wird. .1. Sigmund Frällnkel I 1860 — 1925, Von Br. M a je Feuchtwang ln der ^ganzen deutschen Judenheit; wurde der Tod Sigmund Fränkels als schwerjer Verlust betrachtet. Sollte da nicht sein fciinscheiden gerade dori am unmittelbarsten empfunden werden, wo man nicht nur von den Erfolgen seiner Tätigkeit“ höde, sondern wo man den Scraffenden am Werpe sah und unter dem Banne Persönlichkeit selbst zum Mitschaffen mitg missen wurde?. Dieses Glück, das heute den Verlust doppelt -schfnerzlich macht, hat die Müichen- Loge genossen. Es ist hier nicht der O t, das Wirken Sigtnund Fränkels in Ausübur g der vielen öffentlichen Ehrenstellen, die dem weitblickenden Großkaufmann an vertraut wurden, zu schildern, an dieser Steile kann nur aiif sein Wirken für jüdische Interessen und besonders als Mitglied . unseres Ordens eingegpngen werden. Freilich stand beides in engsteril Zusammenhang; denn das Ansehen, das ef sich Zeiten ererbte gaben zehnte Dienst r, München. dort erworben hatte, kam ihm fi^r zustatten, und c e Erfahrung und der praktische Sinn, die er im Beruf sich angeeignet und geschult hatte, lildeten die wertvolle Ergänzung seiner Hingabe für alle' jüdischen Be ange. Von väterlie ler wie mütterlicher Seite :amilien entseiner stamm nd, die in ihren Gemeind en seit alten zu wir;en. Dazu nahm er aber aich die Auf- 214 — führend waren, war es it m gleichsam Pflicht, innerhalb der Heir latsgemeinde ruf sich, die im Laufe der | letzten Jahran die jüdische Gemeinschaft herangetreten sind. Es wird ihm stets! sein, mit welcher Entschiedenheit er unvergessen sich in den der Abwehr des Antisemitismus stellte, ungeac itet der Gefahr, die sie ihti persönlich brachti Mit mannhafter Entschlossenheit trat‘ ^r in ien Zeiten, als Eisner in Bayern die Macht in Händen hatte, diesem in e nem öffent- I