Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 11 - November (11.1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 213 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Berliner Straßenbildern Interieurskoloristischen Reizen gemalt uns Ury, der Porträtist. Seine Förster, diesen herrlichen Paställtraum, kennt man ja. Auch seinen Otto Bratim, den Reinhardt in der Ruhmeshalie des deutschen Theaters aufgehängt hat. Aber dann ist Otto1- Brahm von Ury da. besitzt ihn. Brahm ist hier mit Schärfe beobachtet: er sitzt Theaters, richtet das Opernglas nach dem F^ubli kum, um dessen Stimmung zu erkunden;i das Licht von der offenen Bühne s treift grell das Glas und erhellt das charakteristische Profil des ns auch Paul den Pfiffigen: das tyurgvon seitsä' men ,h it, interessiert 1 Klsbeth Meyernoch ein zweiter Gejrhirt hauptmann außerordentlicher in der Loge des Direktors. Ury, hat übrige Schlenther gemalt, Schlenther kurz bevor er sich' anschickte, an theater nach Wien zu gehen. Die großen sozialphilos<j>p|iischen Urysl. sein Triptychon: »Der Gemälde »Adam und Eva* Werke von gewaltiger Größe, Anerkennung scharfer Persönl Franz Servaes und Oskar enthusiastisch begrüßt — noc stritten und der Kampf um di schien von neuem loszubrecher, als Ury'sein großes Figurenbild »Die Sintflut i zeigte.!Man steht vor diesem Bilde wie vor einem Phänomen, schüttelt sich vielleicht vor Qiauen, fühlend, daß hier ein Meister die Tragik des Lebens in bisher unerhörter Weise darste lit, bloßlegt und in all ihren mordenden Wirkungen förmlich verkörpert hat. Man schüttelt sich vor Grauen.. Aus den ungeheuren nebligen! Wassern, deren blendendweiße Schaumwellen schlagen, ragt ein mächtiger, auf: die letzte Zuflucht der menschen . . . Einer von ihnen, der mittlere, stürzt eben in die Fluten, inf letzten Moment noch den rechten Fuß um eine FelsRvite klammernd. Schon aber Werfer sich die Wasser über den Körper — der Tod st da . . . ^Jnd während er ‘ giefig an dem Manne saugt, j mit seinen Wassern in Mund und Augen dringt, ringen die beiden Mitmenschen noch um! das nackte Leben . . . Muskeln unc Sehnen spannen' sich: ein furchtbarer Kampf letzter Kräfte1 mit dem tötenden Element. Mar sieht, wie! der Eine von beiden, ein knorriger Kerl mit rötlich hoch emporzlackiger Felsen letzten drei I Urichim nti Felsei i per felsei i einen Kopf tierisc l Schon packt, w Rock sich ich im Na -wild zur Bilder Mensch«, seine! sc in »Jeremias*, >ind trotz der hkeiten — auch io haben sie irimer heißum- Ury’sche Kunst erndem Haar1, die rechte Hand um den schlingt, Und mit den starken^Fingern pken wieqer ein höhetstrebenrfcs Stück der a adere von der bäjigt platt köpf beiden Spann Sam yor S:! Hernie nächs dieses Von Wolken auf di; braunen Hüllen ekschaliCrn, und ihrend der rechte Füö gegen wuchtig stemmt. W e d? der cken dreht, wie da nie Augen Seite blitzen, als spritze ihnen der weißt! Gischt entgegen! Und dann jenen dem Tode Geweihten : vom Felsen berniede-, Hinterijnd Rücken aneinander pressend, mit Händen übermenschlich die Zicken umnd, während die Füße von einem länglich abbröjckelnden Blocke, auf dem ,sie künden noch fest’geruht haben langsam ergleiten 1 . . Man empfinde; — irn eil Augenblicke schrumpft auch die Kraft Menschen in nichts zusammen. Denn t^ben herai drücken diesch\/ergrauen drücken die schwergräuen Rej ehwas§eri Felsen nieder, “ hüllen ihn ein, die menschlichen Körper ein, machen sie* aus der Tiefe brausen schon die weißen Waiser höher empor.ynd ringeln sjch »zie weiße Schlangen um die ITiße des MensciRi . . . Eia grauenhaftes, aber grandiosejsr- Schauspiel! Und wie Ury hier, von dem mächtigen* Vorwurf; des Gemäldes abgesehen, dit: Technik ati siev meiste! t, ist wunderbar. Fast scheint es uns ein Verbrechen, an diesem einzigartigen Werke -herumzutüfteln, technische Kliffe aufzüspür :n und ihnen nachzugehen. Aber diese Aktproblene fordern gewissermaßen dazu heraus. Lfry, de rAktmaler,zeigt sich hier in seiner /oTlendetsten Kirnst. Alle die Schwierigkeiten, < ie gerade sülche Aktprobltime einem ^lal^r bereiten mögen alle d ese außergewöhnlichen Stellungen der Figuren, die1 Muskelschiebungen, d':se. Verkürzungen der jliedteile: das ist hier unübertrefflicb ausgeführt. Und gleich, unüberttefflieh isjt, wit Ury, der farbenfrohe Meister des blauen graue Meer hinmälte, in . seiner;e, seinen seltsamen Sturm- Kunst i — ‘21 j i — Gardas :es, das ehdlose n Wei spiegeli ingen Leiser Ury hät nit nach studiert. ist stets ein Eigener jiner »Richtung« geschielt, nie sijch eiher »Richtung« angeschlossen, viel Kunst gesehen und namentlich Er hat viel alte Aber es ist ihm kauim “jemals gewesen,