Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 11 - November (11.1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 212 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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der Erfolg, den er erhofft hatte, ließ lange auf Hier! machte er neue Studien, Ljcit* und Luftsich warten, und der Künstler sichien fast der stude*. Bald nachher aber wandte sich Ufy Verzweiflung nahe, als ihn plötzlich Geheimrat der Landschaft zu. Ihn lockte zi erst die Um- Zöllner, der erste Sekretär der Akademie der Künste, rufen ließ und ihm mittqilte, Menzel wünsche ihn zu sprechen. »Der alte Zöllner«, plaudert Ury,;. war ein sehr, liebenswürdiger Herr; er klopfte mir freundlich aiuf die Schulter und sagte: »Mein lieber Ury, das ist für Sie schon von großer Wichtigkeit. So leicht ruft Menzel die Leute nicht zu sich.« ... Ury ging also zu Menzel ... Der Altmeister imachte ihn gehörig herunter. -Sie hatten alles Zeug, ein tüchtiger Künstler zu werden, aber alles, was das Schönste bei Ihnen ist, ist Zufall. Sie müssen, wenn der Zufall ihnen etwas gebracht hat, was gut ist, es wieder auswischen, und es dann durch Arbeit Und Fleiß auf deh Punkt bringen,' den Sie durch Zufall erreicht!hatten.< . . . Ein urechter Menzel-Ausspijuch . ,|. Bald nach dieser Unterredung erhjielt Ufy den Michael-Beer-Pfeis der Akademie^* der ihm endlich Gelegenheit bot, nach Italien; zu gehen. Nach Berlin zurückgekehrt, iverans(altete er gemeinsam mit Leibi, Uhde, Skarbinaj Liebermann und'Habermann seifte er^te Ausstellung, Gurlitt, der damals in der Behl’enstr'alle einen... S. Vq ilio. Die zartesten Pastellfai ben, umgesetzt kleinen Laden hatte, versammelte lalle die Talente um siqh, die sich, seither durchgesetzt haben. Er ist es gewesen, der Böckli i und Klinger zur? erstenmal ausgestellt, und der für Leibi, Uhde, Kuehl, Liebermann und Habermann eifrige Propaganda-gemacht hat. Also auch Ury hat bei Gurlitt ausgestellt. Seine Berliner Straßenbilder. Und was man damals jekrittelt, verhöhnt,- verlacht hat, wird h^ute mit Freude begrüßt. WerUrys Guache »Bahnhof Friedrichstraße betrachtet,” kann sich der Empfindung nicht entziehen, daß hier eine W rklichkeitskunst steckt, die erstaunlrch' ist Vor uns wölbt sich der Viadukt, Züge* brausen darüber hin, der dicke Rauch der Lokomotive schlägt, vom Schneesturm getrieben, zu Beden, püllt ein geburig Berlins, und dann verwei te er längefe Zeit in Holstein, bei Hans Oldi:, den er als einen der liebenswürdigsten Menschen charakterisert, die er überhaupt unter der Künstlerschafl kennenlernte. Und äus jener Zeit stanmen die ersten Pastelle Urys. Sie haben viel von sich reden gemacht, dtnn aüs ihnen spra:li die Seele des Künstlers, der mit ungeheurem Temperament die intim; ten Reize der Landschaft aufzurollen wußte. Und schon zu jenei Zeit (1892) hatte Lesser Ury den Naturalismus völli r überwunden. Der Landsc haft aber, in der :r die Schönheit gefunden, ist er bis heute treu geblieben. Er durchquerte Deutschland, malte die Ostsee, malte den' Thüringer Wald, malte die Mark, wandte sichaucli noch einmal Italien zu, das ihm Ende der schtziger Jahre wen s gesagt hatte, und begeister' e sich an dein Uferi des Gardasees, zu denen er viele Jahre lang jfür kurze Zeit zurückkehrtv. Und es ist. 15 jihre her, daß er uns hier in Berlin bei Keller & Reiner seihe neuesten Bilder vom Garqäsee zeigte. Das Haup stück; Punta in tyitere Poesie, echte Stimm» ngslyrik. Die von dem Oold der Sonne funkelnde Landzunge Punt i Vigilio spiegelt sich in den Märchenfarbe ii des Sees, an dessen Ufern die Berge Italie $ blauen, und gleich daneben die Iso|a Bella mit dem Tiefblau des M<eres und dem schir mernden Weiß der schneebedeckten Gipfel. Und dann vom Gardasee zun ick nach dem Wassern Deutschlands, an den »Rheinsberger See«, wo eben die Sonne untergeht und das Rosa des Himmels in gelblichen Tönen veiv schw mmt, und über dem Spiegel des Sees schweben bläuliche Hauche . . Und vom »Rhe nsberger See« nach »Paulslorn«, mitten in den Herbst hinein, in den Herbstnachmittag. Das rötlichgelbe Laub zittert hernieder, d£r Stück Friedrichstraße ein, treifcit, mit Schnee- Himr lei ist weiß und leuchtet] weiß aus dem flocken sich-mischend, den Darrjen und Herren, See rervor, und die Wege am See ljegen im die von den Zügen kommen, irjs Gesicht, um- Scha: len. Nur mit den Spitze 1 des Schilfes jagt die Kutscher der Omnibusse |und D oschken, spiel« n die Sonnenlichter ... ' die Viadukt und Straße passieren . . . Und*von . Jnd neben Ury,' dem Meister der Land dem bunten Treiben der Straße zog es den schaf, neben Ury, dem Na uralisten und Künstler nach dem. bunten Treiben der Cafes. Real i ten, der in den achtzigei Jahren auß^r!!12 -