Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 187 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Audi außerhalb des engeren Logenlebens hat di Kraus an zahlreichen' allgemein - jüdischen Intemehmungen beteiligt, so an der Organisation es; Amerikanisch-jüdischen Kongresses, an den /orliereitungen für einen jüdischen Weltkongreß die Grüne dauernde hebräischen olf Kr Ad M. H. R. r 1 * Br. E. Ein M. H. R. M. ist eine Kontraktion aus den \nfangsbudistaben der Worte Morenu, Haraw, Rabbi Meir. Da, es mehrere M H. R. M/s in der rabbinisdien Literatur gegeben hat, hat man zur Unterscheidung bei unserem M. H. R. M. noch den Familiennamen Schiff hinzugefügt. Diese Familie, deren Stammbaum bis 1370 hinaufreicht, ist eine hochangesehene Frankfurter Familie, ausgezeichnet durch die »Krone der Thora, des Priestertums unddes guten Rufes«/ sie hat der jüdischen Glaubensgemeinschaft viele Rabbiner, Gelehrte, Sdiuloberhäupter, Gemeindevorsteher und Wohltäter geschenkt, die in verschiedenen Ländern segen spendend gewirkt haben. Der Begründer der jüdischen Wissenschaft, Leopold Zunz, sowie der im Jahre 1920 in New York verstorbene Philanthrop Jacob H. Schiff zählen zu den Sprößlingen dieses berühmten Priestergeschlechtes. i Unser Rabbi Meir wurde in Frankfurt a/M. j|im das Jahr 1605 <nach andern erst 1608) geboren, iro sein Vater Rabbi Jacob Schiff Hakohen als Oberhaupt einer bedeutenden Talmudhochschule fungierte. Bei diesem gelehrten Vater hat wohl unser Meir eine gründliche Ausbildung in den biblisch-talmudischen Disziplinen erhalten. Ueberj seinen weiteren Studiengang wissen wir nichts: Aber er muß schon frühzeitig durch geniale Begabung und durch tiefes Wissen;sith einen bedeutenden Namen erworben haben, denn im noch sehr jugendlichen Alter von kaum 17 Jahrer (nach andern 20 Jahren) wurde er zum Rabbiner in Fulda berufen, einer bedeutenden Gemeinde,, die zu jener Zeit »voll von Weisen und Schriftgelehrten war«. In dem von ihm bald nad Uebernahme seines Amtes begründeten Lehrhaust schärten sich um ihn nicht nur junge, Wissens - durstige Schüler, sondern auch Talmudgelehrt!: in reiferem Mannesalter, um seinen anregenden und iditvollen Vorträgen zu lauschen. Im Gegensat: V» < e 1 M uncj am Aufbauwerk Palästinas, für das er sowohl ung einer Bnai-Brith-Stadt wie eine iMitarbeit des Ordens am Ausbau der Universität erwirkt’hat. Sc Berlin. . auivLog e,' Cottbus. H ff. flL . ir weite w andten feierten erbitten. zwischen gehende zu der damals im Schwange stehenden »Plpul Methode« ging das Streben M. Schiffs ds hin^ un:er genauer Berücksichtigung der eigentümli hen Fe nheiten des Stils und der Diskussionäweisf im Talmud den einfachen Wortsinn zu. eruier en. Dt rdi souveräne Beherrschung des Stpf Fes, durch Ver iefung in den Gegenstand, durch Iritisdien Scharfsinn und unerbittliche Logik Vers and er es, sch vierige Probleme zu entwirren und du nkle H alacha-S teilen zu erhellen. Seine, L^hrw rise, ausgezeichnet durch strenge Sadijichkeit und liefe, * wurde g »radezu bahnbrechend. Seine Jünger, die in k ndlicher Dankbarkeit und in tiefer Ehrfurcht zu ihm emporblickten, trugen seinen Ruf, Kreise/ Gemeinden von nah upd fern;ich in wichtigen Angelegenheiten an det ge- * Geister, seinen Rat und seine Ansid t zu* Mit seinen Entscheidungen,, die er mir tiefem Verständnis und hohem Verantwortungsgefühl get offen hat, gelang es ihm, Streitig^ ejten Mensch und Mensch zu schlichten, .tief— Zwistigkeiten innerhalb der Gemeinde an’zu be- \ erhindern, Engherzigkeit und Selbstsucht zu I ämpfen wecken. und das Gemeinsdiaftsbewußtseir zu Insbesondere war er bemüht, das und sittliche Niveau seiner Zeilgen Dssen die Thorakenntnis zu fördern \uijd zu geistige fu heben, Jnehren. 1 Diese seine Tätigkeit, verbunden mit fielfündiger Gelehrsamkeit, erhöhten seinen Ruhm, so daß er nach fast 20 jährigem fruchtbringendem Wirken, in Fulda und vorübergehend in dem,benachl»arten Schmalkalden eine ehrenvolle Berufung nach Prag erhielt, einer der größten und angesehensten jüdischen C emeinden jener Zeit, in der vor'ihm Autoritäten Ivon Weltruf das Rabbinat geziert batten. Diesem Rufe hat er, wie es scheint,, nidv mehr zu folgen vermocht. Im Elternhaüse,' von d :m er sich vof Antritt seiner weiten Reise dach Pra j ver- . 187 - i