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Der Orden Bne Briss · 1925-10-01 · Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925) · p. Seite 186

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 186 (sequence 58)
Language
German
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in weniger glücklichen Zonen beizustehen. *Wir wären,« sagte er 1915, »glücklich, wenn unsere Glaubensgenossen in anderen Teilen der Welr unsere Dienste so wenig brauchten, wie unsere amerikanischen Mitbürger. Aber ich denke: wo unsere Glaütertsgemefnschaft am meisten leidet, dahin ruft dje Pflicht uns zuerst. Von unserem Standpunkt aus ist das Leid unserer Glautens» genossen in irgendeinem Teil dejr Welt keine aus« ländische Angelegenheit. Die Sache Israels lennt keine Unterscheidung. Der Lejbensodem un :eres Ordens ist Ebenst — am anderen.« Getreu diesem Grundsatz trat Kraus nach dem Friedenssdrlofi zwischen Japan und Rußland 1905 zusammen mit Jacob Schiff beim russischen Minister* Präsidenten Graf Witte für eine Milderung der Judenhetze io Rußland ein und führte längere Ver* handlungen minder russischen Regierung, die :war Versprechungen,, aber .keine Erfüllungen zur F olge hatten. Als.sich die Gewaltmaßnahmen gegen die Juden in Rußland auch auf jüdische Reisende aus Amerika erstreckten, erwirkte Kraus durch Beine Vorstellungen beim Präsidenten Taft, daß 1911 der Handelsvertrag, zwischen Amerika und Rußland gekündigt wurde — die Feder, mit der Taft das Kündigungsprotokoll Unterzeichnete, wurde, eir echt amerikanischer Akt, dem Bnai«Brith in Amerika überreicht," worauf dieser dem Präsidenten im Weißen Hdus unter feierlicher Zeremonie die Toleranztneaaiile verlieh. 1913 hielt gelegettlich der 70-Jahtfeier des .Ordens der Präsident der Vereinigten j Staaten beim Festgottesdienst eine äußerst anerkennende Rede auf den Orden, und seinen Führer,- an der damaligen Tagung der Groß» löge nahmen der- Vizepräsident Marshall, der Minister des Innern Bryan, der Handelsmil lister Wilson, der Marineminister Davies teil, evobei Bryan in einer Rede den schönen Sat? piägte; »Ich fürchte mich vor der Aristokratie des Feich» tums, ich achte die Aristokratie-des Geistes, aber mit ganzer Seele hänge ich an der Demokratie des guten Herzens.« Zu den wichtigsten «Schöpfe ngen des . Ordens unter der Amtsperiode von Kraus sind neben! Zahlreichen humanitären und sozialen Einrichtungen die Mönatsblätter Bnai*Brith News zu nennen1, eine Ordenszeitung, die von den geistigen Bestrebungen innerhalb des amerikanischen Distrikts ein lobenswertes Zeugnis gibt, un 1 die Bnai-Bfitb Hillef-Foundätion, eine Stiftung zur Förderung jüdischen Lebejjs unter der amerikam sehen I 'iasko < ie die verkehr und einmal, darob befragt, rat: »Ich kenne sie in der Wallstreet, ifth Avenue.« in — 186 Jugend, di[ in systematischer Weise die reifere Jugend auf Schulen und Hochschulen erfaßt und z j Spo t, Unterricht, Religiosität und 3eseliigkeit vereint. Ejne auf die amerikanischen Verhältnisse z jgeschi littdne, äußerst wertvolle Institt tion inner» halb de1 F^illel-Bewegung ist die Aus rildupg der jüdische l Akademiker aller Berufe ztr jüdischen jL ehrern so daß sie später, wenn sie sich niedergelassen h^ben, in der Lage sind, in ihrer Ge» n einde an <Jer erzieherischen Ausbildung der Jugend, s :i es prakfisch, sei es als überwacherde Instanz, t< ilzune im^n. Die pJillel-Foundation bezweckt die Wieder^ e weckung jund Erstarkung des jüdischen Gefühls unter der Jugend und einen festeren Zusammen»« shluß deri jungen Juden auf der Basis jüdischen Gemein [efijhls. Es ist! ein charakteristisches und fir den Be» t[achter d^r Judenfrage höchst beme kenswertes und nahdenklich stimmendes Symptom, daß der Orden hui-Brith vor 75 Jahren gegründet wurde, i m die erwandernden Juden zu am» rikanisieren i nd daf er diese Tätigkeit auch heute noch unter cen letzthih zugewanderten Juden fortse tzt, auf der Gegenseite aber, wenn die Juden »amerikanisiert« sind, w eder darauf ausgeht, sie zu »j jdaisieren«, cie in ihnen durch den Amerikanisie ungsprozeß geschwächten jüdischen Werte und Wesenheiten stärjkeif — ein Paradoxon, das sio aus dem der amerikanischen Emanzipat Juden, ähnlich wie in Deutsdi fand, zwar vor de n 3esetz, aber nicht vor der Menschen g leichbei editigt hat, so daß die Juden in Amerika trotz :11er papierenen Gleichheitsve Sicherungen g esellsd afilich genau so vom Gros des Volkes bgekapselt sind, wie in Deutschland. Bezeichnend hierfür st die seinerzeit viel kommentierte Tatsache, c faß Ro jsc velt als Präsident seine jüc ischen Mit arbeiter zwar zu den offiziellen EnJpf: ngen, aber unter! LOCO Gästen keinen einzigen Juden zur Hodize tstpfel seiner Tochter eingeladen hatte, oder ler Sat:: Rockefel lers, der mit den jüdisc len Finanz großen zwar geschäftlich, aber nicht gesellschaftlich geantwortet aber nicht der Ai s jrid T: t ^eistun' on erklärt. dieser Situation heraus sin 1 Gedanke der Hillel-Foundation als die neueste des amerikanischen Bnai»Brith geboren.

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