Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 183 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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' f - gegen,1 in der Gerechtigkeit und Liebe die ordnend den Prinzipien sind. Der Staat ist nicht, wie voi den Kathedern gelehrt wurde, Selbstzweck, sondern Instru« ment Gottes zur Verwirklichung der Gerechtigkeit und imma> nenten Sittlichkeit. Diesen Zwecken hat auch die Wirt* schaft zu dienen. Produktion und Konsumtion ist nicht Privatsäche, sondern Sache-der Sittlichkeit und der Menschheit. Staat und Wirtschaft haben keinen Bestand, wenn sie nicht diesen Zwecken dienen. Politik ist ihm nichts anderes, als . angewandte Ethik. Lieber» all betont er den Primat der ethischen gegenü er der Macht — und der ästhetischen Kultur, wie seine Hauptforderung Versittlichung des Lebens war. All dies ist aber urjüdisches Geistesgüi,. Erneueren g der von den Propheten, in-die Seele der Menschheit gepflanzten Sehnsucht nach dem Reiche •! 3ottes und seiner Gerechtigkeit, Mit dieser Lehre war: sein1 L in Einklang. Stets hatte er Gott vor A’ügen und setzte sich ununterbrochen mpt ihm auseinander. Br. w; Leben ein Johann Br. Max R o t h s di Walt lier Rathen au-Log-e, M.-Glad$adi. Reü< \fon 1 d I, Berlin in Dankbarkeit lehrt unsere heilige Religion Wort und Beispiel. Dankbarkeit gebot uns, bei Gründung der ich dr Bundesloge in Pforzheim, der Heimat Reuchlins, Jj für den Gedanken zu erörtern, der neuen Loge den .15211 Namen. Reuchlins zi( geben. Das zeigte sich als j Leber unmöglich, da die seit Jahren am Platze bestehende Freimaurerloge sich schon nach Reuchlin nannte Nun griff die Großloge die Idee auf lind benannte im Jahre 1922, dem 400. Todesjahr des großen Gelehrten und edlen Menschen, die n »u gegründete Loge in Schwedt a. O. »R e u ch I i fr* Loge«. Reuchlin wurde im Jahre 1455 in Pforzheim geboren. Schon mit 141/» Jahren besuchte er die Universität Freiburg, sammelte Wissen ih europäischen Städten und wirkte mit 26( Jahren als Anwalt in Tübingen. — Bald wird er Berttcjr der Fürsten, begleitet sie auf ihren politischen Reisen, wird Anwalt des Dominikanerordens für ganz Deutschland, erhält die Würde eines Pfdz-j grafen, das Amt eines Bundesrichters ln Württtm* berg, arbeitet und strebt ohne Rast, bleibt det .AI tief religiöser Mensch, allerdings ohne bestimmt«-, dog matische Bindung.. U id ein selten demütiger j Mens h war er. Er beugte, gerne sein Haupt unter das ihi n | vön seinem Gotte bereitete Schick-* sal. Man nehme all es j nur lern: die jüngste Geschichte des Judentums verfügt über keinen besseren Namen als den seinen. i hlin. c früher Pforzheim). ’ - “ * bescheidenste Mensch trotz aller Ehren und Ruhmes, setzt jSich die Worte: Die Währheit] allen bete als Gott — zum Wahlspruch. Er kämpfte cie Wahrheit und litt für sie . am 22. Juni endete sein arbeits», erfolg- und sorg« nreiches diei 183 “T erstaunliche Zahl von 23 Auflagen In Orleans verfaßte er eine griechische primmatik. an Ein deutscher Dichter sangr Reuchlin zum Ewigen ging; vom Tode gerufen, Deutsches, herrliches Land, ward djr ein' Auge geraubt« V' Jllrich von Hutten hatte im Jahre I5jl7 Reudlin geschrieben: . . »Wc so gelebt, stirbt nicht. Du bist seilst unter Deiner Nachwelt gewesen.« Gqethe widmet ihm die Worte: * Reuchlin, wer will sich ihm vergleichen, Zu seiner Zeit ein Wunderzeichen.« Von Reuchlins Werken seien mir eilige angefijl ri: m Jahre 1474 <19 jährig) schrieb er eine late rische Grammatik, die innerhalb 30-Jahren erlebte. f ♦