Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 184 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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Einige Jahre später erschien seine berühmte Schrift üb1 er die hebräische Sprach!e: »Vom wundertätigen Wort«, im Jahre 1506 das Werkchen : »An fa-n g s g r ü n d e d£r hebräischen Sprache.« Seinem N^ahlspruch gemäß scheute er sich nicht, die Ergebnisse' seines Versehens seinen Mitmenschen zu übermitteln, selbst wenn seine Worte ejer damals herrschenden Geistesrichtung des dunkelsten Mittelalters unangenehm und gefährlich sein mußten, und so wurde er ein Pionier der Aufklärung, ein Vorläufer der Morgenröte, die die finstere Nachf des Mittelalters verdrängte. Was Retjichlin aber im besonderen für das Judentum leistete, das soll hier durch einige seiher eigenen Worte und solche seiner Zeitgenossen dokumentiert werden. Im Vorwort zu seiner Schrift »Vom wundertätigen- Wort« heißt es: j »D ie Spra.che der Hebräer Ist einfach, unverdorben, kurz' und fest, in welcher Gott, mit den Menschen und die Menschen mit den Engeln unmittelbar und ohne Dolmetsch von Angesicht zu Angesicht verkehren, wie ' ein Freund mit dem andern zu sprechen pflegt.« Ueberhaupt betrachtete Reuchlin seine Forschung über das bfäische i— er war der erste deutsche hafte Gelehrtie,- 3er dafür Interesse zeigte,! — als seihe Lebensaufgabe. Er schrieb: »Denn $o!t ich leben, so muß die hebräische Sprache herfür mit Gottes Hilfe,- sterb ich danni so hab ich doch einen Anfang gemacht, der nicht Licht zergehen wird.« Bald waij. er durch sein Studium in der Lage, die Bibel im Urtext zu verstehen und dann fand er den Mut zu den Worten: »Unser© f lateinische Bibel <Vulgata) liest so, aber d i e h e^b r ä i s ch e Wahrheit lautet anders . . j. . . ich weiß nicht, was unsere Uebersetzer geträumt haben, was sie ,schwatzpn.« Man muß sich das Auftreten Reuchlins in biner spielten. Die Fügung Gottes, der unser i Vätern zu illen zweiten in Tagen der Bedrängt is einen Helfer sandte, wollte es, daß Reuchlin in einen Strei vernickelt! wurde, den sogen. Je denstreit, 1509 —151<J. In diesen Streit setzte er sein Gut und j eine Cjesundheit ein, um für Recht urd Wahn* heit ::u känipfen . . . und zu siegen. Den war so: Die Dprhinikaner Deutschlands waren neidisch auf c en Erfjolg ihrer Ordensbrüder in Sp< nien und andem südlichen Ländern und beabsichtigten, auch in unserm Vaterlande ähnliche Dinge zu in>zenieren. Sie verlangtenzuvörderst, daß die tal nudischen Schriften -deir Juden verbrannt werden sol ten, und schon wareb 1500 hebräische Handschriften gesammelt, um d|en Feuertod zu sterben. Vc rher aber mußte noch; auf Verlangen eines gerechter Kirchenfürsten ein Gutadten über den Werj dieser Schriften eingeholt werden. C as Urteil zweier Universitäten lautete vernichtend. Reue llin aber wagte es festzustellen,;daß die rabbinischen Schriften unentbehrlich für die Erklärung der Bibel und die wissenschaftli ch.en Schriften der Juden . denen ihrer diristli dien Kol? legen gleichwertig seien. Den Talmud — so ipricht er; offen — kenne er :war nicht, was aber auch sich« r von den Gegnern desselben, gesagt werden kcntle/ man thüsse da ejrst reiflich prüfen! Er schloß sbin Gutachten also} »M artsollt edenjudenkeit eswegs Schriften nehmen oderverbren ihre n e n , Uni h e b r en vielmehr an jeder de t e r s|i t ä t z w e i Professo ä i s c h e n Sprache aqstel che allenfallk auch das Rabbinische zu lehren hätten/ dann könnten die Juden auf sanftem Wege durch ihre Ueberzieugung zum Christentum beke irt werden, ie jjuden sind Mitbür Q römi gen i B e n Zeit vorstellen, ln der das Judentum verachtet war und die Juden selbst die traurige Rolle von Parias punkt — 184 schjen deutschen Reic tßep Rechrund Schutz er des 1 e s, und de s s e I feie dürfen nicht als Ketzer angesehen Werden, daj sie keine Christen sind « Der rtun entfachte Streit, in dessen Mittel« rtungr Reuchlin stand, zieht den Kaiser und i t s c h e n en ‘der wel« I