Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 180 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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Israel Hildesjhfeimer, den die ungarischen »Orthodoxen« wegen seiner Bildungsfreund ichkeit verdammten, die »Geologen« als Xeuromantiker verspotteten, fanjd er den verehrten Führer und das Vorbild seirjef Lebensarbeit. Aber gerade in der Stellung zu jd^r Idee der Einheit des Judentums trennte er s[ch von seinem Lehrer. Nicht der Austritt aus d$r | Gemeinde, sondern nötigenfalls die Schaffung djeij erforderlichen Einrichtungenjfür die gejetzestreufert Minderheiten innerhalb der Gemeinden erjscpien ihm als efsrrebensweries .ziel. Und als sifhj die Frankfurter Gemeinde bereit erklärte, solche | Einrichtungen ins Leben zu rufen, leistete er cjeit Berufung in ihr Rabbinar Folge — rotz der Bedenken des verehrten Lehrers, trotz der schärfen Angriffe aus dem Kreise des »JsräeÜt« wie aus dem Lager idfr äußersten Reform. Ohne, irgendwie in den Broschüfen.- und Zei«_ tungss’rert einjzügreifen, führte er den Xachyeis für die Richwar dicht die Mechanisierung, sondert die Oiganisic rung der Wohltätigkeit/ der soziale Sinn soljte. jedei einzelnen in der Weise durcbzii her crip der Leienssfrom jedes Organ. Jüdisches F and wejrk fördern — nicht nur durch den Beitrag zun H^ndwerkcrverein, sondern durch Beschäftigung jüdischer Gewerbetreibender, der Jugend dienen nich nur durch Gründung eines Vereins, sondern dur h le bep digen A rat eil an ihremErgehen,die Sittlichkeit st rkei nicht nur durch Bekämpfung des Mädchenhandels, son defn vor allem durch strengste Selbstzucht, das u arej die Aufga>en, für die er ständig, warb und für lerer Erfüllung hm natürlich die Loge die Möglichkei bot Gewi L’’das .Beste und Schönste, was M treu- Horovitz seiner Zeit dei ftirtnicht tigkeit seiner dem gen er blühende Einrichtun* schnfl eine für Ansdiäuung, in. — Synagogen, Religionsschulen, Vortragsyer- Jung und Alt, Wöhlfahrtsaffstalten —, an welchen die Anhänger beider Richtungen ihre Freude haben durften. So bewies er durch dee |Tat,- daß strengstes Festhalten an allen ■ Grundsätzen mit Verständnis für die Bedürfnisse. der' Gesamtiett, mit Friedfertigkeit und Weither zigkeit vereinbar ist, und schuf so den Boden, j. auf welchem} unsere Logenarbeit sich aufbaut.j Zu den;Idealen, deren Pflege er der. gemein-; samen Arbeit) überantwortete, gehörten nicht nur. wie’ bei'Horovitzf wissenschaftlicher Bedeutung selbst-, verständlich, die geistigen, sondern auch die sozialen.| Auch hier versuchte er. den Forderungen des alte Judentums in den Formen der neuen Zeit zu ent sprechen. < Er sah ein, daß das alte System de: Gebens von Hand zu Hand nicht 'ausreichte, umj die sozialen Aufgaben zu lösen: Schulen zu gründen] den Wänderbeael zu bekämpfen, die Auswanderung zu organisieren. Aber er sah auch die Gefahren) einer entseeüenden Wohlfahrtspflege, die den Geber nur zum Vereinsmitglied macht und ihn um dert inneren Anteil an der sozialen Leistung bringt. Seitj Brüdern der alten Fran Loge gegeben hat, geht ein in eine Darstellung; der objektiven Ziele seines Wirkens. Wenn er — dimals der einzige der Loge mgehörende Rabbiner Fran tfurts — durch die Reihen der E rüder schritt und ganz unwilll ürlich alles sich erhob, dann erlebte jeder eine Ehrfurcht vor edlem auf jüdischem Geistes >oden erwachsenem Mensche ntum, die ihn notwendig der Logenidealen entgegenreife n ließ. JLInd wenn Horovitz dann das Wort ergri F, wie unwiderstehlich war der Zauber dieser Li tbenswprdigkejt, die njemals leere Höflichkeit war, s< indem gerade djann, wenn er widersprach, aus ti tfstem \^erständjiis für das Gute in der Gesinnurg und den Absichten des Gegners floß. »Soviel Sd önheit ist unter gegangen!« möchte man mit dem M drasch atisrufen.J Das Persönlichste und Eigenartigste des Mannes, j der sich stets an das Beste im Mc nschen wandte t|nd es eben dadurch zur Entfaltung I rächte, ist mit ihjm zu Grabe getragen. Aber in de Loge, die seineji Namen auf ihr Banner geschrieben hat, möge seip Bild fortleben als das eines Mann js,1 der nicht nur) längst, vor der Gründung unseres Ju’ndes der »unsichtbaren Loge« angehört hat uid' die Grundlagen des sichtbaren Logenbaues lege 1 half, sondern,. was noch mehr bedeutet, durch sei le Persönlichkeit das Vorbild eines echten »Soht es' des Bundes« (gegeben hat. Nfarcusj Horovitz-Loge, Frankfurt a. M. 180 I - I