Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 179 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6727475-6029128-6074658--0935-4867601- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Er folgte daher gern 1854 der Berufung an' das jüdisch-theologische Seminar als Lehrer für den Unterricht in den klassischen Sprachen und den Realien in der Unterabteilung. Sein Arbeitsfeld' erweiterte sich bedeutend. Zacharias Frankel, der* sein Talent! für das Predigen und; für praktische Theologie entdeckte, übertrug ihm das Predigtamt in der Seminar-Synagoge sowie die Vorlesungen über Homiletik und die Leitung der homiletischen Uebungen. Wenige Jahre später übernahm er dann den Unterricht in der systematischen Religionsphilosophie und in -der Geschichte dieser Disziplin. Zehn Jahre später, im Januer 1864, wurde der Dozent am jüdisch-theologischen Seminar in Breslau zum Rabbiner der Synagogengemeinde Breslau bestellt. Obwohl Manuel Joel nie ein Schönredner im rhetorischen Sirine gewesen ist, zwang er doch durch den Inhalt des Gesagten alle Hörer in seinen Bann. Aber neben dieser weithin nach außen sicht-; baren Tätigkeit als Kanzelredner steht, nicht minder, hoch zu veranschlagen, sein stilles Wirken. Drohtel doch durch das aggressive Vorgehen Abraham Geigers] und die : Haltung Tiktins die Gemeinde in zwe Lager zir zerfallen. Da war es Manuel Joel, der; durch die Güte seines Herzens unc die Vornehm heit seiner Gesinnung als Vermittler mit Erfolg wirken konnte. Güte war ein Wesenszug an ihm/ kein Bittsteller hervorragender brauchte un-< gehört von seiner Schwelle zu gehen, für. ie len hatte er Rat und Trost. Neben seiner scelsorgerischen Tätigkeit fan< er noch Zeit, sich philosophischen Fragen zuZuweui in, Man kann geradezu sagen, daß er in der Splnc caforschung bahnbrechend gewirkt hat. <Zur Genesis der Lehre Spinozas*. Neben seinen »Beiträgen zur Geschichte der P lilosophie« ist das bedeuten Iste I Werk »Blicke in die Religion ige» , schichte des zweiten nachchristi1 liehen Jahrhunderts«. Wenn nan das Für und WiderderKritiken der damaligen Zeit liest,, so er- - mißt man, wieviel Siaub'.d eses Werk, .das auch, heute icch J gelegentlich zitiert wird, auf-, gewirbelt hat. ' ' -; Aber auch den Fraget des - tätigen Lebens stand M« nuel . Joel nicht teilnahmslos-gegenüber Wo das Judentum angegriffen wufde,' da stan d erf in seiner vornehm-sachlichen Att zur Abwehr b :reitJ »Gurachten über den Talmud«, »Gegen Gilde^ meisrer«, »Offener Brief an Heinrich v. Treitsihke« sind Marksteine dieser Tätigkeit. , i So steht-das Bild dieses Mannes in-knapper^ Zügen vor uns. Gehörte er auch nur ‘kürze dem Orden an, so war doch sein ganzes I ein einziges Handeln nach dem Grundsatz: W.Ef.u.E. Als jer am 3. November 1890 zur ewigen Ruhe getrajgen wurde, war es ein Trauertag« für die ganz? Stadt Breslau. ■ ' Manuel Joel-Lose, Breslau,. . ■ ' - . i z^eir , eben Marcus Horovitz. Br. I s ä a c l i*e Von i n e ni a Es ist die Aufgabe unseres Ordens, Israeliten zu vereinigen zur Pflege der höchsten Ideal der Menschheit. Der Glaube an die Ein he Israels und an die Verpflichtung, unsere einheitlich c Kraft an die Verwirklichung höchster M e n s ch - heitsideale zu setzen, bildet die Grundlage unserer Logenarbeit. Und zu den Männern, die diesen Grund legen halfen, gehört in erster Reihe Br. Rabbiner Marcus Horovitz. ] die t war i n, Breslau. > ■ * ' I ■ In das ungarische Städtchen, in w.etchefn :r uirt Vlitte des vorigen Jahrhunderts geboren wurde, en die schweren inneren Kämpfe der intan> ionszeit ihre Schatten. Die Reformer heften die Tradition, die Üeberlieferung; itfeuen oderne Bildung. Damals erschien dem J ingling Israelit«, der die alte Thora in der Sprache neuen Zeit verteidigte, als’s der Befreier Und Wegweiser aus schwerem Konflikte. Und .in 179 -l