Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 178 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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ken und machte zu seinem Lebensgrundsatze, all: .Menschen ml Freundlichkeit zu empfangen <Sprüch: der Väter I, 15). Nachdem er 24 Jahre das Rab r bineramt 'in Märkisch*Friedland bekleidet hatte, i wurde er im Jahre 1815 nach Posen als Oberlan - j desrabbiner, berufen, wo er 23 Jahre in iiberautr! segensreicher i Weise ' seines "Amtes gewaltet hatj ’ Als im Jahr 1831 die Cholera in Posen ausbracht organisierte >:r eine großartige Hilfsaktion, die ihih die Bewimd^-ung des damaligen Oberpräsidenten 1 Floftwell und eine schmeichelhafte Kabinettsorder des Königs Friedrich Wilhelm HI. eintrug. Sein^ ausgedehnte seelso^gerische Tätigkeit, die über der Sorge für dife Seele nicht vergaß, die körperlicher Nöte zu lin lern, hinderte ihn nicht^ seine unterrichtliche Tätigkeit aufs gewissenhafteste auszuüben .Seine zahlreichen-Schüler können sich nicht erinnern, daß er je ei len Lehrvortrag hätte ausfallen lassen,) ' weif-er mit; anderen Amtsobliegenheiten beschäftigij war. Eine große Schar angesehener Rabbiner ist aus seiner S'hule heryprgegangen. Seine Autorität in talmudisdi-rabbinischen Fragen war so bedeutend,, daß in Stre tfäilen seine Anschauung maßgebend war. Anfragen aus aller Welt wurden an ihn ge-H richtet, und seine Korrespondenz war von so ge=| waltiger Ausdehnung, daß sie ihn zu erdrücken1 drohte. Die persönliche Wertschätzung, die be» geisterte Li :be seiner Gemeinde zeigte sich in stärkster 4 eise. Von seiner edlen Menscdihkc. wfssert sei ne Zeitgenossen die rührendsten Züg, zu eizähhn. Sein Wesenstrahlte eine eine <Jbafa( 30, <ens henliebe aus, daß selbst die Sage seit Lebci verkläte. Es -gab in der Gemeinde Posen wob kein L aus, in welchem nicht das Bild dieses Vater*? seiner Gemeinde« zu finden war. Durch Oelge mjäldej dur h Stickereien, durch Handmalereie l suchte ie Züge.seines Antlitzes festzuhalten Mau der biblischen Satz buchstäblfch erfüllen. Augen sollen auf Deinen Lehrer schauen. 20.) solch I Rabbi! Akiba Eger erhielt von "seinen Zeitgenossen deh Titel eines »Gaon«. Eine größere Ejhrenbezeugung konnte die Welt ihm nicht erteilen. iit diesen! Titel reihte sie ihn an die großer Lehrer r Diaspcjrä, die im 9. — 1L Jahrhundert ir Baby* lien die geistigen Führer der Judenheit waren. Als n ach dem verlorenen Kriege die 1 ’osener tmeinder sich entvölkerten, als die Posener Logen v^m deutsc hen Distrikt abgetrennt, und zum T eil, wie die Eger»L >ge, sich auflösen mußten, habfcn : ich die nach Berit i versprengten Mitglieder der 1 ösener Lbgen in I der Akiba=Eger»Loge wiederge unden. L|er teure jName ist ein Programm für Menschen» litbe, Selbstverantwortung und Charaktergrc ße. kiha Eg Manuel (JoeL Br M ä n u e Von I J o|e 1 , Breslau Manuel . Joel ist am 19. Oktober 1826 in Birnbaum in Posen geboren. Frühzeitig kam er nach Schwerin, wo sein Vater, Heymann Joel, als Rabbiner amtierte. Ljlnter. der Leitung seines Vaters erwarb er sich bis Izum 18. Lebensjahre gründliche und gediegene Kenntnisse auf dem Gebiete der biblischen, talmudischeti "Und räbbinischen Literatur. Daneben wurdö er van -tüchtigen Lehrern in den Gymnasial* ■fächern unterrichtet,' so daß er irt die Sekunda des Kgl. Friedr ch».WilheItt)»Gymnasiums in Posen ein» treten konnte. Nachdem'er die Reifeprüfung glänzend bestanden -hatte, wandte er sich dem klassischen Studium, zu. 1848 ließ er sich an der Universität Berlin immatrikulieren, Trendelehburg, Boetkh, Curtius waren seine Lehrer. cr-Loge, Berlin. Wählend seiner Universitätszeit arbeiiete er ejfrig an »einer theologischen und jüdisch»« issen si^iaftlichen Fortbildung weiter, wobei er von Michael Shchs unc Leopold Zunz manche Anregutg und Förderung -erhielt. Im Jahre T852 machte Skaatsexar ten füj das höhere Schulfach und ( rwarb dje unbesc bränkte facultas docendi Tür alle F lassen ejnes Gymnasiums. Bald darauf, im Jahre pfomovieri eeranderUniversität Halle miteingr Schrift über Atisi otele’s. Schon während seines Sjtdiums fiel er dur h seinen Fleiß und scharfen Versta id auf. 1 Urspi ünglich hatte er die Absicht, siic i pjidagogisijhen . Beruf zuzuwenden. Aber! ebenso wie die rein wissenschaftliche Laufbahn, w aren ihm als Juden in der damaligen Zejii völlig vorschlössen. dem dieser 178