Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 174 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6727475-6029128-6074658--0930-4867596- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
sozialen un Zwischer sittlichen Mißstände auf, noch man sich beviußt, daß man durch die Beschäftigung mit der Polif k, den Kriegsrüstungen, Bündnissen, Verhandlünge t, Kriegen, den eignen Staat unterwühlte und .Imit unerbittlicher Notwendigkeit das Ende herbeifihrte. 1 “ den gewalttätigen Adligen und war der götzendieneri« dien Masse des Volkes Stander Propheten au vielleicht aller sich ebenfalls Zeiten, der die •feit, die Höhe der Kultur ihrer bekämpft von Gegnern, ■’ropheten nannten und politische Ziele verfolgten, gehaßt vom Volke wie von den Vor nehmen, getrageh und gestützt nur von einer düi nen Schicht ihrer-Anhänger und Schüler, die ihnen begeistert folgte t. Allerdings war diese kleine Sdtar der auserwäh te Teil des Volkes, auf dem sich die künftige Nation auf baute. Nicht im Inhalt seiner Reden unterscheidet (sich Jeremia wesen lieh von den anderen Propheten Isriels und Judas. Gleich ihnen fordert er von Kön gen und Großen Gerechtigkeit und Selbstzucht, wirft ihnen vor, ei iß sie sich Luxusbauten errichtet in den Zeiten de r Nor, daß sie die Armen bedrüc ten und ohne En^jelt arbeiten lassen, daß sie bestechlich sind, wUhern und^ morden, daß sie in der höchsten Bedritngnis die Sklaven freilassen, und sie wortbrüchig siifort^ danach wieder knechten. Und wenn ihm nun die Massen zujubeln wollen, dinn schleudert er! auch ihnen ihre Sünden ins Gesicht, ihren Wankelmut,'ihren Götzendienst, ihren falscien Patriotismus. fEr droht den Untergang des Startes an und erst-später verheißt er* die Gnade Got es, die Rückkehr «[er Juden in ihr Land, die Bekehrt mg der Völker zu G9tr. In seinen religiösen Anschauungen ven Gott als dem Richter des. Weite Hs, dessen Dienst; im Gehorsam gegen seine sittlidien Gebote besteht, ist .er der Nachfolger-eines Jesaja und Arnos. «»eine Reden, klar und eindringl ch, erheben sich ni [r zuweilen zum Schwung dichterischer Größe. Was'sie einzigartig macht, ist die Persönlichkeit, die inj mer-wieder aus den Worten hervorleuchtet, un<J die ungeheure Tragik seines Schicksals. i Gegen seinen Willen, nur der ihn zwingencen inneren Stimme folgend, ist er zum Propheten geworden,. »Es war in meinem Innern wie ein oderndes Feuer enthalten ln meinen Gebeinen, ich mühte midi ab, es auszuhalten und vermochte e nicht.« Nui ist er zum Gespött geworden. »Wel. mir, meine Mutier, daß du midi geboren ein Mam> des Sfeits und Zanks für alle Welt« Er sitzt nicht mit d:n Lustigen zusammen, er nimmt kein Weib und gründet keine Familie. E sieht das Ungin k he qannahen, und seine Stirn ne ist zu schwac v es zu hindern. Mitten im Kri :ge predigt er nicht Widerstand, sondern Unterwerfung. Den in fer 1er V erbannung Schmachtenden, lie da um ihrer Fückkeir willen intrigieren, schreibt er: Bleibt in euier neuen Heimat! Empörung iber diesen unpatr otisch :n Propheten, diesen Defaitisten! Die Volksgut wendet sich gegen ihn. Mai verbietet ihm, ö fentlici zu reden, man droht, ihn zu ermorden. Man zieht ihn vor Gericht und beantragt lie Todesstrafe jegen ihn, man wirft ihn irts Gefängnis — und trotzdem glaubt man an ihn, fürchtet iht, will von ihm F eilsboi schaft. Welch dramatische Szene, wie der letzte König Judas ihn heimlich aus dem Gefängnis zu sici kommen läßt, um ihn um Rat zu fragen! Und c ann dt s Ende, der Zusammenbruch die Zerstörun? der Hauptstadt. Er selbst gegei Willen von den Feinden in Freiheit ges letzter, wiederum vergeblichen Bemühurg* nigstei is die 1 ’tzten Reste der Bevölkerung zu ha ten, damit die Heimat nicht ohne eine Leute der Nachbarn wird. Man auf iln, majn nimmt ihn mit nach Seitd seinem Tode J e re ii ia -Lc - 174 — cdi Aegjyi die se Ibstgevfählte: Verbannung. Trotz schlag : seiner Wirksamkeit erhebt er n seine Stimme , eifert gegen den Götzen unbelehrbaren Volkes, um als Ausklaig seiner von Weibern zu hören: Im Leben sarbeit der Monothe ismus hat uns ins Unglüd auf hörten, der Himmelsk$i haben wir Mangel, hat uns S aufj jerieben. Mit diesem Mißk nicht das Buch, sondern Ej war seiner Zeit zu sehr vo wissen wir nichts. Seine zu se nen Lebzeiten von ihm selbdt wurden, sind zum Teil erhalten vereinigt mit historischen Berichten■ aus Sie b Iden d; is Buch Jeremia, des zweiten Propheten. ge, Stolp. n seinen itzt. Seine en, wein Lande lewohner, iQrt nicht pten, in ler Fehleinmal ienst des diwi d i$ Gegenteil, gestürzt, nigin zu ert un ing endet Leben laus. Von eiden, die gesara- , feblieben, Zeit, »großen« se mer