Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 165 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Wille, det ideale Zwecke verwirklicht, beherrscht nach Spinoza das Weltgeschehen, sondern eine mechanische, mathematische Notwendigkeit bestimmt alles Sein. Das messianisdhe Ideal als Ziel} der Menschheitsgeschichte, dieser höchste Gedanke des Judentums, findet daher im System der spinozistisdien Philosophie ebensowenig Platz, wie die sozialethi« sehen Lehren der Bibel. Spinozas Gott ist nicht, wie der biblische, ein Gott der Geschichte, und auch die Betrachtung der Menschheit darf nicht geschichtlich sein. Nur eine flüchtige Erscheinungsform der einen Substanz ist der Mensch, und es kommt ihm keine höhere Bedeutung zu, als irgend einem anderen endlichen Wesen. * Diese wenigen Andeutungen genügen bereits um den ganzen Abstand zwischen dem spinozistisdien und dem jüdischen Denken sichtbar zu machen. So wenig aber Spinoza mit seiner Weltanschauung auf. dem Boden des Judentums steht, so zeigt doch seine Persönlichkeit unverkennbar die idealen Züge des jüdischen Wesens. Er ist von allen Denkern der Neuzeit am tiefsten von religiösen Motiven bestimmt. Das Dasein Gottes ist ihm nicht ein Problem, zu dessen Lösung logische Untersuchung erforderlich wäre, sondern Gott ist ihm der selbstverständliche Grund aller Wirk-' lichkeir, das einzige Wesen, das volle Realität besitzt.! Wenn die Bibel neben dem einen GotHzwar keinen; anderen duldet, aber die Welt neben ihm bestehen; läßt, ist für Spinoza Gott die einzige substantielle: Realität, der gegenüber alle endlichen Wesen den' Substanzcharakter verlieren. Gjptt ist ihm allesj und neben Gott ist nichts vorhanden. Der Mono [heismus des Judentums hat hier seine extremste Fc |rmulierung gefunden, so wenig dif beiden Gotte ^Vorstellungen inhaltlich sich decken/ Mit der Glut religiösen. Empfindens ver findet sich bei Spinoza jener elementare Erkenntni ftrieb, der für jüdisches Wesen bezeichnend’ ist. Sein religiöses Fühlen schwel« nicht in unklaren Bildern, soncrern er ruht nicht, bis er für seine religiöse Welterkenntni die klarste und bestimmtest! aller Formen, die mathem itisdie Ableitung gefunden hat. Klarheit des Denkens ist ihm Auf« gäbe des {menschlichen Ltbens, und mit jhr verschwinde n von selbst alle Leidensc laften, che uns ian die;yergi igliche Welt' fesseln und zum Sklaven j unserer "'•Bej ierden machen.! Die. Erk nrltnis Lottes, jaus der "not rendig die Liebe zu Gott entsteht] bildet daru n das höchste Ziel menschlichen Str^bens.1 - . / Für den gläubigen Judpn isf das S:udium der neiligen Schriften höchstes Gebot. / >inoza forsdjt in der Welt, um Gott zu erkennen Das Ziel Ist für beide dasselbe. Diese Hingebing an ein ideales Lebensziel hat Spinoza flicht nur; gelehrt, sondern in selbstgewählter Zurückgezogen!! fit und Armut verwirklicht. Der religiöse Idealismus des Judentums, seine souveräne Freiheit det Welt enüber, seine zu jedem Opfer "bereite '^ottesiind in Spinoza in einer für alle Zeit erl Ebenen verkörpert. ' * j . ozarLoge, Berlin: .... Hardenberg. Von Br. Martin Salomonsk;i, Berlin Die Hardenberg-Loge in Frankfurt a. O. hat nigs bei ihrer Gründung im Jahre 1914, kurz vor dem Kriege, sich entschlossen, dem freisinnigen Ministet und von Hardenberg ein ehrendes Denkmal zu setzen! über Es sei nie vergessen, daß er nach vieler] zog, Versuchen den Widerstand des preußischen Kö* 165 <früher Frankfurt a. O.) Friedrich Wilhelm III. gegen:! die sätzl che Besserstellung der Juden gebrochen hat, daß der König am 11. M^rz 1812 da st Edikt die bürgerlichen Verhältnisse •det1 Jud;n voll* indem diese den Christen ‘in Abg ibert, Militärpflicht, Ehesachen, grund- Freiz igigkeit,' Hane ei und