Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 159 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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t I cntum wegen seiner zahlreichen Gesetz z, *-i und gewann sie zu Anhängern der^Lelire, durch ge scheinbare Nachgiebigkeit und runige Sadist / Kollegen feindeten ihn an, und er besiegte durch Liebenswürdigkeit! So hat Hillei das te Seelenideal des demütigen Weisen des jüdicn Gelehrten geschaffen, das hundert I ihre, später der Friedenspartei der Schule Hillejs das siegehe Rom um die Frucht seines Sieg«,t len Unter» ig -des Judentums, brachte, und das, bis zu den igen Steinschneiders und David Hoffmanns nicht -•gestorben ist. Es ist ein anderes Ideal dis der euergeist der altisraelitischen Propheten oder der omme Eifer der Priester. Es ist eine Njeuaufige der Demut Moses und ein Abglanz des von iesem zuerst verkündeten Gottes der Menschenliebe, der Sündenvergebung und der Treue bis ins tausendste Geschlecht, vergeistigt allerdings 1 durch das Ideal der »Weisheit«. Aus der Verbindung all dieser Gemüt» und Geist-Elemente ist schließlich die Formulierung des Inbegriffes der jüdischen Religion erwachsen, die Hillel gegeben hat, indem er sagt: ■>Alles übrige ist Weg zum Ziel und Anwendung, — der ^igent liehe Sinn der Thora aber ist: Was dir nicht!/lieb, tu anderen nicht« — d. h. etwas Praktisches (ntchi eint Glaubenslehre), etwas Ethisches <nicht Kultisches), lu. z. ein Tun am Mitmenschen (nicht eir Verhalten gegen Gott oder für sidr selbst), das die Gerechtigkeit <das Prinzip: Gleich für Gleich) rriii der Güte <wie wir sie ja auch von anderen qptif haben), verbindet. Mit diesem Ausspruch ist Hille der Vater der religiösen Ethik überhaupt geworden H i It'c I - L o g e, Hildeshclm Hsyiiiann SteihthaL Br. iS. Von Samuel, Essen. Aus der Ferne gesehen, war Heymanij Stein rhal die Verkörperung des deutschen Professors der guten, alten Zeit. In jungen Jahren schor voll! gründlicher Kenntnisse, Anwärter auf einen Lehrstuhl der klassischen Philologie, wird er frühzeitig akademischer Lehrer. Aber bald ward sein Forscherdrang von den höchstentwickelten zu den entlegensten, primitivsten Sprachen geführt, er, dringt in Pariser Studienjahren auch in diese ein und ruht nicht eher, als bis er von hier aus zu den letzten Fragen alles Wissens gelangt und Antwort auf die dunklen Rätsel der Sphinx fordert und findet. In der eigentlichen Zunft, zumal in der Reichshauptstadt, begegnet ihm ein enger Kreis mit Anerkennung, ja Bewunderung, d rr größere mit Befremden, ja Uebel wollen. Weder ordentlicher Lehr. Stuhl für sein neu kreiertes Fach: »Allge Sprachwissenschaft,« wird ihn zj Berufung in die Berliner Akademie der schäften/ eine schwedische, die von Upsala, me ine :.ifteil, noch Wissenhohe das Vcrsäümnis nach. Auch sonst kein lauter, weithin sichtbarer Erfolg, aber stets verstärktes Wirken in die Tiefe bei den wenigen, von denen manche, Wie Tröfessor Glogau in Kiel, in ihm den Meister ehrten Und doch zuletzt eirle äner' kannte Autorität der deutschen Wissenschaft und schon darum auch seiner Glaubensgenossen > schalt kostbar,. Für diese abe r kamen hinzu der Charakter des Weisen und die Begeisterung des Juden. ' i Steinthal, war ausgegan» gen von Wilhelm,Von Humboldt,blieb verbündet mk.seinen Schwager Moritz Lazarus, tri t dem er, an zweiter Stelle ieief » nend, aber an erster arbeiten-1, die 19 Bände der Zeitschrift fi r Völkerpsychologie und Spraci - Wissenschaft -herausgab/ er bereitete den Weg 2u Wilhelm Wundt und seiner Schule. Er kam von der Sprachforschung. Sprache'ist rh n eine aus der Redckraft hervorgehende,> bestimm e Geisteskraft. Da sie unter allen Aeüßerurigen, < n welchen Geist und Charakter erkennbar sind, an 159