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Der Orden Bne Briss · 1925-10-01 · Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925) · p. Seite 151

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 151 (sequence 23)
Language
German
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Die Da bergs Voh Br. Isak Holser, Worris. Mit 'dem Namen Dalberg, den die Wormser : .oge zu ihrem Patron erwählt hat, ist ein Stüde vcchselvoller, leidens», aber auch ruhmreicher Ge« 'fhidite der jüdisdien Gemeinde Worms wieder lebendig geworden. Dieser Name gilt einem ganzen großen und vornehmen Rittergeschlechte, das Jahrhunderte lang in Worms blühte und schon in der ältesten Zeit das wichtige Amt des bischöflichen Kämmerers verwaltete. I Die Kämmerer waren in! der alten Zeit, als der Bischof die Herrschaft über j die Stadt ausübte, die Stellvertreter des Bischpfs I in seinen Beziehungen zur Stadt. Sie verwalteten j die bischöflichen Einkünfte und hatten auch richterliche Befugnisse. Ihrer Fürsorge waren auch die Juden unterstellt. Nur durch sie konnten diese vor das bischöfliche Gericht geladen werden, in dem sie den Vorsitz führten und Recht sprachen- Afs Beschützer der Juden stellten sie ihnen bei Hochzeits- und Leichenfeiern ihre Diener, die dem Zug zur Synagoge bezw. auf den Friedhof vorangingen und ihn vor Belästigung des Pöbels sicherten. Freilich mußte diese Vergünstigung bezahlt werden. Aber solange sie wirksamen Schutz erfuhren, werden die Juden die Gebühr nicht drückend empfunden haben. Doch ös wechselten die Zeiten. Unter den vielen Dalbergern waren auch solche, die es mit dem Schutz nicht zu genau nahmen, dafür aper um so; genauer mit der Erhebung der Gebühre® So erfahren wir aus Schriftstücken, die noch heute im Archiv der jüdischen Gemeinde zu Worms verwahrt werden, daß der jüdische Vorstand bald über den mangelhaften Schutz, bald über das Betragen und Auftreten der Dalberg'schen Diener bei ihren Herten Klage führte. Aber von diesen unerfreulichen Einzelfällen abgesehen, mußten sich doch in diesem viele Jahrhunderte währenden Verhältnis zwischen den Juden in Worms und der Familie Dalberg rein menschliche enge und innige Beziehungen entwickelt haben, die über die rechtlicher und amtlichen hinausgingen. Nur so mag die Entstehung jener sagenhaften Ueberlieferung zu er* klären sein, die der gelehrte Wormser Schamme:; Juspa im 17. Jahrhundert in seinem.»Miasse sim«-Bucjie verewigt hat. Dieser züfoge so Dalberg im frühen Mittelalter, junger Zeit derj Kreuzzüge, einst in Jerusabr zwecks Erlernung der arabischen Sprache \ feilte, erkrankt 1 und auf der Straße zusammi mgebr ochen sein. Da ihm seine Mittel ausgeganj;enwaren,- nahm sijh keiner seiner an, und er wäre elend Wege! und il in In seine umgekommen, wenn nicht ein Jude, der seit Sorgfalt von sidj erzählte getan hätte. * * Nis» ein etwaä Zur m, \co' er zufäll g des dahergekommen‘‘war, sich seiier ei barmt in Schutz und Pflege genommen hätte.- m Hause wurde er mit größer Lieb» und gepflegt, so daß er schließlid genas und erem Tode gerettet wurde. Heimgekehrt er seinem Vateo was ein J tde ao ihm und wie er dijbsem sein Leben zu vercanken Vater und Sohn wurden die wä m$ten Freunlde der Juden und bestimmten, daß r jemals' ein Dalljierg den Juden die von einemf der lirigen empfangene Wohltat vergessen . dürfte. Damals wäre der Brauch entstanden, daß* jedem jü lischen Hodueits- und Leicjhenzuge in Worms*2 Daberger* Diener zum Schutze beigegeben würdejir^i id seit jener j Zeit seien die Dalbergs Freunde ü td Beschützer! der Juden geworden ' un# ste s, geblieben. i ■ Aber auch die Juden in Worms haben Treue um T rette geübt, haben ihren einstigen Best tützern .und Dankbarkeit bewahrt. . Sölbst radicjem o?e Geschlecht, auch in seinen letzter Ver- , längst dahingegangen und jvielfa h dem n nis des Volkes entschwunden ist, lebt'- im* dankbaren Herzen der Wormser Juden der große noch. Es ist, als hätten wir hier, rot uns jnliewußte, aber sichtliche Naqiwirkt ng des Wormser Sittenlehrers aus dem 1 >. Jahr- Rabbi Jehuda Hachasskfs, der ih seinem sittliche en, die der Frommen« lehrt: »Es isL eine auch solche Wohltaten zu Vergel nicht uns selbst, sondern unseren Vprwanpten erwiesen I worden sind.«^ Da»l berg-Loge, Worms. » 151 -|

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