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Der Orden Bne Briss · 1925-10-01 · Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925) · p. Seite 150

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 150 (sequence 22)
Language
German
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1 Staatsdienste tätig, gab aber 1795 den Staatsdienst lipien auf, um sich ganz naturwissenschaftlichen Forschunjgs* reisen zu widmen. Nach kleineren Exkursionen in Oberitalien, der Schweiz)-Salzburg und in den /Ostalpen begab er . sich 1797 nach Paris und jron ■ hier 1798 m. Begleitung des Botanikers Bonpland nach Madrid, 'wo er die .Erlaubnis zur Bereisung des spanischen Amerika erhielt. 1799 traten die beiden Gelehrten die, Reise: über den Ozean 'am , landeten in Teneriffa, bestiegen dort den Pik hmd landeten dann. in. Amerika. Hier durchforschten sie Venezuela und das Gebiet des Orinoko, «an Iren sich, dann nach Kuba,) darauf an die Westküste von Südamerika, endlich nach Mexiko. Auf allen diesen Reisen stellte Hiimboldt -tiefgründige .physikalische^ botanische, zoologische,geologische und geographische Forschungen an. Nach 5jähriger Abwesenheit kehrjen die beiden Reisegefährten, irfl Jahre 1804 nach Europa zurück. Nach kurzem Aufenthalt in Paris begab sich Humbo dt 1805 nach Berlin, wandte si h aber schon 1807 wieder nach Paris zurück; und .. nahm hier; mit kurzen Unterbrechungen, für die nächsten 22 Jahre Aufenthalt. Die riesigen Er* gebnisse seiner Wissenschaft*» ’ liehen Forschungen während der Reise . nach Amerika, dre er bald zu "veröffent* liehen begann, erregten in allen Kreisen die größte Bewunderung und machten Humboldt in Paris! zum , Mittelpunkte eines ausgedehnten Gelehrtenktjeises. 1827 kehrte er nach Berlin zurück und hielt hier an der Universität nnd in der Singakademie) seine Aufsehen erregenden Vorlesungen über physikalische Geographie. Aus diesen Vorlesungen entstand Humboldts berühmtestes Werk, der »Kosmosi, das eine einzigartige- Enzyklopädie des gesamten damaligen Wissens von der Natur bildete. I 1829 unternahm Humboldt im Aufträge des russischen Kaisers eine Expedition nach dem Ural und Altai, nach .China und dem kaspischen Meere. Zprikk« gekehrt, übernahm er mehrfach politische Aufträge des preußischen Hofes, die ihn u. a. mehrmals nach Paris führten. Sein ständiger Aufenthalt j blieb jedoch fortan Berlin, wo er in nahen Beziehungen zum preußischen Hofe blieb, seinen Wissenschaft- Hum Studien lebte und in einem ausjedeh; eisen Briefwochsei mit den wissenschaftlichen K ganzen Welt stand. i Humboldt war der erste Naturwissmsdia seiner Zeit. Seine i Forschungen haben auf verschiedensten Gebieten zu bedeutsamen ^esulta geführi. Er war der. Begründer der klima ologisci n u id phistischen Geographie, der Physik des 1 feeres i. I d;r Pflanzengeographie. Geologie und Astronom 2}oolooie, Botanik,und Mineralogie haber durch, ii \x(ie durch kaum einen anderen Forsch« r vor i, Bjereid erung erfahren. Er begnügte lieh jed, . n cht c amit, die einzelnen Wissenschaft' n zu c forschen, sondern sein Streben war darai f gerichu a js der Gesamtheit des Einzelwissens ein u nfassendt Zeitbild formend zu gestalten. Von dies zm Streben gibt am besten da; erwähnte Werk Humboldts »Der Kosmos« Kunde, das < ine einzig artige wissenschaftli hg Leistung darstellt, in fast sä| itliche Kultursprachen übersetzt worden , ist und zur Verbrei tung naturwissenschaftlichen I )enkens und Wissens in den weitesten Kreisen außerorde ltlich beige tragen hat. Humboldt, eir Mensch von, wahrhafrhumanisti schemGeiste und humaner Gesinnung, war einer der eifrigsten Befürworter und Vorkämpfer' dir bürgerlichen Emanzipation der Juder in Preußen. Währznd seiner Berliner Zeit verkehrte er viel in d£n Berliner Salons und stand in eigen freundschaftlichen Beziehungen zu David Friedländer, wie eij überhaupt an den wissenschaftlichen und künstlerischen Bestrebungen der Berliner Juc en am An« fainge des 19. Jahrhunderts regsten Anteil nahm. Fpr cie Poesie der Bibel und für di« Dichtungen Silotro Gabirols sowie Moses ibn Esras fand er in seinem »Kosmos« Worte tiefster I ewunderutfg und i Anerkennung, I Sein Bruder Wilhelm von Humboldt, in seinem Interesse für das Geistesleben der B;rliner Juden ihm :ng verwandt, hat als preußischer Kultusminister auf die Gestaltung der Erna: izipation der Juden in Preußen entscheidenden Ipinfluß aus« ggübt — 150 — boldt-Loge, Neiße.

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