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Der Orden Bne Briss · 1925-10-01 · Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925) · p. Seite 146

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 146 (sequence 18)
Language
German
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Reaktionär, keijn Finsterling , und somit auch eitj Gegner antisemitischer Verhetzung. Ihn umstrahlte „der kriegerische[ Erfolg und der Nimbus humaner, ntoderner Gesinnung. Er war eine Gestalt wohl vermögend diel Herzen, die- Verehrung,' die Hin4 gäbe des deutschen Bürgertums unserer Tage zu gewinnen,- und er.hatte sie gewonnen. •Und als dann eine furchtbare, tückische Krank , . . *1 heit diese sympathische Gestalt in das Grab stieße nach schwersteiji, langen Leiden/ nachdem er un^ mittelbar den Thron bestiegen hatte,- als ihm Krankheit und Todjede Möglichkeit nahm, sich! als Herrscher Ffreuftens und Deutscher Kaiser aus«! zuwirken, glückbringend, eine neue Zeit emporführend, da würde er in der Phantasie des deutschen Volkes und der welt verklärt zu einer jener Idealgestalten, die ein neues Zeitalter der Humanität und 4es Fortschritts hätte gestalten] können, und die unerbittlich.'der Tod vor jeder Schaffen^möglichkeit in das schweigsame Gefängnis des Grabes stürzte. 1 Sein Leben gab Kaiser Friedrich nicht 'die Möglichkeit in bleibenden Taten sich als Herrscher auszjuwirken. Sein Bild, das aufj die’ Nachwelt T gekommen ist,-) erschaffen aus der Volksphantasie,j zeigt ihn als strahlenden Helden im Kriege und als Herrscher im' Frieden, der ein Zeitalter des Fortschritts, dtr Humanität des deutschen kulturellen Aufstiegs zwar nicht heraufführte, aber versprach,’ es heraufzuführen, bis ein grausamer Tod dieses Dpsein vernichtete. Amicus Plato, sed magis amica veriras. Kann die -Nachwelt mit einiger Sicherheit folgern, welche Wirkungen eine längere Regierungszeit Kaiser Friedrichs für Deutschland und für Europa gehallt hätte? Nur tastend, nur annäherungsweise kann der Versuch gewagt werden, die Umrisse einer Periode aufzuweisen, die nie* mals zur Wirlklichkeit geworden ist.' Die besten, Kenner der Persönlichkeit Kaiser Friedrichs nennen ihn liebenswürdig, gütig, modern, vorurteilslos, aber doch auch stolz und in seinem königlichen Stolz leichtverletzt und dann hochfa irend. So che Eigenschaften sind von große Bedeutung fiiy den j Verkehr des Mensch:n tr. dem Menschen und so auch für einen Monarchen gewiß von Gewicht, aber doch nicht füi sein- H nrscherfähij [keiten von entscheidender Bedi :utung Entscheidend für die Wirksamkeit eines‘Moi larche in unseren modernen Tagen ist seine Bejabujng Menschen richtig zu beurteilen, und damit Sei, Spürsinn, die geeigneten Menschen für die ihnen en [sprechende t Aufgäben ausfindig zu machen. Kaiser F riedrich soll kein Mensdienkenr er gewesen sein. Der Umfang seiner eigenen. p< sitiven Kenntnisse galt nicht) als groß. Seine Arbeitskraft so 1 in den U ngen Jahren seiner unfreiwilligen, jerzwungenen Muße zu/ .Zeit Wilhelms I. und vor allem Bismarcks; der ihn vor jeder Ernsteren Betätigung fe nhielt, langsam verdorrt sein tjmd seine geistige Bean agung pwang ihn nicht, in die Tiefe zu dringen und Iroll riginalität und Sei bstän igkeit politische Prc »bleme nzupacken und in seinem Geist zur Lösung zu bringen, Er war ohne enge Vorurteile,- er war dem mo lernen durch Vermi g< lernt hatte für energisch |46 Leben, wie er es vor tlung seiner Frau in England tennen nicht verschlossen/ aber er galt weder noch für zähe. Und war ohne nachhaltigste Energie und ohne nachhaltigste Zä ligkeit jene preußish-deutsche Welt umzugestaltei, die zweifellos große staatliche Tugenden bärgv uid die doch ohne tiefgehende innere Erneuerung unter Wilhelm II. dann trostlos zushmmenbradi ui d zu sammenbredien mußte? Unsere Loge, die den Flamen K; iser Friedrich führt, ist überstrahlt von seinem Idealbilc, und dieses Idealbild ist , helleuchtend. Aber» w|re in cr< ei tem länge ^diesem Idea Vermutung d;is n i-c h t werden, der C rdensregel Kaiser Ff ren Leben als Herrsche der Kaiser bild nahegekommen? Cie vorsichtige der unparteiischsten Beurieilung nimmt an. Udd auch das muß äusgesp ochen n die Wahrhaftigkeit gehört zu u i. edrich-Loge, Bremen allem iseren

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