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Der Orden Bne Briss · 1925-10-01 · Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925) · p. Seite 144

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 144 (sequence 16)
Language
German
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Carl Friedrich Großherlzog von Baden. Von Br- Julius Elle.nboge Afs Markgraf Carl Wilhelm von Baden-Durladi am l'2. Mai 17311 Itarb, war fein Enkel und Nach, folger, Erbprinz Carl Friedrich, noch nicht 10 Jajhre alt. Mit der Vol endung feines 18. Lebensjahres trai der junge furft c ie' Telbltändige Regierung des kleiner Ländchens mit n nd 90000 Einwohnern an. Im Jahre 1771 fiel ihm djrch Erbvertrag die Markgraflcjhafi Baden-Baden zu. Der Reichsdeputationshauptbckiiluf v. J. 1803 brachte neben der Kurwürde einen weireren Gebietszuwachs, insbefondere die rechtsrheinilche Pfalz mit Mannheim und Heidelberg, Und der Friede vor Preßburg den Br< isgau mit Freiburg und die Ortenau Im Jahre 1806 nahm Carl Friedrich-den Titel eines Großherzogs von Bf den an. Bei feinem Tode <1). Juni 1811) hatte das'Land in wesentlichen den heutigen Hin fang mit falt einer Million Einwohnern. ‘Diese rein äußerliche Dar« Itellung der Eutltehung des Großherzogtums Baden weilt zugleich auf dte Lebensarbeit ,des Fürlten. hin, dem es dank leinen ungewöhnlich hervorragenden Gab;n gelungen ilt, aus einem willkürlich und ohne Rückficht auf hlltorifche und ethnologijche Zusammenhänge zufammenge* würfelten Landerkomplex ein wohlgeordnetes ' Staatsgebilde mit multergükigen Einrichtungen zii thaffen. Es kann wohl keinem' Zweifel unterliegen, da/} es in erlter Linie politilche und dynaltilche Gründd waren, die das Idaus Baden vor der Mediatisierung bewahrten. Abtr ebenfo/icher ilt, daß die Woftel mit denen von d£r Reichsdeputation zu Regensburg der Länderzuw tchs an Carl Friedrich begründe} wurde, »ä caus» de ses vertus« mehr als eine höf-l . liehe Redensart waren. Denn er hätte feine treffJ liehe Regierungs kunft durch fäft zwei Menfchenalter hindurch bewief :n. Dje.Kleinheit des urfprünglichei} Stammlandes war ihm hierbei im Anfang zugute gekommen. Es war ihm gelungen, mit der Hinter IalTenfchafr der Kriege, die feit dem 17. Jahrhundenin den Ländern am Rhein falt nie aufgehört hatten , Karlsruhe^ wer den, als te für — 144 - grün dlich aufzuiüumen, die Finanzen des Stä ites in Ordnung zu bringen, durch Bekämpfung des Räuber und Bandenunvefens unddurch Anlegung von f fraßet die Sicherheit djs Verkehrs herzulteljen und Handel und Gewerbe :u heben. Er reformierte den Zivil und Strafprozeß <Ablchaffung der Folter 176'’>, hob die LeibeigenrdLT.ft und die Belchränkung dei Frei« zügi];keit auf <1783). Er brachte die Univerfität Heidelberg zu neuer Blüte, forgte auch für das bis ier arg vern ichläffigte f chulwefen auf den Dörfern. Hi trdurcjh und durch feinen V erkehr mit den hervorrag indlten Geil esgrößen f< tinerZeit war er weit über dieG renzen feines Landes hinaus lekanpt geworden, fo daß die ihm verliehene Auszeichnung auch Vor der Mitwelt gered tfertigt erfchien. Die Verlchn elzung der einzelnen Gebietste le, die Ausgleichung der red fliehen Verlchiedenheiten untei ihnen und die Einführung eines einheitlichen Rechts und ein er einheitlichen Verwaltung e rfolgte durch feine Heben (onltitutionsedikte, auf deren al gemeinen Inhalt einz jgehgn hier der Raum fehlt. — SJe muffen aber infoweit e "wähnt die badilche Judenheit von befenderer Bedeutung waren.! Die rechtliche Stellung der Juden in den b< difchen Gebietsteilen war im großen und ganzen cliefelbe wie im übrigen Deutlchland, d. h. fie waren theoos, während im einzelnen ihre S tellung je nach der Gefinnung des Landesherm und dem Einfluß, den fi h die Vermöglicheren unter ihnen er« weibenkonnten, befleroderlehlechterwar. Beze ebnend J. 1763 angeordnet wurde, c aß bei Vo kszählungen die Juden »beim wirklichen ürfund des Volkes einj etrageri werden«. Bis dahin hai te man fie alfo nicht einmal als einen Bevölkerungsteil angefc hen. Einzelne Verteuerungen, auch in der lechtislagi:, waren de i Edikten fchon vorausgeganger. Nun des 1. Edikts den Grundfaiz auf: »Je 1er Menlch, wes Glaubens er fei, kann die I ürgerfecite genießet!, fo lange er keine Grundfälze bie-

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