Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 135 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6727475-6029128-6074658--0891-4867557- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
.inem Epigramm auf Voltaire-<NoJ 17) für den uden Hirsch, wie es übrigens auch in »Nathan«, ter doch für sämtliche geoffenbarten Religionen ge« dirieben wurde, an Vorbehalten nicht fehlt. Und waren etwa die Juden die einzigen, deren ,iih der erste deutsche freie Schriftsteller annahm, . der war nicht gerade das sein hei vorstechender .’harakterzug, daß er abgesehen von den zahlreichen Rettung^twr sefn ganzes Leben hindurch schonungs« los gegen Unterdrückung "und Machtmißbrauch an« .ämpfte, wo er sie fand: in der Willkür der *>, im Dünkel des zünf-! ürsten <»Emilia Galo tigen. Gelehrtentums rie ir wie in der Engherzigkeit der Theologen (literarische und theologische Streit- Schriften) — war er der große Befreier in geistgen D ngen/ so erhob er seine machtvolle Stimme un - bekümmert um die etwaigen Folgen für ihn selbst — Aergemis hin, Aergemis her. — j »Einem ehrlichen Manne ist nifht genug, di: Wahrheit entdeckt zu haben, er tritt auch offenbar auf ihre Seite.« Und in diesem gerechten Kampf« Wirde er nicht müds trotz der Kette von Entt ius’ihungen und Entbehrungen, die ihm das Leben auferlegte. Freilich fe tlten dem früh zur Berühmtheit Gelangten auth wahie Triumphe nicht — so insbesondere bei der Auffjif rüng »seiner Emilia« in Wien 77$ —, al«~ ihm die Rufe »Viva Lessing« brausenc entgegen« tö iten ur d ihm Hof, Adel und Bürg' :rtuiri Hui« dij'unged« r wiesen, wie sie einem deutschen Gelehrten ncdi nie 1 «reitet worden waren. Doch‘bald sollte di : Szene zu Ende sein — er erlebt : noch ein kt ftes E teglück, um dann einsam, v« rattert und sie ch im; Alter von 52 Jahren zu sterbe n. j Unsere Eirenschild gegenüber seinem Ander ken zu erfüllen, dür iten keine Stätten geeigneter sein als unsere Lessings Bild erscheint i nir immer verkörperte Bruder! arjd v^on er a n c eren Seite/ mögen wir $ e fdsthalten, auf daß i uch unsere^Tempel von wahr em Lessing» lt bleiben, g«ist erfü ssin Lo^c, Breslau. Moses Mendelssohn. Von Br. I s i d o r W a 11 Wenn eine Persönlichkeit geeignet patron einer Loge zu werden, $o Mendelssohn gewesen/ denn es dürfte nicht viele Menschen gegeben haben, die durch ihr Wesen und Wirken so den Geist und die Ideale des Ordens verkörpert haben, wie die schlichte Gestalt dieses »Dessauer Weltweisen«, der sich in gleicher Weise als Jude, als Deutscher wie als Mensch unsterbliche Verdienste er« worben hat. Die Bedeutung Mendels* sohns für das Judentum besteht darin, daß er die Schranke gebrochen, die den jüdischen e r, Dps^iu. innen jd£s Menschen» und Bürge Weht ver« war, Namens» ist es Moses spiatfen und sie zu guten Deutschen machen, nicht zwar so, daß;r (sie von ihrem eigenen jücischeft’Boden loslöste, vielmehr dadurch, daß er durch treffliche Uebersetzung und Erklärung bil lischer Schriften das Weseptli he delfihnen fremd gewordene i Lehrinhaltes des Judentums in refOstet Form ihnen zum Verständnis brachte und sie so von Innen .heraus bildend und bef reiend in das deutsche Geistesleben einführte. Und daj u war er besonders geeignet/ I denn .er selbst hatte , De itschtum ‘ und Judentum in seiner Person Geist von der nicht jüdischen We^t trennte und harmonisch vereint, t^nd er verband treust^ Anbänginsbesondere den deutschen Jud»n den Weg lichkeit und Hingabe an das übejrkonmene Judenöffnete, auf dem sie profane Kenntnisse und tim mit heißer Liebe zu deutsde- Kultur und allgemeine Bildung erlangen konnten. Er‘wollte Sprache, die er meisterlidi beherrscht.: 135