Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 5 - Mai (5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 81 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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worden.' In einer Zeit tiefgehender Gegensätze im Judentum mahne uns dieser Name wieder an seine Einheit. Man müsse die Kultur der Umwelt anerkennen unddie jüdische Kultur mit ihr in Einklang bringen, was aber nie zur Auflösung der Einheit des Judentums führen dürfe. Der Name Frankel sei so eine Mahnung zur Sammlung aller derer, die der Ewigkeitswerte des Judentums sich be-, wußt sind. Wir müssen es uns zur Pflicht" machen, immer in seinem Sinne zu arbeiten, zu jüdischen Menschen zu werden, denen die eigene Oeschichte nicht tot ist und die die innere Verbundenheit mit dem deutschen Volke dankbar | anerkennen. Hebräische Universität, Rabbiner- Bildungs-Anstalten und Logen müßten Zentren jüdischen Lebens ■ werden, sie bedeuten alle Rückkehr zu den Grundfesten des Judentums. Von diesen Grundfesten aus müssen wir zu allen Fragen des jüdischen Lebens Stellung nehmen. Frankels Religion, der sozialen Tat werde hoffentlich nicht im eigenen Bruderkteise zu üben sein, vielmehr außerhalb desselben. Die Loge werde ihr Augenmerk notleidenden jüdischen Instituten zuwenden und diese nachl Kräften zu fördern »suchen. Ihre Kleinheit entspringe nicht etwa einem Geiste überheblicher Exklusivität, sondern dem Wunsche nach Solidarität. In kleinem Kreise wolle man in wahrer Achtung vor jeder jüdischen Ueberzeügung zusammen arbeiten. Die Solidarität solle aber auch, auf den Kreis der Schwestern ausgedehnt werden, soweit es nur irgend im Rahmen der Gesetze des Ordens möglich sei. Es sei ein Versuch intensiver gemeinsamer Arbeit der Geschlechter im Orden. Redner dankt hierauf allen, die der Loge ihre Glückwünsche ausgesprochen haben, insbesondere spricht er seinen Dank den drei Breslauer Logen aus, die die Vorarbeiten so eifrig gefördert und die Gründung durch Beurlaubung so vieler Brüder] erst ermöglicht haben. Reicher Beifall der Schwestern und Brüder lohnt auch diesi Ausführungeil. Br. Vizegro$präsident Stein konstatiert den tiefgehenden Eindruck, <jin diese Rede des w. Präsidenten auf alle geinacht habe, die auch beweise, daß man den geeigneten Mann zur Leftung der neuen Loge berufen habe. Diese werde ihre eigne Note haben nicht nur in jüdischer Beziehung, sondern auch in der geistigen Intimität, die die Auslese eines enggezogenen Kreises errp Loge zu den das ewige Li Hohe und Schlußgesan sei der Tag drucksvolle i :ht gliche. So berechtige die neue höchsten Erwartungen. Möge sie der Begeisterung für alles Edle, irhäbene. entzünden. - Mit einem' des Br. Lippmann :, »Dir, Herr, eweiht«, schloß die überaus einier. - ’; '* Aus der Festrede des Vizegrobpräsidenten Br. Maximilian Stein. Der dei zeitige Aufenthalt des - Br. f Oroß-. Präsidenten l)r. Baecx in Amerika zur Teilnahme an der Sitzung der Konstitutions-Großloge, die erfreuliche Ijatsache, daß am heutigen Tage gleichzeitig Je eine neue Loge ln Breslau und in Aachen nstalliert wird, nachdem wir vor wenigen Wojhejn erst dje neue Loge in Aschaffenburg in Bayern errichteten, dokumentiert und symbolisiert wie unser Orden Nord und Süd und Ost und West umfaßt, und wie er, Länder und Erdteile urpspannend, voh sich/sagen darf, daß in seineyn Bereiche die Sojine nicht untergeht. ‘ - V T Und dcch empfinden wir gerade über die Begründung der 4. Loge in Breslau eine ganz besondere Freude und Genugtuung. Beweist sie doch, wie sehr in dauerndenvfortschreitendem Siegeszuge cie Ordensidee sich hier durchsetzt, welch günstigen fruchtbaren Boden die altehr- . würdige Gemeinde Breslau dem .Orden bietet, und wie zielbewußt und" erfolgreich die Werbe1 kraft und die Pionierarbeit der drei älteren Breslauer Logen sich im Dienste des Ordens am hiesigen Plalze auswirkt. Von der Begründung der J^essing-Ldge über die Heinrich Graetz-Loge und Manuel Joel-Loge zur Zacharjiis Frankel-Loge führt «ine stolze sieghafte. Entwicklung. Lassen Sie mich zunächst ihren einzelnen Etappen ein einleitendes Wort widmen. j Sie haben die erste Arbeitsstätte am hiesigen Plslz auf den Namen Lessings geweiht. Sie hältsn damals an kein tieferes, sinnigeres Symbol die erhabenen Gedanken 'anknüpfen können, die in unserem Orden, um mit Lessirig zu Sprecher! zur »Erziehung des Menschengeschlechtes« hinleiten. Sie'hätten kernen treffenderen Hinweis auf. die Toleranzgedanken, die uns im Orpen beseelen, wählen können, als die f i 8t