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Der Orden Bne Briss · 1925-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1925) · p. Seite 67

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 67 (sequence 19)
Language
German
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IM. um sich auf diese Weise gegen Uebewnteilungen durch die Beamten zu schützen. Die einzigen Kaufleute im Reiche -der Karolirgerj waren die Juden nicht, aber sie treten am neisten hervor und scheinen den Handel beherrtch^ zu haben. Neben dem Handel befaßfen sicjh die Juden auch mit der Landwirtschaft] Aus einer Mitteilung des Erzbischofs von hjarbonne aus den Jahren 768 — 772 wissen wir, daß sie dort Weinberge und Aecker besaßen, die sie von Christen bestellen ließen. Im Jahre 839 bestätigte Ludwig der Fromme einem Juden Gaudiocus seine von seinen Vorfahren ererbten Güter samt Weinbergen, Wiesen, Weiden und Mahlen. Die rechtliche Lage der Juden Zeit beleuchten besonders diel ihneh wie dem Frommen verlieht nen Nafch diesen Privilegien stehen 4>e Schutze des Königs. Wer sie Buße von zehn ihren Tod anstiftet, hat die hohe Pfund Oold an den Kaiser zu zahlen. Sie besitzen Grundeigentum, auch Sklaven, die ohne ihre Zustimmung zu taufen vefbot|en ist. Sie dürfen fremde Sklaven kaufen, aber: nur innerhalb des Landes verkaufen. Es i£t ihnen erlaubt, äußer an Sonn- und. Festtagen] Christen mit ihren Arbeiten zu beschäftigen] Die Schutzbriefe befreien sie "von Zöllen und Verkehrsabgaben und gewähren ihnen die Freiheit, nach ihrem eigenen Gesetz zu leben. Bei einem Rechtsstreit zwischen Juden und Christen hat der christliche Kläger den Wahrheitsbeweis mit drei Christen und drei Juden zu führerj, umgekehrt erfolgt die Ueberführung ides j christlichen Oegners mit christlichen Zeugenj Vom Gottesurteil durch Feuer und Wasser1, das manim Mittelalter anwandte, um die lUiischuld zu beweisen, sind die Juden befreit. Ueber die Leistungen der Juden an den Kaiser ^hd nur gesagt, daß sie dem Kaiser treu dienen ] sollen, was so viel bedeutet wie Geld zahlen.] Ip einem für nichtjüdische Kaufleute ausgesteljtenj Schutzbrief, der betont, daß diese Kaufleute ^benso treu dienen, d. h. ebenso viel zahlen solllen, wie. die Juden, wird gesagt, daß die Kaufleiute jährlich einen Teil ihres Geschäftsgewinnes 4n die Kammer des Königs abzuliefern hätten. ' Ihrer Bedeutung für den;Haindel und ihren finanziellen Leistungen hatten die Juden günstige rechtliche Stellung zu verdanken. ihre Die ihnen verbrieften Rechte waren keineswegs leere Worte. in unserer von Lud1 Schutzbriefe, uden unter tötet oder Ludwig der Fromme duldete auch keine Verletzung ihrer Rechte.' Als Erzbischof Agobard von Lyon die heidnischen SklaVen der Juden gegen den Willen der Herren zu taufen suchte, den Christen predigte, keinen Wein und kein Fleisch von den Juden zu kaufen, und nicht bei ihnen zu dienen, wies der Kaiser den Grafen von Lyon an, die Juden zu .schützen. Auch der Judenmeister erschien in Lyon u/id trat kraftvoll für die Juden ein, er drohte dem Erzbischof sogar mit dem Einschreiten der kaiserlichen Sendboten. - Der wirtschaftlichen Bedeutung der Juden entsprach auch ihre gehobene soziale Stellung. Von dem Juden Isaak, der die Gesandtschaft Kaiser Karls begleitete, haben wir bereits erzählt, wir erfahren auch von jüdische Zolleinnehmern. .Großen Ansehens erfreuten sich die Juden am Hofe Ludwigs. Prinzessinnen und die Frauen der Hofbeamten beschenkten die jüdischen Frauen mit Kleidern. Wegen großer Vertrautheit und beständigen Zusammenwohnens mit den Juden feierten, wie manche Christen mit ihnen den Sabbat, arbeiteten am Sorntag und hielten nicht die Pasten. Es herrschte zwischen Juden und Christen .ein ungezwunger er Verkehr, und die Juden äußerten frei ihre Meir ung über das Christentum Angesehene Personen verlangten von Juden ihre Gebete und ihrrn Segen. Manche Christen fanden an den Predigten der Juden mehr Gefallen als an denen der Priester und hielten, den jüdjschen- Glauben für überzeugender. Das stärkste Beispiel einer Hinneigung zum Judentum'zeigte der Edelmann Bc do, ein Hofgeistlicher und Günstling Ludwig - 67 ■- des Frommen, der, jphne Zweifel unter dem Einflüsse der am kaiserlichen Hofe verkehrenden Juden, nach Spanjen ging und dorf zusammen mit seinem Neffen den jüdischen Glauben annnhm. Dort heiratete , er auch eine Jüdin. Wie 3odo selbst in seinen Briefe« versichert, wäre sein Uebertntt ausUeberzeugung wie auch aus Abtiejgung gegen das sittenlose .Treiben der Geistlichleit und das dogmatische Gezänke erfolgt. Die günstige Stellung der Juden war natürlich nicht nach dem Sinne der Kirche, die in dem Einfluß der Juden eine Gefahr für das Seelenheil der Gläubigen sah. Als unerbittlicher Steher

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