Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 3/4 - März/April (3.1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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hervor, über die uns zahlreiche Nachrichten erhalten sind. Im 3. Jahnzehnt des 9. Jahrhunderts, wo wir von ihrer Existenz zuerst erfahren, war sie bereits , sehr bedeutend, und es ist unzweifelhaft, daß ihr Ursprung bis zum Beginn dieses Jahrhunderts oder bis zum S. hinaufreicht. Die Sendboten Ludwigs des Frommen verlegten aus Rücksicht auf die Juden den Markt vom Sabbat auf einen anderen. Tag. Äußer in Lyon lebten die Juden auch in' einigen dieser Stadt benachbarten, uns dem Namen nach unbekannten Städten. Bei den*-'für' die Jud,en im Reiche der Karolinger günstigen Verhältnissen wäre es nicht zu viel, vorauszusetzen, daß sie außer in Nar bonne und Lyon_auch in den anderen Verkehrszentren dieses Reiches, sö z. B. in Arles, Marseille, Clermcnt und Orleans, lebten, in denen sie schon zur Zeit der Merowinger-bei einer weniger entwickelten Wirtschaft anzutreffen waren. Unter Karl dem' Großen hören wir zum erstenmal wieder von den Juden in Germanien Wir sind ihnen dort schon einmal, in den Jahren 323 und 331, begegnet, wir haben jedoch seit , dem ihre Spuren verloren. Jetzt finden wir si« nicht in Köln, sondern in .Aachen, wo Karl dei Große und Ludwig der ^Fromme mit Vorlieb« Hof hielten, die Größen deS Reiches mit ihren Vasallen um sich - versammelten und die Ge sandten aus den entferntesten Ländern empfingen. Der erste uns bekannte Jude in Aachen ist ein Jude Isaak, der-die Gesandtschaft Kaiser Karls an den Kalifen in Bagdad begleitete und 802 nach 5 JaJiren; nach dem Tode der beiden Gesandten, miyden Geschenken des Kalifen allein an den Hofj in Aachen zurückkehrte. Auch um 820 sowie! auch 828 werden Juden fh Aachen erwähn. Weitere Nachrichten'lassen den Aufenthalt vor Juden in_Mainz voräussetzen. Doch die Zahl der Juden im östlichen Frankenreich dürfte noci f r mit I der Ein (auf-, aus dem in! den s gering gewesen sejn, vom Bestehen einer Gemeinde fehlt jede Kunde. Der Hauptsitz der Juden zu -unserer Zeit war offenbar c(er Westen des Reiches. - Wie unter den Merowingern so beschäftigten sich auch die Judend£s Frankenreiches vornehmlich mit dem Handel. Jüdische Kaufleute werden in den zeitgenössischen Quellen mehrfach er- .wäbnt. Wenn der Jude ha-fk von Karl da2U ausersehen wird, eine Gesandtschaft an den Kn- Zoll und liftn zu begleiten, so muß er schon früher Hnndel najeh deni Orient getrieben haben, so daß den orientalischen Verhältnissen und mit arabische^ Sprache genügend vertraut war. späterer AjUtor erzählt von einem jüdischen mann, der zur Zeit Karl des Großen o : Palästina Kostbarkeiten brachte und mi Bischof von Mainz in geschäftlicher Beziehung stand. Auf Seehandel deutet auch die Erzählung des gleichen Autors von einem Schiff, das zur Zeit <arls vor einer Hafenstadt Südga liens erschien, und das manche für ein solches jüdischer Kaufleute hielten. Ueber weitausgejjhnte Handelsreisen jüdischer Kaufleute zu Wass e- und zu Land um 850 berichtet ein arabischer Schriftsteller. Diese Juden, die persisch, arabisch, romanisch, spanisch, slavisch und fränkisch sprachen, fuhren vom Lande der Franker nach Aegypten^ Indien, China und Konstantinop:l. Aus diesem Bericht erfahren wir auch näheres über die. Handelswaren. Aus dem Abendlande führten sie Sklaven, Seide, Pelz\raren und Schwerter aus, dagegen brachten sie aus dem Morgenlande Moschus, Aloe, Kampfer, Zimt urtd andere Erzeugnisse des Ostens. Sonst hören wir, daß;die Juden im Frankenlande mit 3old, Silber urtd Kostbarkeiten handelten. Von den! Juden in Lyon wissen wir, daß sie Wein in ausgedehnte!^ Maße an Christen verkauften, undj daß kaiserliche Räte zu ihren Kunden gehörten. Auch Flejsch, d. h. das rituell den Juden nicht erlaubte, {verkauften sie an Christen.' Ats einer V^rordnupg Lothars 1. von 832 ersehen wir daß •di$ Juden! ihre Waren nach den Versammlungen des Gerichtes und des Heeres, und wah'schein licji auch nadh anderen Versammlung ss schafften,; wo sich Gelegenheit zum Vejrkauf bo*. Ein wichtiger Gegenstand des jt dischen Handels waren die Sklaven. Der Sklave nhpndel hatte zu unserer Zeit überhaupt einegreße dennung.j In der Regel waren es heidnische Sklaven, die man außerhalb des Frankejnregches da? Fran cenreich nach Spanien brach Bei lavischen Gebieten kaufte durch eschulihrjem Feind Agobard werden die Juden digt, auef christliche Sklaven verkauft zi|i hkben Handels efen, von Hern, ier großen Bedeutung ihres liefen si :h die Juden in ihren Schutjzbr) offenbar g egen Abfindungssummen, Freiheit anderen Verkehrsabgaben zwsic 66