Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 3/4 - März/April (3.1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 65 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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sehen Werkes, daneben verfaf t<: t r die vielen. waren sie eben Wunder nehmen, sich an die Reden und Schriften, die heu« noch von so | zündender Kraft sind, als waren geschrieben. So kann es nicht daß der Ruf an ihn erging Spitze der Arbeiterbewegung ::u stellen. Er hoffte, daß es ihm gelingen w ürde, in kurzer Zeit eine gewaltige Massenorganisation ins Leben zu rufen. Er mußte das erfahren, was so viele Führerpersönlichkeiten im Laufe I der Zeiten erlebten: noch war die Masse für seinelOedanken nicht reif. Bekannt ist, daß er sogar j versuchte, Bismarck für seine Ideen zu ir teressieren und einen Augenblick darf man sich vorstellejn, welchen Ablauf die Weltgeschichte wohl genon|men hätte, wenn das Bündnis Bismarck-La^salle zustande gekommen wäre. Die Erkenntnis] daß die Dinge es nicht so schnell reifen würden hoffte, sie mögen in ihm einen Überdruß hervorgerufen haben. Haus seines Körpers von den Seiten an, kein Wunder, daß sammenbruch kommen mußtk eine seiner nicht würdige Frau ist er gefallen. Die Gräfin Hafzfeld, die derp ßefahrten viele Jahre über den Tod hinaus, einer anderen zuwenden wollte , wie; er es ergewisse^ Lebens- Er zündete das verschiedensten einem Zu- * Duell um zu Im trotzdem er sich die Treue gehalten hat1, führteden Leib Ferdinand Lassalles jm Ti.iumpfzuge durch Deutschland. Auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Breslau fand er die letzte Ruhestätte. Hier setzte ihm sein . Lehrer, der berühmte Philologe Böckh* die Grabschrift: Hier ruht was sterblich ist von Ferdinand Lassalle, dein Denker und Kämpfer. ■ Es erscheint uns kein Zufall, daß dje beiden großen Begründer des Sozialismus, Ferdinand. Lassalle und <ar! Marx, aus dem Judentum hervorgegangen sind. Versucht man ihnen gerecht' zu werden, oline daß man ihr Wetk parteimäßig . beurteilt, so war es bei beiden das uralte Jüdische Blut, das un> immer wieder den Satz ins Qe-; Idächtnis ruft: Denke daran, daß auch wir Knechte gewesen sind, im Lande Mizrajim. Es,ist kein Wunder, daß. wenn man durch die Jahrtausende hindurch'immer der bedrängte TeiF gewesen ist, daß man dann auch weiß, wie denen zu Mute ist, die nun die Unterdrückten sifid! Wenn wir heute auf unser Panier das Wohltuen geschrieben haben, so erstrebten auch diese Beiden nichts anderes! Ob der Weg, den sie eingeschlager, der richtige ist, darüber wird die Geschichte zu entscheiden haben,, wir als Juden dürfen immeriin stolz darauf sein, daß,Ferdinand Lassalle eine: der unseren ist. Die Juden Veran unter den Ka Von Dr. Tykocinski, Berlin _assung der Dajgobert ausfast anderthalb Seitdem die Juden auf Kirche im Jahre 629 vom Köhi gewiesen worden sind, vergehe Jahrhunderte, bis wir, unter günstigeren Verhältnissen, in den ersten Regierjungsjahren Karls des Großen im Frankehreich wieder von Juden hören. Unter Karl dem, Gioßen jund Ludwig dem Frommen wird in den l ais erlichen Erlassen und zeitgenössischen Quellen v elfa rh von Juden gesprochen, die sich im wirtschaftlichen und sozialen Leben stark bemerkbar machen. Besonders die Kirche beschäftigt ihnen.) I *) Siehe auch den Artikel »Die Merowingerin »Der Orden Bne Nr 15, S. 201 und die zugehörig« olingern»?) sich eifrig mit uden im Reiche der Briss« Dezember 19*4 Rpdakiionsbemerkung.' Eine grbße, angesehene jüdische Gemeinde* muß sich zur Zeit der Karolinger in der bereits unter den Römern für den. überseeischen Handel wichtigen hafenstadt Narbonne an der französischen Küste des Mittelmeeres befunden haben. Nach ihrer Ausweisung durch die Westgoien im Jahre 673 hiben sich die Juden wahrscheinlich unter den A aber’n, 720—759, wieder dort niedergelassen. Zu Anfang der' Regierung Karls des Großen, in den Jahren 768-^772, spricht ein Brief des Papstes von Grundbesitz der Juden jm Gebiet von Narbonne, das seit 759 zum Frankenreich gehört. Unter Ludwig dem Frommen tritt besonders In der bereits zur Zeit/it^er Römer wichtigen Handelsstadt Lyon an der Mündung der Saöne in die Rhöne die jüdische Gemeinde- - 65 —