Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 3/4 - März/April (3.1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 61 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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weil sie uns ein naturgetreues Bild des mittelalterlich-jüdischen Lebens geben.: So zeigt z. B. die schon erwähnte Handschrift* der. Baronin y. Rothschild sowie ein dem 15. Jahrhundert angehöriger Codex <jes British Museum (Add. 14 762) den Hausherrn mit der Kerze in der Hand beim Suchen des Oesäuerten am Vorabend zum Rüsttage des Pessachfestes. Besonders beliebtsind { folgende Darstellungen: Das Backen der Maz^oth, der Hausherr, den Becher zum Kiddusch]erhebend, und die Familie beim Sedermahl. Eine der ältesten Darstellungen dieser Art enthält eine in der Landesbibliothek zu Da rmStadt befindliche H i e r s e m a n n in L e i p z i g demnächst diesen wertvollen Codex in Faksimile-Nachbildung reproduzieren und somit dieses Erzeugnis mittelalterlich-jüdischen Kunstsinnes wetteren Kreisen zugänglich machen wird. Erwähnung verdienen auch die Jagd- Szenen, die wir in sehr vielen Handschriften und frühen Drucken der Haggadah finden. Dieses auf c|hr ist liehe Einflüsse zurückunter folgender Begründung in die fjlaggadah Eingang ein Sederabend mit Sabbathgehende Motiv hat als Hasenjagd gefunden. Wenn ausgang zusammentrifft, werden cfie Segensprüche Bild 5. •Fwnqjo-w Bild 5. ror r*w gpyqrrTr? TSMEThn?. ver WTB^ÖläwTtwtra'^inuo ’ höo.-na? 7JJJ5 Bild 6 Haggadah-Handschrift des d rutschen Ritus (Codex orientalis 8) (vergl. Bild 4). Diese mit .sehr wertvollen Miniaturen reich geschmückte Handschrift ist im Anfang des 14. Jahrh u n d e r t s von dem Sofer Israel b. R. Meir aus Heidelberg geschrieben. Die teilweise mit großer Feinheit ausgefüprten Illustrationen sind in ihren leuchtenden Partien prächtig er-f halten. Seltsamerweise war dieser Codex, der sjch bereits seit 1805 in der Darmstädter Landesbibliothek befindet, kaum gekannt. Erst der damalige verdienstvolle Leiter der Bibliothek, Adolf Schmidt, hat im Dezember 1901 in der »Zeitschrift für Bücherfreunde]« (5. Jahrg. 1901.2 und 6. jahrg. 1902/3). auf den wertvollen Schatz hingewiesen. Schmidt hat aych die Anregung dazu gegeben, daß der bekannte Verlag K. W. bekanntlich in folgender Reihenfolge verrichtet: Jajin (Wein), Kiddusch (Heiligung), N6r (Licht),. Hawdoloh(Unterscheidung), S’man (Zeit). Die Anfangsbuchstaben ergeben das Merkwort JKNHS, .!das von den deutschen Juden »Jag ’n Has« gesprochen wurde; daher die Darstellung einer Hasenjagd, beispielsweise jn der Handschrift des British Museum Add„ 14762 (vergl. Bild 5).. Diese uns humoristisch anmutende Darstellung findet ihre Ergänzung in anderen bewußt humoristischer) Illustrationen. So zeigt z. B. die Handschrift der National - bibliothek in Paris Nr. 1388 in wörtlicher Oebertragung vor kamoh maaloth (wie viel Wohly Stufen« mehrere Gestalten/ Treppe empörsteigertd (Bild 6). ist auch ein« Bild in der Handtäten) »wie viel die Stufen einer Rechf scherzhaft