Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 2 - Februar (2.1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- Seite 37 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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näher gekommen. In fasl all den neu gegründeten Logen arbeiten Schwestern in den verschiedenen Komitees der Brüdeit mit. In Hamburg, so wurde mir berichtet, ist sogar eine Frau Vorsitzende, des Waisen- und Witwenkomitees. Ein Ritual, das einige Brüder so sehr notwendig tür unsere Arbeit halten, haben s ch verschiedene jüngere Frauenvereine der Logenj schon gegeben oder von den Brüdern geben lassen. Es wäre zu überlegen, ob wir ein gleiches Ritual vom Verband aus für alle Frauenvereine der Logen empfehlen. Daß in all unseren Frauenvereinen mit Liebe und Eifer gearbeitet wird, das brauche ich den Brüdern nicht mehr zu sagen. Die gegenseitige Anregung und Aussprache über die verschiedenartigen Arbeiten der Frauenvereinigungen wird durch unseren Verband der Frauenvereine der Logen geleistet. Und für die außerhalb der Loge stehenden Frauen ist der Jüdische Frauenbund der Mittelpunkt, um den sich die jüdische Frauenarbeit konzentriert. Also, weshalb die Arbeit des Jüdischen Frauenbundes und der siebenundfünfzig bestehenden Frauenvereinigungen derLogen stören und auf eine ganz neue Basis stellen? Die selbstverständliche Voraussetzung für eine autonome Frauenloge müßte die Auflösung der bestehenden Frauenvereine sein und Neugründung einer Loge, in die ja dann auch alle Frauen außerhalb der Loge eintreten könnten, die den Wunsch dazu haben und sich der Bailotage unterwerfen. Wie ich gehört hab.e denken sich die Brüder nur kleine Frauenlogen von wenigen auserwähiten Frauen — sozusagen eine Auslese —, aber was soll mit all den anderen Schwestern geschehen? Man glaubt doch nicht im Ernst, daß dieselben so einfach .einverstanden sind, hinauskomplimentiert zu werden- oder eventuell ih einem Frauenverein der Loge zu bleiben, als Schwestern zweiten Grades. Wir wissen selbst, zu unserem Bedauern, daß viele Frauen in den Logenvereinen sind, die nur dem Namen pach dazu gehören,' nur ihren Mitgliedsbeitrag und nichts von ihrer Persönlichkeit geben, vielleicht auch den Logengedanken gajr nicht so recht erfaßt haben. Aber ist das nicht bei den Brüdern oft ebenso? Und doch habe ich noch nie gehört, 'daß man die Brüder, die entweder keine Zeit oder kein inneres Interesse an der Logenarbeit r; L haben und demzufolge kaum je'zu den Logen , Sitzungen kommen, einfach hinausweist. Man hofft immer, daß der »Sünder eines Tages um* kehre von seinem Wege< und doch wieder *zu den i Sitzungen erscheine. - Es scheirit allerdings nur gerech(t und hört sich billig an, wenn wir sagen, die oder die Schwester kann nicht aufgenommen werden, die Bailotage hat gegen sie entschieden. Aber Hand aufs Herz, liebe Brüder, steilem Sie sich vor* daß Ihrer eigenen Frau so etwas passierte. -fch möchte den Mann sehen, der .sich dann nicht — wenigstens innerlich — tief gek änkt von der Loge abwendet, wenn er auch vielleicht zu klug ist, es äußerlich zu zeigen. Diejenige, die ein Mann gut genug befunden hat, seine Frau und die Mutter seiner Kinder zu werden, die wagt man dort zurückzuweisen, wo andere Frauen, die gewiß, seiner Ansicht nach, ^nichf wertvoller sind, als die Seine, aufgenommen werden? Das kann zu tiefen Konflikten innerhalb der Logen führen, da wird, alle Brüderlichkeit nichts helfen, denn die eigene Frau steht dem Manne naturgemäß und erfahrungsgemäß näher, als der Bruder, seiner Wahl. , Das war ja auch ein Punkt, der \ins immer 'wieder als unlösbar gezeigt wurde bei unserem Verlangen, in die Bruderlogen aufgenommen zu werden, hier würde er sich noch viel schlimmer auswirken. Und umgekehrt ist es ebenso. Man denke sich, daß eine besonders tüchtige Frau in die Frauenloge auf genommen würde und ihr Marin,' der sich auch zur Loge meldet,, sich aber nach Ansicht der Brüder nicht für die Loge, eignet, wird zurückgewiesen. Wird das, nicht einen peinlichen Konflikt in jede" Ehe tragen? Eine feüjempfindende Frau, die sich in die Seele ihres Mannes hineinversetzen kann, würde und müßte sofort zurücktreten, aber der Stachel bleibt, doch. Und gesetzt, die Frau tritt doch in die Loge ein, dann muß der Mann für seine Frau auch noch all die Beiträge an gie Institution zahlen, die ihn zuiückgewiesen, denn die Logen’ hängen ja durch die Großloge eng zusammen. In den meisten Ehen lebt doch die Frau von dem Einkommen oder Vermögen, ihres-Mannes. Das ist auch ein sehr schwerwiegender und beachtenswerter Punkt, daß es in der heutigen Zeit, wo jeder fast schwer um seine Existenz kämpft, nicht leicht,-oft sogar unmöglich ist, die 37