Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 2 - Februar (2.1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- Seite 34 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Mit Freude können wir feststelien, d iß im ganzen Ordensdistrikt ernsteste Bemühungen eingesetzt haben, um Vertiefung zu gewinnen. Dr. Alfred Ooldschmidt. * Aus den eingegangenen Zuschriften lieben wir die von Br. I. Pießner, Lessing-Loge Breslau, hervor, der in scharf sinniger Weise den, Ged inken zergliedert, ohne doch zu positiven Vorschlägen zu kommen. Br. Henry Rothschild, Frankfurt-Loge, faßt seine Meinung in folgenden Sätzen zusanmen: Würde jeder Bruder satzungsgemäß verpflichte: sein:/ 1. nur Kandidaten äufzufordern, die ihm derartig b ekannt . sind' daß er sie: in Bezug auf Zuverlässigkeit in deT Erfüllung ihrer PflkHten, die sie zu übernehmen hätten, vollständig übersieht,;i 2. vor der Ainfreldüng die Betreffenden, soweit dies mit den Satzungen vereinbar ist, mit allen Pflichten •aufs eingehendste vertraut zu machen, 3. am Einführungstag unter allen Umständen anwesend zu sein und den Neueingeführten mit einer Reihe von Brüdern bekannt zu machen. 4. solange-sich persönlich bei sämtlichen Sitzungen um den Neueingefühifen zu kümmern, bis |dieser sich völlig heimisch fühlt, I dann wäre damit die Frage ohne eine Neueinrichtung restlos gelöst. Wir geben weiter Br. Basnizki-Herdeiberg das Wort, um einmal unter Zugrundelegung eines historischen Beispiels tu zeigen, welch’ divergierende Anschauungen noch zu überwinden sind. Brüderlichkeit. Von Br. Prof. Lüdvig Basnizki - Heidelbi :rg. Wohl jeder Mensch empfindet eine gewisse innere Freude, wenn er das, Was e* selbst schon einmal gedacht oder ausgesprochen hat, von anderer Seite bestätigt oder gedruckt vor sich liegen sieht. So erging es auch mir, as ich die Einteftungzu Br. Expr. Baümanns Ausführungen in der Dezember-Nummer dieser Mitteilungen durchlas. Br. Expr. Baumann spricht es unumwunden aus, daß zwischen der theoretischen 'raxis der »überbetonten« Brüderlichkeit, und eine empfindliche Lücke herrscht. Vor längerer Zeit stand auch in unserer Loge4 wieder eiiynal das Thema »Brüderlic ikeit« zur Debatte. Dabei wurde von älteren Br ädern betont, daß in früheren Zeiten die Brüderli :hkeit viel stärkere und tiefere Wurzeln schlug Ich warf damals in die Debatte den Gedanker , daß man iim so weniger Brüderlichkeit hervo rufen und inerziehen werde, je mehr män davon spreche. Man möge sich ja nicht der Täuschung hingegen, daß derjenige, der die Brüderlichkeit am häufigsten im Munde führe, sie auch am tiefsten im Herzen sitzen habe, jerade. weil wahre Brüderlichkeit eine heilige Sache des Herzens sei, sollte von ihr so wenig wie nur möglirh gesprochen werden, in Erfüllung eines alten Ooethewortes: »Was mir heilig ist, behalte ich fCr mich « Nun gibt es aber Brüder, die sch im Laufe der Jahrzehnte angewöhnt haben, alles mit dem Argument der Brüderlichkeit zu begründen, oder Gegenargumente mit dem Vorwurf nicht genügend ausgebildeter Brüderlichkeit aus dem Feld schlagen zu wollen. An einem Beispiel soll dies näher erläutert werden: Zur Debatte steht die Frage der Gründung einer Sterbekasse, die jeder Brudfrwitwe beim Tode ihres Mannes eine bestimnte Summe garantieren soll. Sofort erhebt sich natürlich die schwierige Frage der Beitragsleistu lg zu dieser Kasse. Sollen alle Brüder, vom jüngsten bis zum Aeltesten, gleiche Beiträge leisten, oder sollen die Beiträg: nach dem Alter oder auf Grund von Selbst« inschätzung abgestuft werden? Gehört eine solche Kasse überhaupt zu dem Aufgabenkreis der Loge? Kann eine der großen Versicherungsgesellschaften diese Aufgabe nicht viel besser, billiger und vor allen Dingen mit einem gesicherten Rechtsanspruch erfüllen, während bei einer Logensterbekasse niemals ein Rechtsanspruch vorhanden wäre? Ist das Bedürfnis e ner solchen Sterb:kasse bei der Art der Zusammensetzung der Loge überhaupt ein so allgemeines, oder entspringt dieser Organisationsgedanke nicht zum großen Teil der heute allgemein vorhandenen Neigung zu Versicherungen ü. dergl.? Werden nicht die weniger vermögenden Israeliten, bei denen wohl auch logenwürdige zu finden sind, durch eine derartige Beitragsbelastung neben dem normalen Mitgliedsbeitrag von dem Eintritt ,in div Loge abgehalten werden? All diese Fragen dtängen sich bei objektiver Prüfung des zur Debatte stehendet Komplexes beinahe von selbst auf, und trotzdem wird man ‘es e ieben können, daß diejenigen, die dem Sterbekassengedanken auf der Basis »gleiche Brüd er, - gleiche Leistungert« zuslimmen, 1 als wahre Brüderlichkeitsvertreter gerühmt werden, — '34