Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 2 - Februar (2.1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- Seite 33 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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geliebten Jubilar und wies darauf hin, daß nicht nur die Würzburger, sondern auch die auswärtigen Brüder aus Kitzingen, Bad Kissingen -und Schweinfurt durch ihre persönliche Teilnahme an der Sitzung dem Referenten ihre Liebe und ihren Dank beweisen wollten. Dann entwarf Schulhöfer selbst ein fesselndes Bild seines Werdeganges als Logenbruder. Er schilderte, wie er allen jüdischen Bestrebungen fernstehend, ja innerlich abhold, mit einem gewissen Widerstreben vor einem Vierteljahrhundert der Franken-Loge beigetreten war, wie erLanfangs an der stillen Arbeit der Loge teilgenommen und wie er schließlich in seiner Logentätigkeit höchste Befriedigung als Jude und Mensch gefunden habe. Die, interessante Schilderung, gemischt mit humorvoller Kleinmalerei unseres Würzburger Logenlebens in den letzten 25 Jahren, hielt die Zuhörer bis zum Schluß in ihrem Bann In seiner Erwiderung dankte der w. Präsident dem Jubilar für die hingebungsvolle, vorbildliche Einiges über Das Thema: Brüderlichkeit beschäftigt in starker Weise Logen und Brüder. Der Aufsatz von Br. Expräs. Baumahn-Danzig (Dezember- Nummer 15/1924) »Der Nahbruder« hat märfnigfache Zuschriften ausgelöst. Die Problemstellung ist: Wie kann Zahl in Beziehung zu Intimität gesetzt werden? Die Anzahl der Logen, wächst, die Anzahl der Brüder nimmt zu. Wie kamt bei wachsender Ziffer Brüderlichkeit ge warnt'werden? , Da muß man Sich ^«nächst über Begriffe klar werden. Der Begriff Brüdjerlichkeit umfaßt wie der Begriff Liebe tausend Varianten. Verlangt man Brüderlichkeit an der Grenzsfelle, wo sie bereits in Liebe übergeht, so wird Zahl Widerspruch. Eine Kleinheit von Individuen bleibt zurück. Aber man vergesse nicht, djaß Brüderlichkeit sich zusammensetzt aus Achtung, Wertschätzung, Neigung, Sympathie, Persönliches Wirkung, Interessenvereinigung, Arbeitsgemeinschaft, Stellung zu Gott, Welt, Menschen und pingen, und daß aus vielerlei vereinigenden, aber auch stellenweise gegensätzlichen Elementen irgend ein Begriff der Arbeit, die er als ‘ Bruder, als Mitglied des Generalkomitees und zehn) Jahre hindurch als Präsident der Frankenloge%und dem Orden gewidmet und versicherte den Jubilar der unverbrüchlichen Li^be aller Brüder. Die Gfü/ckwünsche der Großloge und deren Dank für Schulhöfers segensreiches Wirken erstattete Br, Expräsident Dr. Hellmann. Er fand die Fassung des Themas nicht ganz angemessen. Es sollte nich( Jauten »25 Jahre Logenzugehörigkeit«, sondern »25 Jahre Logentätigkeit«, denn Schulhöfer' sei im eminentesten Sinne ein Vierteljahrhundert für die Loge^ tätig gewesen und habe in guten und schlimmen , Zeiten sein ganzes Können für die Loge eingesetzt. Er — der Redner betrachte „als die glücklichste- Handlung seiner einstigen Präsidententätigkeit, daß er vor,25 Jahren Schulhöfer für die Bne-Briß-Loge gewonnen habe' Nach Beendigung der eindrucksvollen ge- > schlossenen Sitzung vereinigten sich die Brüder -T. noch zu einem gemütlichen Zusammensein. * Brüderlichkeit. Gemeinsamkeit entsteht der im Verläufe seiner Entwickelung eine Steigerung erfährt. Man muß die schwächste Bedeutung , als Ausgangspunkt nehmen, muß von gemeinsamer Arbeit; gemeinsamen Interessen ausgehen und zur Vertiefung zu gelangen suchen. Auf dem Wege der Entwickelung wird das Wort Trepe stehen, wird Gerechtigkeit und Liebe sich einfügen, Liebe zu Menschen und Dingen,Ueberwindungdes eigenen Leides. - »Die Menschen sind, hartherzig;« sagt Schopenhauer, »weil, ein jeder meint, an seinem eignen Leid grad gfenug zu haben.« Wir sehen aus dem bereits Gesagten, daß ein langer Erziehungsweg vom schwächsten zum stärksten Punkte sich ausbreitet. Man muß sich nur bemühen, die einzelnen Individuen an den' Erziehungsweg überhaupt heranzubringen. Muß. sich bewußt bleiben, daß gewisse Voraussetzungen von Siebung, Sichtung, Piüfung vorhanden sein müssen, auch wenn man in die Breiti gehen möchte, um »edeldenkende Israeliten« zusämmenzuführen zur Förderung der höchsten Güter der Menschheit