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Der Orden Bne Briss · 1925-02-01 · Nr. 2 - Februar (2.1925) · p. Seite 29

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Nr. 2 - Februar (2.1925)
Date
1925-02-01
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
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jiltig für jed.en, Iler ihn einem egt, so wissen warum: des Lebens in nicht das Leben ein, nie wird Ejuch das Leben gewonnen sein.« Der Satz ist nicht nur eine Ma|hnrfng, sondern die Feststellung einer Tatsache, der wahrhaft lebt. \ Wenn Sch rauhen Soldaten in [den Mund alle, die im Kriege waren, wohl Nie flammen die Farben höherem Rot, nie leuchten sie mjehr in Oold, als wenn die nachtschwarzen Krallen des Todes sie dicht umklammern. * Cs hat unsere Ausführungen | bislang ein reizvolles Spiel geleitet, das der j Gegensätze. Seine Rolle im Leben ist in der frDnen griechischen ^Philosophie durch den Satz grzejchnet: »Der Kampf ist der Vater aller Dinge.«! Es gestaltet sich das Werden in der Welt, inderji Oegensätze aufeinander prallen. Aber sie Veitnichten sich nicht, sondern es kommt zu einem wogenden Ineinanderdrängen und -stoßen, das schließlich in Gleiten, in Fließen übergehL Daherder andere philosophische Satz des gleichen fließt«. Daß die Kiäfte so abge immer wieder neue Bewegung trägt die Schuld der Logos, Wort, übersetzen wir es mit: Weltharmonie. Hegel hat für seine geschieh tspnilosophische Betrachtung zumal etwas /sehnliches ausgesprochen q eine Thesis, irgend qin Ding, ein Gedanke, Zustand oder Vorgang, erzeugt eine Antithesis, einen Gegensatz; es kommt zum Kampf, der nicht zur Vernichtung führt, sondern in Verschmelzung endej, in Synthesis. Diese wirkt dann wieder als Thesis, ruft eine neue Antithesis auf den Plan, und durch die stete Wiederholung und Ausbreitung dieses rhythmischen Vorganges entrollt sich das unruh-'und wechselvolle Bild der geschichtlichen Ereignisse. Wenn Kant sagt, man müsse die (ieschichte so betrachten, als ob ein Sinn dahinter stecke, so ist damit das Gleiche zum Ausdruck gebracht, was die Oriechen mit der Annahme des Logos gemeint haben. Spiegeln wir unsere Darlegungen in dieser Anschauungsweise, dann erkennen wir: die Gegensätze Leben uhd Tod in all ihren Aeußerungen und Formen führen nicht zur Verneinung, sondern zur Bejahung. Die Symhesis, zu der Systems: »Alles wogen sind, daß enjtsteht, daran ein vieldeutiges Leben und Tod ineinander unauflöslich verwoben werden, ist schwankendes, schwingendes, leben,? diges Leben. Es ist nur das sich immer wiederholende Bild eines Augenblicks, das uns der Dichter w$ist mit seinem Rufe; »Sieh auf in die Welt! Ist sie nicht wie ein wandelnder Triumphzug, wo die Natur den ewigen Sieg über alle Verderbnis feiert? und führt nicht’zu seinerVerherrlichung das Leben den Tod mit. sich, in goldenen Ketten, wie der Feldherr einst-die gefangenen Könige mit, sich geführt?« — Haben wir damit den Zweifel,* der uns durch des Tischgebets Betrachtung erregt war, gelöst? Unser Gefühl sagt: nein. Denn die verstandes- . mäßige, materielle Erkenntnis, wie sinnvoll Leben, und Tod miteinander verknüpft sind; daß eines nicht sein kann ohne das andere, wird übertönt durch die bange Frage: Warum ist das so, warum bereitet es uns so hartes Weh? Wozu ist das Leid? *• Es gibt auch auf diese Frage eine Antwort. Der Dichter, dessen Leben, tief in Tragik versenkt, seine Werke mit edelster Tragik durch-, tränkt hat, Hölderlin, gibt sie uns in seinem -»alten, festen Schicksalswort«, daß '‘eine neue Seligkerf dem Herzen apfgeht, wenn es aushält und die Mitternacht des Grams durchduldet. Aehnlich Novalis: »Wie Nachtigallgesang im Dunkeln tönt uns göttlich erst jn tiefem Leid das Lebenslied der Welt.« Wenn wir festhalten an den alten jüdischen Oebeten und Gebräuchen, dann hören wir, wie göttlich uns das Lebenslied des Volkes ertönt, das zutiefst cjurchs Leid gegangen! . , Wie seliger Maientag blüht darin eine hohe Freude am gütigen cjqtt und seiner Verehrung. Ueber alle Klage ob irdischen Wehs flutet der Jubel ob der Schönheit dieser Welt, die Er erschaffen. Und aus beidem webt sich die sittlich hohe Forderung, daß auch d$r Mensch zum Guten strebe. Woher diese glückhafte Bejahung? Aus einer Quelle, die Licht versendet, Strahl um Strahl, Welle um Welle, daß ein Leuchten in der Welt ist, vor dem alle finsteren Brücken und dunklen Verflechtungen wesenlos verblassen, aus der Erkenntnis: v■ t’ »Die Liebe baut die Welt.« -

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