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Der Orden Bne Briss · 1925-02-01 · Nr. 2 - Februar (2.1925) · p. Seite 28

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Nr. 2 - Februar (2.1925)
Date
1925-02-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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kürzere Lebensspänne a Is deip Gesamtorganis tius danach Irt und Maß des heilbringenden Oiftes zugemessen ist-.. Im kennen Vorgänge, ir Platz verschafft gegenüber einem anderen, lebendigen. Menschei ileib zu geht beständig ein Weiden ijmd Vergehen nebeneinander. Alltäglich sterben Tausende von Zellen, um neuaufspricßenden Platz zu macien. Und das geschieht nicht, 'Wie es scheint, ohne Kampf. Wir sehen sogenannte Ripsenzellen! beladen mit Zelltrümmern in ihrem Innern und denpn ein Organ sich das delliert sich das weiche Hülle, den knöchernen es bedrückt' So mq Gehirn seine harte Schädel. Kommt es aber in diesem wechselvdllen Streit im Innern, in der be$täpdig notwendigen Abwehr gegen äußere Schädlichkeiten, zu ei lern Erlahmen des Körpers , so gibt es mannigfache Versuche, dem abzuh :lfen. In früheren Zeiten, als die Menschen doch in engerer Verbindung mit der Natur lebten als heute, erwachte, wem der Frühling in die Lajnde zog, auch fn ihnen d :r. Drang nach Erneuerung. Da pHgerten Bürger uird Bauersmann zum Barpier und ließen sich die Ader schlagen Das war, wie wir heute wisseji, eine gesunde Art, sich aufzufrischen. Die Hingabe einer Blutmenge in bestimmtem Maße, dei Tod ejiner Masse einzelner Blutkörperchen also, reizt: die blutbildenden Örgatie,-durch Neusciaffung von Blutzellen den Verlust nicht nur-.anzüglichen, sondern zu überkompensieren. So kommt, also auch her der Untergang einer Menge einzelner Individuen der Gesamtheit in _e ner Vermehrung und Verbesserung zu gute, wie wjr das schon in der großen Welt für da« Getreide in seinem Verhältnis zur Menschheit festgjestellt haben. Heute wird vielfach ih geeigneten Fällen eine Verbesserung des körperlichen Zustandes durch Gifte, also letzten Emjles tötlich wirkende Mittel, erreicht.- In gorirtgen! Mengen wirken' sje erregend, in.großen lähmen^. Dieser scheinbare Widerspruch erklärt sich durich die gleich im Uebermäß einsetzend; Abwehr des Organismus gegen den Angrerfer, und diese, über das Notwendige hinausschiel lende Anstrengung, mobilisiert eigene .Kräfte di iS Körpers, die seinen Zustand für längere Dauer auf ein lebendiges lind höheres Niveau hebe i. Es bejsteht die ärztl che Kunst darin, die rio:h vorhandene Reservelxaft eines kranken Körpers richtig ^inzuschätzen und! -33 wählen. Abei ebenso wichtig wie der Feiz ist in deil Heilkunde die Anwendung; schonender Ruhe: Denn auch die Arbeit ist ein tötlich Ding. Das kann die Wissenschaft mit exakten Methoden klar machen. Es gelingt, ein Tier im Experiment du rch Uebermüdung mit ganz bestimm er Arbeitsdoäis zu töten; weiter ins einzelne gehe ld, können wiam tierischen Arbeitsorgan, dem IVuskel, verfolgen, wie er, durch elektrischen Strom zu Zickungen veranlaßt, allmählich immer schlaffer wird un£l schließlich abstirbt. Umgekehrt gibt es aber j nur ein Mittel, einen geschwächten M iskel zu stärken, seine Kraft und Masse zu heben, dps ist Arbeit in einem begrenzten Maße, D<is gilt-[besonders von dem edelsten Muskel in urs, denf Herzen. * Sehein wir ganz von ärztlicher Wissensciaft ab, so wissen, wir, wir arbeiten uns zu Tode,j und die Arbeit ist das einzige Mittel, urs das| Leben zu erhalten, und ebenswert zu machen. Grundsätzlich läßt sich ähnliches vom Hunger sagen, d^r ja gewissermaßen zu unserer Betrachtung der| Anstoß gegeben hat. In G enzen gehalten —i auf das Maß kommt es an — machen die Aerzfe von ihm in weitem Umfange nützlichen Gebrauch bei der Behandlung der verschiedensten Erkrankungen. In der großen freien Welt i£t er der Treiber, der Stachel der Einpeitscher; Er wirft das mordende Ringen in die belebte fjlatur, dessen Wirkung im ganzen wir schon bewundert haben, entflammt die Fackel des Kriejges, »des Bewegers des Menschengeschick^s«, zwingt die Schwachen brutal zusammen, i damit sie vereint Macht gew nnen und h ilt sie gefügt durch den zähen Mörtel der Not, so einen primitiven Orund der Gesellschaftsb Idung ftrauemd. Aber zur positiven Wirkung gelangt er nur irr engeri Bunde mit der Arbeit. Der Rhythmus F unger, Arbeit, Sättigung, Ruhe richtig bemessen und in [stetem Wechsel wiederholt, 'ormt uns dis Leben gesund und schön/ Das hebräische Clebet b’ingt uns diese Verflochtenheit in drei klappen Worten zum packenden Ausdruck: »o’nafschau jowi lach mau« — »sein .eben eins;tzend, gewinnt er sein Brot«, oder in klassis:her deutscher Uebertragung: »Und setzet Ihr

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