Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 1 - Januar (1.1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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nachsagen könnte, wenn Sie' diese neue Loge k gründen. Sie sind trotz Ihrer weißen Haare jung genug, etwas Neues zu beginnen. Geben Sie sich und Ihren Schwestern4 geben Sie uns und dem Orden die neue Loge der Bnoth Brith. Und 1 wenn sie selbst mißlänge — was ich nie und nimmer glaube —, auch der Versuch wäre*eip Ruhmesblatt in Ihrem Leben und in der Geschichte des Ordens. , I I ' Rud.ölf Leszyn'sky.. : ■ j . ■. Antwort auf den offenen Brief die Logen Bnotlr Berlin, den 30. 12. 24. Sehr geehrter Herr Dr. Leszynsky! Gestatten Sie mir einige Worte der Erwiderung! Ich weiß und kenne Ihre Gesinnung zu gut, um zu fühlen, daß nur die edelsten Beweggründe es ‘sind, die Sie zur Aeußerung über den Punkt Frauenfrage veranlassen. Ich danke ihnen für das, was, auf die Einrichtung der Schwesternschaft übertragen, uns lehrreich und im Streben nach Höherem, nach größerer Entwicklung, förderlich sein kann, Ihren Vorschlag der Gründung einer Bnoth Brith müssen wir jedoch vorerst noch zurückweisen. Für uns Frauen ist unsere Stellung im Orden nicht mehr problematisch. Aus dem historisch Gewordenen derselben, aus der nun schon fast zwei Menschenalfer hindurch geübten und gepflegten Gemeinsamkeitsarbeit, die unsere Schwesternschaft mit Liebe und Hingebung geleistet hat und fortwirkend leistet, schöpfen wir den Mut zum weiteren Ausbau, aus den "Resultaten unserer Mitwirkung die Ueberzeugung der Notwendigkeit derselben. Gerufen haben uns die Einsichten klarblickender, zeitverstehender, den jüdischen Idealen, die sich in der Ordensarbeit erneuern und beleben, mit Hingebung dienender Brüder. Allen voran unser ^mvergeßlicher Bruder M a r e t z k i! Wegweiser war , er uns, wegweisend für unsere Anerkennung auch den Brüdern seiner Zeit. Gesucht und willkommen warefn wir Frauen damals ' Wir waren die Vollstreckerinnen des kultiiffördernden Notwendigkeitswillens der Brüder, Zu den direkten Arbeiten treten, dem Umfang der gewachsenen Logen entsprechend, die Bestrebungen najch innerer und äußerer Erziehurig unserer Schwestern. Hierzu liefern uns die geeigneten Elemente die allerorten geförderten Vereinigungen t - t , des Herrn Dr. Leszyirsky — Brith betreffend. t ■ ' ' - - - ' . . * der Schwestern und das Band, das sie alle bindet, der Verband der Frauen Vereinigungen der U.O.B.B.- Logen. Wir dürfen dankbaren Herzens von ihnen sagen: sie erfüllen ihren. Zweck. Wer einen Einblick tun kann in den heiligen Ernst, mit der sich, die Vorsitzenden zu jeder Sitzung vorbereiten, uifi die Schwestern vorwärts zu führen, wer voij den zweifelnden Brüdern wissen könnte, wie djd Gemeinschaftlichkeit der-Arbeiilsintefessen bildejt, der würde gewiß nicht melir so widerstrebend der Frauenarbeit in den Logt n gegenüberstehejn. Niemals, auf keinem Gebitt, gelingt es-, alle^ zu erfassen!, - In derii Streben nach dem Hohen liegt an und für sich scholl Segen und Loljin! Seelische Errungenschaften und Fortschritt^ sind langsamer in ihren Auswirkungen, doch erkennen wir mit Dank’ da; Vorwärtskommpn unserer Schwestern. Und wei wir es für verdienstvoller halten, zuerst den größeren Menge derselben führend und leitend zu sein, weil wir wissen, daß. Recht und Gesetz auch in der moralischen Welt hei der Masse zu suchen, herauszuarbeilen, zu befestigen ist, darum wollen wir vorerst bei der intensiven Liebesarbflit im Schwesternkreise, bei. allen, mit allen und für alle bleiben. Der . Zukunft sei nicht vorgegriflen! Was spätere Zeiten für notwendiger Ihaltei, das mögen Einsichtigere, als ich es bin, bestimmen.' . " ' Die I|,oge Mirjam No. 678 kannte ich bisher nicht. Ihr .Beispiel atfer lockt mich nicht. Sie erklärt sich aus der Gebundenheit der orientalischen Frau. Es scheint mir fast sicher, daß das Wunschbild dieser Frau die Gemeinsamkeit der Arbeitsinteressen mit den Brüdern ist,"wie sie bei uns sich entwickelt hat. Lange Jahre werden noch vergehen müssen* bis di.e Brüder irri Orient emanzipiert, kulturell freier geworden. 9 - I