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Der Orden Bne Briss · 1925-01-01 · Nr. 1 - Januar (1.1925) · p. Seite 8

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Nr. 1 - Januar (1.1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 8 (sequence 9)
Language
German
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Rechnen Sie nicht zu fest darauf, daß Sie ihn erhalten-T -Ich wenigstens zweifle daran, obwohl es dem Generalkomitee höllisch schwer werden wird abzulehnen, wenn die führenden jüdischen Frauen Berlins, Namen von Klang, die es mit den Namen der besten Brüder aufnehmen, ihr Recht vom Orden fordern. Aber Sie haben jaim schlimmsten Falle Zeit, und jedes jahr wiederholen Sie den Antrag, bis die Frucht . reif ist. Und inzwischen — arbeiten Sie! ' Sollen . Sie iusammenkommen, um wieder einen neuen Verein zu gründen? Haben wir nicht genug und übergenug davon? Ich wäre der! letzte, der eint Frauenloge nur um des schönen Prinzipes der Gleichberechtigung wegen forderte, wenn sie nicht nötig, bitterrtötig wäre. Darf ich Ihnen Ihr Programm in ein paar Strichen zeichnen? . Sie sollen einen Kreis sozial und jüdisch arbeitender Frauen zusammehführen und dort Berichte über Ihre Tätigkeit in Ihren verschiedenen Arbeitsgebieten geben, Erfahrungen austauSchen,' Anregungen empfangen. Wie es augenblicklich isf, arbeiten vjele für sich, nebeneinander.; f;rst wenn man die Erfahrungen des einzelnen für die anderen nutzbar macht, hat die GesamtheiP etwas davon. So wird also die eine von den praktischen Fällen erzählen, die ihr in der Krankenpflege vorgekommen sind, eine andere von, Jugendfürsorge berichten und so fort. Und wenn Sie nun außer diesen bereits Arbeitendem andere heranziehen, wenn ich so sagen darf: Erziehungsmaterial, jubge Mädchen und Frauen, die zunächst nur den guten Willen mitbringen, im Geiste jüdisch sozialer Ethik praktisch tätig zu sein, und nun, hören, was Sie, die Führerinne« leisten, dann wird Interesse und Liebe ‘erweckt, dann haben Sie das, was ich eine Loge nenne, und was. es bisher trotz all der vielen jüdischen. Frauen vereine mir bisher nicht zu geben scheint. Nicht das ist die.Aufgabe der Loge: Vorträge halten zu lassen — sie. schaden zwar nichts, aber sie nützen auch wenig. Auch das Sammeln von Geldern für gute Zwecke ist; nicht unser Ziel, von der Geselligkeit aanz zu schweigen. Die Löge ist da, um Pesßönlichkeiten fürlunseoe Ideale-jheranzubildekf und urn solche jüdische Fraüeripersönlichkei»«, wie wir sierbrauchen, systematisch zu schaffen, br.iucfeh wir die Loge Bnoth Britli, der Töchter qe> Bundes. Gewiß wächst der Baum auch im aide aus dem Samen, der zufällig in fruchta^es Erdreich fällt. Aber der Mensch erfand i* Ba ufnschule und die Forstwirt »chaft. Gewiß gibt :si überall jüdische Frauer, die jüdisch jvirkei. Es mutet fast wie ein Wunder an, daß fi^ ai s dem Nichts emportauchen und sich und ihre ’erson aus innerem Triebe ihrem Ideale widm :n. Wir aber sollten aus fern Zufall die j£set miäßigkeit entwickeln, wii sollten eine hül: gründen und diese Sch de sollte die ue Loge sein. I >ajß die Männerlogen selbst night so sind, wieiß ij:h wohl. Aber Sie brau :hten ja nicht d$ren Fehler mitzumachen, sonde rn könnten‘“aus hnen lernen, wie man es nicht macht. Sorgen 'Sie drfiir, daß es eine Ehre ist, wenn man in diese Frauenloge aufgenommen wird; es sollte wie t fri Orden sein, den man trä gt, der Orden, in'den man einlritt. Nicht Quantität, sondern Qual-tat! Auch’inbezug auf die Häufigkeit der Sitzu igen! ,'ndnun zu dem Schwierigsten! Was werdm die bestehenden Frauenvereinigungen dazu geschaffen, otyie daß es Kompetr |bt, g sagen? Wird doch niemal > etwas Neues nzstreitigkelten ohne daß das Alle* sagt: Ich bin schon dk lind mache es ebenso gut. Ich will nicht rgendwelche Kritik üben, weder m dem Fräuenvurei 1 der Berliner Logen, noch an e en SchwesternvHeiligungen der einzelnen Logen, deren Verengte mir bekannt sind. Die neue Loge soll Weihr in ihnen arbeiten, weiter 3eld sammeln, Wohltätigkeit'üben, Geselligkeit iflegen — und dort, aber auch anderswo die Auswahl treffen ir die Kandidatinnen der neutn Loge. Aber »fadi: diese Auswahl, auf die es an kommt, können e FehwesternVereinigungen nicht treffen, ohne 50ns: die Männerlogen zu sprengen. Die Loge d:r Inoth Brith ist frei, unabhängig von irgend irier -der Männerlogen/ Siej darf mfnehmen, wen sie will, und ab; licht zuSagt. Nur in kleinem selbstgewähltem <rei:e kann die eigentliche Logei larbeit geleistet wercen.. Damit steht und fällt das ganze Prinzip der .oge. -rau Dr. Eschelbaclier! Ihr Name ist ein Progiamm. Sie stehen zu hoch als daß man Ihnen andere als nur die idealster Beweggründe in ihre Reihen ehnen, wer ihr

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