Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 1 - Januar (1.1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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nach echter Kunst istj in unserer heutigen innerlich leeren, betriebsam-ihaterialistischen Zeit noch niemand auf seine Kosten gekommen! Während seiner ganzen Bühenleitertätigkeit hat er jedoch noch »nebenbei« fast übermenschlich schriftstellerisch gearbeitet und außer seinen Büchern noch eine unübersehbare Menge von Artikeln für Zeitungen geschrieben. Jetzt hat ihm nun der Tod die Feder aus der fleißigen Hand genommen. Be aller Trauer um .den Verlust, den die ganze Kultiirwelt erlitten hat, darf sich eSn Gefühl des Dankes dem Schicksal gegenüber geltend machen, deß das Leben dieses Mannes so innerlich reich upd von Arbeit n n e erfüllt und E •folg in höherem S gewesen ist! I Jüdische GefschicHtsaltgrtümer in Deutschland. Von Dr. J. jkcöbson, Leiter des Gesamtar^tj Wen Beruf und Neigung veranlassen, sich oft in staatlichen und städtischen Archiven und Bibliotheken nach jüdischejn Dingen umzutün, der wird dabei nicht so Ijeidht ein pefühl der l. Verwunderung und der Beschämung los. An verstecktesten Stellen, im Scheinbar nebensächlichsten‘Archiv, strömt ihm oft eine solche Fülle von Material, solch ein Reichtum von urkundlichen Nachrichten zur Geschichte der Juden zu, -daß er, wie gesagt, vor Staunen sich manchmal kaum zu fassen weiß und sich glücklich schätzt, daß Spürsinn oder auch Zufall ihm den Weg zu diesem Quellenmaterial gewiesen haben. Von welcher Seite man immer die Geschichte der Juden anpackt, welche Aufschlüsse man zu gewinnen wünschen mag,' diese öffentlichen Archive können sie geben, können sie deswegen geben, weil der Staat sich reglementierend,richtend und schlichtend fast in alle1 Dinge des jüdischen Lebens einmischte jitad die , Wege des -Judentums durch die Jahrhunderte hin beziehungsreich begleitete. So blüht denn dem, der zu lesen und zu sichten weiß, das Leben jüdischer 'Einzelpersonen,, jüdischer Familien, Gemeinden und Gemeindebünde aus diesen staatlichen und städtischen Archiven wieder auf. Von ihnen, fällt heiles Licht auf die geschichtliche, soziale und kulturelle Entwicklung jder deutschen Juden vs cjer deutschen Juden. und ^uf viele- Zusammenhänge, die man wohl .oft etfehnen, aber nur durcjh sie wirklich klarlegen: sann. -Doch das Bild, das man so gewinnt, ist noch nicht voll, und rund, und auf di^se weise geschichtliches Leben noch nicht zum-umfassenden Niederschlag gelangt. Bis zu einem gewissen Grade —' und das verstärkt sich, je jweijer man in die Vergangenheit zurückgeht — ist! nämlich das, was diese behö bietenj mehr von außen gesehen, Juden als Geschichtsobjekt heraijgebracht, und nicht so sehr von innen heraus erfaßt und von dem Juden als Geschichtssubjekt gestaltet. I^as jnnere Leben der jüdischen Gemeinden, ihre rdlichen Akten mehr an den Strebt Ulm gegenüber der Wir empfehlen die Ausführungen von Dr. J. Jacobson, des. Leiters des Gesamtarchivs der deutschen Juden, der besonderen Aufmerksamkeit aller Leser, handelt es sich doch um eine in'Gemeinschaft mit dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebuhd geschaffene Gründung-der Großloge bezw. des gesamten Ordens. ~ Red. igen, ihre Verhaltungsarten _ .. Jt, iHre Entwicklungstendenz», müssen — däs leuchtet ein —iin einem weit höheren Maße aüs den Akten dieser Gemeinden selbst ersichtlich werdoi. Aber da klafft die traurigste Lücke, da greift! unser Erkenntnisdrang weit öfter ins Leere, als m m erwarten sollte, weit öf er als gut tut. Daß |( em so st, das erfüllt eben den, der die juidengeschichllichen Schätze dür allgemeinen Archive bestaunt, mit. jenem eige itümlichen Gefühl er Beschämung, und er ist froh, daß staatlicher Zwang wenigstens jene Zeugen der Vergange rtheit hervorgebracht und zusammen getragen hat, | iie von der Obrigkeit her und für sie geworden, gewachsen und gewuchert sind.!ann man sich mit diesen Zuständen ab- , soll man resignierend die Hände in den legen und die Dinge hinnehmen, vflTe sie nmal sind, oder soll man nicht besser aus Zuständen, der Fülle dort und dem Mangel - 4