Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 15 - Dezember (12.1924)
- Date
- 1924-12-01
- Page
- Seite 202 (sequence 8)
- Language
- German
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in der 2. Hälfte.des 6. Jahrhunderts'Synagogen nachweisen, in Närbonne ein jüdischer Friedhof. Einzelnen Juden begegnen wir in Nantes an der Loire und sogar weit im- Norden in Toumai in Belgien. Vornehmlich saßeif sie aber im Süden und im Südösten. Unter den Merovingern waren die Juden wahrscheinrich bereits über ganz Frankreich verbreitet. Die Konzilien im fränkischen Reich seit der 2. Hälfte dös 5. Jahrhunderts bis zum 1. Viertel des 7. Jahrhunderts beschäftigten sich vielfach mit den Juden. Sie befehlen den Geistlichen, die Mahlzeiten der. Juden zu meiden, treffen Bestimmungen', über die Prüfungszeit für jüdische Täuflinge, über die Behandlung der christlichen Sklaven von Seiten der Juden, sie verbieten Ehen zwischen Juden und Christen. Es wird den Juden verboten,-öffentliche Aemter zu bekleiden. Auch .die Päpste und die Könige nehmen vielfach Veranlassung, sich mit ihnen zu befassen. Oroßen Umfang hatte die jüdische Gemeinde besondersin der bedeutenden Hafenstadt Arles. Im Jahre 508 beteiligt sich jüdische Mannschaft an der Verteidigung der Stadt gegen die belagernden Burgunder und Franken. Juden beteiligen sich zusammen mit den arianischen Christen an einem Aufruhr gegen den Bischof, sie beschuldigen ihn» daß er verräterische Beziehungen zu den Franken unterhält, und fordern seine Verhaftung und Verbannung. Wohl noch bedeutender war die jüdische Bevölkerung in Clermont. Wie uns Bischof Gregor von Tours erzählt, ließen sich in Clermont im Jahre 57ö nach Zerstörung der Synagoge, vom Bischof aufgefordert, über 500 Juden taufen; die übrigen wanderten nach Marseille aus. Mag Gregor die Zahl der getauften Juden tendenziös übertrieben haben, so viel ist sicher, daß zu seiner Zeit die jüdische Gemeinde in Clermont für so groß gegolten hat, daß sie weit über 500 Mitglieder zählen mußte. Während wir also zur Zeit der Merovinger die Juden in dem gut kultivierten, durch den Handel stark belebten Gallien überall verbreitet sehen, fehlt uns seit dem Jahre 331 jede Kunde über Juden in dem durch die Alpen von Italien getrennten und wenig entwickelten östlichen Frankenrejch. Wahrscheinlich befaßten sich die fränkischen Juden vornehmlich mit dem Handel. Vom Bischof Cautius von Clermont wird erzählt, er kostihnen < jüdifuhr, nach a sei den Judejn lieb gewesen, weil er ihnen bare Waren! abgekauft hätte. Der Presbyter Eufrasius hatte bei seiner Bewerbung um den BischofssitzJ in Clermont dem Könige viele Kostbarkeiten geschickt, die er bei Juden gekauft habe. Das Konzil von 58t bestimmt, daß Juden nicht aus jjlnlaß von Geschäften heimlich mit den Nonhetj sprechen und längere Zeit bej verweilen dürften. Wir lesen von einem sehen Schiff, das von Nizza nach Marseille von italienischen Juden, die in Geschäften Marseille riisteir und von einem Juden Jannus, dessen Scqiff samt Waren wegen Schulden gepfändet witrde. Wir hören auch, daß <önig Dagobert im Jahre “633 in Paris die Zölle durch seinen Kaufmann Salomo erheben ließ. Ueber die Art des jüdischen Handels vrissen1 wir nichts Näheres. Wir sehen nur, tlaß Bischöfe und andere Geistliche zu ihren Kunden geh orten. Die Handelswaren werden nur als Kostbarkeiten bezeichnet! Wahrscheinlich waren es Schmuckkostbare Stoffe, besonders seidene, i man an den Höfen der Könige und erlangen hatte. In jener Zeit war sachen u nach deni Bischöfe der Gebrauch der Seide stark verbreitet, a ich in Gallien, man wurde sogar in Seide begraben. Besonders die Kirche brauchte viel Seide, decken, Meßgewänder, Fahnen, Wanddn und manches andere waren aus Seide. Seide wurde aber, ebenso wie Purpur, Damast Altarperien Die Die und ferne Leinen, aus Syrien bezogen, fränkischen Konzilien befaßten' sich häufig mit den Sklaven der^ Juden, aber es handelte sich dabei nur um Slclaven, die die'Juden für ihre Arbeiten verwendeten. Von einem Sklavenhandel der Juden ist nirgends die Rede, obwohl der Sklavenhandel damals weit verbreitet war, und wir in Italien im 6. Jahrhundert jüdische Sklavenhändler jeennen. '< Als tüchtige Geschäftsleute werden dii: Juden von den) Herrschern zu Aemtem verwendet, zur Erhebung von Zoll und wohl auch zjr Verwaltungj der Finanzen. 555 schlägt ein'Jude Priscus Münzen in Chälons sur Saöne, 633 erhebt, wie erwähnt, ein Kaufmann!Salomon für den König Dagobert Zölle in Paris. Wenn das Konzil Jvpn 535 verbietet, Juden über Christen zu setzen, wenn das Konzil zu Paijs vom Jahre 614 bestimmt, daß kein Jude bekleiden soll, und 614 auch Chlotar II. Aemter - 202 -