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Der Orden Bne Briss · 1924-11-01 · Nr. 14 - November (11.1924) · p. Seite 190

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 14 - November (11.1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 190 (sequence 20)
Language
German
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Referates übergehend, stellte Weizmann fest, daß die Universität auf dem Hügel erbaut werde, auf welchem vor zweitausend Jahren während der. Belagerung Jerusalems das Zelt des Titus gestanden habe. * »Die Römer sind dahingegangen, Titus ist dähingegarrgen. Tausende sind nach ihm desselben Weges gegangen: wir aber, wir sind noch da! Wir stehen auf demselben Hügel, über welchen Titus die luden in die Gefangenschaft führte, in dem. Glauben, er habe ihnen den Garaus bereitet. Wir bauen auf jenem Hügel eine große Universität, allerdings zunächst in bescheidener Aufmachung. Wir führen sie nicht zum Wohle der Juden allein auf, sondern zum Segen für die ganze Welt. Sie wird Wurzeln fassen; nichts wird sie an ihrem Wachstum hindern. Sie soll aber nicht bloß unseren Glaubensgenossen in Palästina, sondern auch allen Juden auf dem weiten Erdenrunde zugute kommen.« Die Versammlung konnte sich den zwingenden Gründen des Referenten nicht verschließen .und bewilligte dfe bereits genannte Summe. Einen breiten Raum nahm in den Verhandlungen eine Einrichtung ein, welche nach ihrer Verwirklichung ein Segen für die studierende Jugend Amerikas zu werden verspricht. Es handelt sich um die Errichtung jüdisch-religiöser Zentren an den amerikanischen Universitäten und höheren Schulen? Laut Referat des Rabbiners Fränkel ist in der von ihm geleiteten »Hillel- Stiftung« an der Universität des Staates Illinois ein verheißungsvoller Anfang gemacht worden. Die Studenten jüdischen Glaubens werden zunächst in einer Sportvereinigung zusammengefaßt, um sie alle wenigstens mit Glaubensgenossen zusammenzuführen. Allmählich haben sich aus dem Komplex der Interessen sechs Gruppen herauskristallisiert, deren wichtigste, -die Abteilungen für religiöse Erziehung und für Gottesdienst, - erfreulicherweise den meisten Zuspruch haben. Rabbiner Fränkel berichtet, daß wöchentlich zwei Gottesdienste stattfinden, einer nach traditionellem, der andere nach freierem Ritus. Mehr als 200 Studenten nehmen durchschnittlich teH, obwohl die »Kapelle« l1/» (englische) Meilen vom Sportplatz entfernt ist. Eine andere Sektion hält Kurse in jüdischer Geschichte und Bibelkunde, eine vierte studiert die großen religiösen, politischen und sozialen Bewegungen im Judentum; an diesem beteiligen sich 60 Studenten. Vorbildlich für unsern deutschen ist der v<j>n der Hillel-Stiftung geleitete )istrikt Cursus zur Ausbildung von Religionslehrern. Die Direktion hofft, bereits nach zwei Jahren die erstenStudenten der verschiedensten Fakultäten mit dem Religionslehrerzeugnis entlassen zu können. Wenn diese jungen Leute sich einst als Aerzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Kaufleute in kleinen Städten niederlassen, wierden sie befähigt sein, die Jugend einer im Entstehen begriffenen Gemeinde — nebenamtlich in der Religion zu unterrichten und bis zur Anstellung eines Rabbiners die Gemeinde durch Predigten zu erbauen. »Gebt dieser neuen Organisation zehn Jahre der Wirksamkeit, Verbreitet sie über die anderen Universitätsstädte der Union, stattet diese jüdischen Studenten nicht niW mit dem nötigen wissenschaftlichen Rüstzeug], sondern auch — bei der einstigen Berufstätigkeit — mit dem erforderlichen Einfluß aus, tragkt zu unserer Entwicklung bei — und ihr werdet'mit einem der wichtigsten Faktoren im jüdischer) Leben Amerikas rechnen dürfen 1« ruft Rabbiner! Fränkel prophetisch aus. An der Diskussion beteiligten sich die führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Judenheit. GrößpräsidentLivingstc n rühmt die Stiftung auf Grund eigener Anschauung und erhofft vion ihr einen »bleibenden Segen;« Br. Singe erwartet einet) gewaltigen Atfschwung des jüdischen Gottesdieristwesens, da die Studenten, die auf der Universität für die Synagoge 'erwärmtj werden, das auf religiöser Grundlage erworbepe Kulturgut sicherlich mehren) und ausbauen werden. Der Ordenspräsident Bi. K r a u s hofft gleichfalls, das neue Werk werdj; »unendlich viel! Segen stiften.« j Das Finanzkomitee läßt durch seinen Vorsitzenden, Br. Cohen, seine Bereitwilligkeit erklären, (Jie Hillel-Stiftung zunächst auf ein Jahr .mit 25000 Dollars zu finanzieren. Da diese Fürsorge fdr die jüdische Studentenschaft nunmehr vom Orden übernommen wird, nimmt die an der Universität Illinois wirksame Stiftung den Namen »B’nai B’rith Hillel-Stiftung« an. Aut Wunsch der Versammlung Werden unverzügl^h Schritte getan, auch die an der Universität jdes Staates Wisconsin studierende Jugend zu eineiti Verbände zusammenzufassen und auch aus der^n Mitte Kräfte zur Erteilung des Religionsunterrichts zu gewinnen; auch in Champaign 190 —

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