Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 14 - November (11.1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 189 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Pflanzstätte jüdischer Gelehrsamkeit in dem Heim untergebracht ist. das auch unsere Berliner Logen birgt. Der neue Ordenssekretär, Br. Lewis, verlas eine die Akademie betreffende Denkschrift. Daraufhin spendete das Exekutiv-Komitee einen einmaligen Betrag von 2500 Dollars FUr die jüdische Universität in Jerusalem bewilligte die Versammlung auf fünf Jahre den Betrag von 5000 Dollars, zahlbar in jährlichen Raten nicht über 1000 Dollars. Das Gesuch um Geldmittel zur Errichtung eines jüdischen Bibliotheksgebäudes in Jerusalem wurde vorgelegt; eine Beschlußfassung wurde jedoch vertagt. Die Bitte der Krakauer Studenten unt Mittel zur Gründung einer Studenten!lerberge mußte aus finanziellen Gründen abgelelint werden. Mit großer Bereitwilligkeit spendete die Versammlui g c!en Betrag von 20 000 Dollars zur Errichtung ejnes Büros in Mexiko zwecks Beratung und eventl. Unterstützung einwandernder Glaubensgenossen. Da dies Zukunftsland in absehbarer Zeit auch Arbeilsstäiten unseres Ordens aufweis m wiid, so ist es erklärlich, daß unser Ordenspräsident das Aufblühen jüdischen Lebens in Mexiko mit besonderem Interesse verfolgt und demgemäß sich die Oberaufsicht über die Verweidung der bewilligten Geldmittel vorbehält. Unser unvergleichlicher Br. S i m o n Wolf führte den Ehrentitel »Der jüdische Gesandte in Washington^ folgten Htnsche vorhanden, der mit hat Präsident b e r g mit dei Bei seinem am 4 |uni 1923 erden war kein Beamter des Ordens die erforderlichen Verhandlungen der Bundesregierung geführt hätte. Daher Kraus Br. Moritz Rosen- Vertretung des Ordens in. der Reich&hauptstadt betraut. Br. Rosennergs Bericht über seine Tätigkeit wurde so beifällig aufgenommen, daß die Versammlung nicht nur d«e Ernennung des Br. Rosenberg bestätigte, sondern zu Repräsentationszwecken, namentlich zur Errichtung eines entsprechenden Büros, den Betrag von 1500 Dollars bewilligte. Wichtige diplomatische Schritte werden selbstverständlich vom Ordenspräsidenten selber getätigt. Br. K r a u s legte dem Exekutivkomitee seine Korrespo idenz mit dem polnischen und mit dem bulgarischen Geschäftsträger in Washington vor undbene itete über die vom Orden unternommenen Schritte gegen die Unterdrückung der Juden in Saloniki. Auf Veranlassung der Tagung soll Br. Krau^ dem früheren amerikanischen Botschafter bei der Pforte, Br. Morgehthau, für seine tatkräftige Unterstützung der vom Orden getätigten Schritte denr Dank des Exekutivkomitees aussprechem Eine torwaltungstechnische Frage, ob die Logen in Aegypten und Syrien der Großroge des 11. Disirtkts (Konstantinopel) oder derjenigen des 14. Distrikts (Jerusalem) zu unterstellen sind, soll auf einer gemeinsamen Tagung der orientalischen Logen in Kon%tantitiopel entschieden werden. Sollten sich die Logen in Aegypten und Syrien dem Distrikt 11 anschließen, so würde demnach die Großloge'No. 14 selbständig sein und ausschließlich dieTochteilogen in' Palästina umfassen. Eine gemeinsame Logen- * zeitung, die »Menorah«, soll die Interessen beider Geschäftsbereiche vertreten und dert Brüdern beider Distrikte übermittelt werden.. Ein Bericht über diese gemeinsame Großlogentagung steht zur Zeit noch aus.*) ’ Nach einem kurzen Bericht des Ordenspräsidenten über d?n Stand der Palästina-Hausbauangelegenheit, der in die Aufforderung zu einem energischen »Werbefeldzug< . ausklang, nahm Professor Dr. Weizmann das Wort zu seinem Referat über die Universität in Jerusalem, in welchem er behauptete, daß die Ostjuden — und mit diesen meinte er alle Juden östlich des Rheines, welcher längst der Weichsel den Rang abgelaufen habe! — sich in so schlimmer Lage befinden, daß sie nicht wissen, ’was sich von heut auf morgen ereignerr mag.* fn trüben Farben malte Weizmann die Lage der Juden im kommunistischen Rußland, dena sie werden dort von den Bolschewisten für den Kapitalismus und umgekehrt von den Kapitalisten für den Bolschewismus verantwortlich gemacht. »Wenn die Tore Rußlands ,heute offen wären und Freizügigkeit von einem Lande zum. andern bestände, würden wir einen Auswanderungsstroni erleben, gegen welchen die Auswanderung nach Amerika zur Zeit ihres höchsten Standes als ein Kinderspiel erschiene!« Heut werde dieser Auswanderungsstrom nach Palästina abgelenkt, aber auch dort sei die Einwanderung zunächst nur in beschränktem Maße möglich. Auf das Thema seines *) Inzwischen erschienen und in dieser Nummer bereits vermerkt. ■' ,2. . , 184 —