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Der Orden Bne Briss · 1924-11-01 · Nr. 14 - November (11.1924) · p. Seite 175

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 14 - November (11.1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 175 (sequence 5)
Language
German
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haupt, von sportlichen, sozialen und geselligen Aufgaben, kurz von Interessen, die die jüdische zusammenschließt. Jugendorganisation wäre am eine Arbeitsgemeinschaft sämtlicher Jugendvereine herbeizuführen. Auf die Jugend Einfluß zu gewinnen, dahin zu wirken, daß die jüdische Jugend im Geiste Jugend eint und Die neutrale ehesten geeignet, des Judentums und des Ordens erzogen wird, ist eine der vornehmsten Aufgaben der Oroßloge. Mit der Jugend verjüngt sich der Orden. Möge die) kommende Großloge in all ihren. Verhandlungen in anregendem, fruchtbarem Austausch] der Meinungen und Erfahrungen zu einer Verjüngung,; ziu einer verheißungsvollen Erneuerung unserer Logenarbeiten hinfüh'ren. i Bericht über die Ereignisse seit der letzten Großlogei^tagung (1920-1924). Die Uebersi:ht über die Oeschehnisse der letzten 4 Jahre, 1920—1924, seit der letzten Oroßlogenfagung, ergibt ein Bild, das sich in gewisser Beziehurg mit keinem Bilde der Vergangenheit aus dem gesamten Logenleben vergleichen läßt, auch nicht mit dem der Kriegsjahre. Es war ein Sinken in wirtschaftliche Not, unter Verflüchtigung s lies dessen, was man im wirtschaftlichen Leben als »Vermögen« zu bezeichnen gewohnt ist. Ein ständiges Sinken ih Hoffnungslosigkeit, eine Eedrängung alles Oeistigen bis zu einem Tiefpunkt, der vollständiger Verzweiflung gleich tukommen schien. Sodann eine allmähliche Besserung mit der sogenannten »Stabilisierung« und ein Hinübergleiten in zwar immer noch enge, aber doch scheinbar Sicherheit bietende Verhältnisse. Die Not, die wir durchlebt haben, hatte, wie alle allgemeinen Organisationen, so auch die jüdischen erfaßt und unter ihnen die der Großloge nahestehenden. Tausendfältige Beziehungen ergaben eine Wechselwirkung zwischen deii Not der jüdischen Organisationen und der Großloge. Und immer war es die Oroßloge, an die man sich wandte mit der sorgen Einwirkung, dur n Frage, ob nicht durch ihre ch ihre Kraft, durch ihren Aufruf eine Erweckung lebenschaffender Kräfte möglich wäre. Neben der Not der jüdischen Organisationen wuchs die Not im Bruderkreise in geradezu schreckenerregendem Ausmaß. Der altruistische Grundsätze »Nichts für uns, alles für andere« schien zur Sinnlosigkeit geworden zu iein. Menschenpflichten und mehr noch Bruaerpflichtcjn drängten zu einem Umsturz lang gewohnter Anschauungen. Es braucht wohj kaum besonders betont zu werden,, daß die Oroßloge füit jüdische Organisationen,, die in Not waren, unä für Brüder, die zu versinken drohten, alled getan hat, was in ihren Kräften stanjj. In dielser Beziehung ist vieles' geschehen, was! durch zjahlen und Statistiken nicht in Erscheinung treten kann. Brüderliche Mühe und Fürsorge wurde restlos eingesetzt, unabhängig 'vonldei Frage, ob ein Erfolg leicht oder schwer zu örrei :hen War, was besonders mit Rücksicht auf die enigeji Brüder betont sei, für die beim besten Rillen nicht das zu erreichen war, was wir alle] sehnlichst gewünscht hätten. Die Not hat in den letzten Jahrendie merkwürdigsten formen angenommen.' Zunächst überfiel sie 'die geistigen Berufe und die Angestellten, Rechtsanwälte, Aerzte, Rabbiner, lehrer wurden von lihr in einer ‘ geradezu schreckenerregenden \Xfeise erfaßt, während sich zunächst diel Kaiifmanijischaft in einer verhältnismäßig günstigen Pqsition befand. Allerdings konnte man nifr.von einer Scheinblüte sprechen, denn die Sachlage hat sich nach der Stabilisierung in der' Weise geändert, daß zwar die' freien Berufe sich noch; nicht auf grünem Zweige sehen, aber doch ein etw^s ruhigeres Leben führen, während nutimehr die1 Kaufmannschaft durch die Kreditnot sich jn dner schwer durchzukämpfenden befindet. Hoffentlich schafft auf diesem 175

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