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Der Orden Bne Briss · 1924-11-01 · Nr. 14 - November (11.1924) · p. Seite 176

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 14 - November (11.1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 176 (sequence 6)
Language
German
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Gebiet die politische Stabilisierung, was bisher rein wirtschaftlich nicht erreicht werden konnte. Es ist selbstverständlich, daß in dieser Zeit der Not, die die 4 letzten Jahre kennzeichnet, der Oedanke zunächst sich durchrang, aus eigener Kraft helfend .einzutreten. Ausdruck dieses Gedankens war die Einrichtung des sogenannten Kulturfonds. Die Anregung des Br. Steinhardt-Magdeburg, Geldmittel zunächst aus Logenkreisen flüssig zu machen, um dem Untergang der jüdischen, Geisteswissenschahen, der jüdischen Institute zu steuern, war in der letzten Großlogentagung vom Jahre 1920 abgelehnt worden, weil zunächst nicht die Form gefunden werden konnte, diesen i Gedanken in die Tat umzusetzen. Aber die Ablehnung der Form war zugleich in die Aufforderung gekleidet, nunmehr den Weg zu finden, derjzur Tat führet sollte. Es war. dies eine Aufforderung, an das Gen.-Kom., seinerseits das Erforderliche zu veranlassen. Da« Gen.-Kom. hat sich dieser Aufgabe unterzogen und sie gelöst; und es ist besonders das Verdienst der Brüder Blau und L i s s e r gewesen, die Form gefunden zu haben, die Annahme finden sollte! Nach! langwierigen vielfachen Beratungen wurde der Beschluß gefaßt, Geldmittel zunäChstt aus Logenkreisen in der Weise zu sammeln, daß pro Kopf des Einzelmitgliedes und Jahr ein Mindestsatz von M. 100.— zusammengebracht werden sollte, wovon die Hälfte der Großloge zuflpsse. Es sollte Aufgabe der Großloge sein, an erster Stelle diejenigen Institute zu bedenken, die sich über das ganze Reich erstrecken, während den Logen die Sorge ür die lokalen Institute, gegebenen Falls auch ur die Not einzelner bedrohter Träger des geistigen Lebens, Rabbiner und Lehrer, zufallen sollte. Bei der Tätigkeit der Logen mußte man darauf bedacht, sein, einein Weg inne zu halten, hei dem die Gemeinden »ich nicht ihrer Pflicht enthoben fühlten, ihrerseits für die Träger des jüdischen Geisteslebens zu sorgen. Einzelne .ogen sind in Verfolg der gefaßten Beschlüsse n dem Sinne, vorgegangen, daß sie die Gemeinden mit zu Leistungen für den Kulturfonds heranzogen. In geradezu vorbildlicher Weise hat auf diesem Gebjet unsere Leopold Zunz- Loge-Braunschweig gearbeitet und das gesagte Braun Schweiger Land -in den Dienst ihrer Werbetätigkeit gezogen und relativ sehr große Summerr aufgebracht. Es darf hierfür besonderer Dank an dieser Stelle zum Ausdruck gebracht werden. Eine besondere Stellung hat in der Frage des Kulturfonds der Hessische Logenverband eingenommen, der dadurch zunächst in gewissen Gegensatz zur Großloge sich stellte. Die Oründt hierfür v-aren, wie wir auch hier anerkennen wollen, besondere Leistungen, die der hessische Logenver jand für lokale Anforderur gen zu erfüllen hatte und erfüllt hat. Es i«t uns eine besonder: Freude gewesen, daß auch der hessische Logenverband sich schließ ich bei der großen Frage unter Ueberwindung aller Widerstände it Reih und Glied stellte, so daß die Gesamtal tion in harmonischer Wc ise verlief. Die Zeit hat' es mit sich gebracht, daß wir in den gegenwärtigen Berichten Leistungen der Logen, cie sich in Zahlenwerten darstellen, nicht in der genügenden Weise zur Kenntnis bringen können, weil durch die ständig wechselnden schwind« Ihaften Ziffern der Inflationszeit jeder Vergleich smaßstab für geldliche > Verte verloren gehen mußte. Aus diesem Grunde tritt in den vorliegenden Berichten der besondere Fall ein, daß Geldwerte gar njeht oder so gut wie gar nicht genannt werden-. Hahe Ziffern haben f( r uns jetzt keine Bedeutung; mehr und kleine Z ffern waren zu gegebener Zeit bedeutsamer al > sie nur irgendwie uns jetzt erscheinen können. Aus den Mitteln des Kulturfonds wurden folgende Institute unterstützt: Hochschule für die Wissenschaft de£ Judentums, Jüd. Lehrerverein Köln, Burgreppach, . Centralverein, Vorstand der Gemeinde Frankfurt, Rabbinerseminar Berlin, Gesanjtarchiv der Deutschen Jude^i, Vereint religiöser jüd. Schriften, Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Jüd. tneolog. Seminar in Breslau, Samscfn-Schule, Akademie Berlin, Lehreibildungsanstalt Würzburg,_ Ahlen1, Verlag Jude. Den Gedanken des Aufbau! Palästinas glaubte das Gen.-Kom. dadurch zu dienen, daß 176

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