Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 14 - November (11.1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 173 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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im Osten nur Sie bedeutet m Solidarität, des keit, sondern dnd an keiner! unser Oeschic < fürchten. Nichts ist verkehrter als anzunehmen, daß den westeuropäischen Juden, die sich trotz allem Antisemitismus geborgen fühlen, die Not eine Frage der Philantropie ist. :hr als man ahnt: eine Schicksalsgemeinschaft, nicht nur aus Oründen jüdischer Mitgefühls und der Menschlichweil jede Katastrophe übergreift Orenzpfählen Halt macht, weil eng verknüpft ist mit dem Oeschick aller unserer Glaubensgenossen. _Von dieser Schicksalsgemeinschaft können wir uns, auch wenn ei nzelne Kreise in Deutschland es sich einbilden, niemals loslösen. Auch wenn wir es kÖnnter, wollen und dürfen wir es nicht, wir wären sonst keine Bne Briss, die es zu ihren idealen A ufgaben rechnen, den Opfern der Verfolgung zu Hilfe zu eilen. Es wirddaher sicherlich in allen unseren Logen gutgeheißen werden, daß der Orden in der ganzen Welt mit seinen Logen und Brüderschaften an den Aufgaben eines Weltverbandes für soziale Hilfe emsig und opferwillig mitzuarbeiten bereit ist. Unter dem Druqke und dem Einfluß öffentlicher, politischer Interessen und Auseinandersetzungen hat sich der Orden in Amerika dazu drängen lassen, eine Reform des Ordens an Haupt und O Schreiben desE daß der Antise auch in Amei immer wieder Juden wollten iedem ins Auge zu fassen. Ein xekutiv-Komitees weist darauf hin, nitismus sich in cfer ganzen Welt, ika, stark ausgebreitet hat, daß das Märchen verbreitet wird, die die Macht an sich reißen, um die Welt zu beher 'sehen, und daß es im Hinblick auf den Vorwurf der Geheimbündeiei nach Ansicht zahlreicher Brüder in Amerika vielleicht an der Zeit sei, d:n Orden Bne Briss auf hören zu lassen, eine angebliche »Geheimorganisation« zu sein. Die Auffassung der amerikanischen Brüder ist der unsrige die Wesensart in Deutschlanc In der im Konferenz d^r j entgegeng< setzt. Sie verkennt und die Aufgaben des Ordens — und man darf hinzufügen: Im Kontinent überhaupt, denn auch die anderen europäischen Distrikte arbeiten nach dem Vprbilde, den Oe jankengängen und I Prinzipien des deutschen O/duns, in dessen Bahnen sie wandeln. August in Karlsbad stattgehabten Großpräsidenten aller kontinentalen (jlroßlogen kam, wie Br. Timendorfer berjicfitet, der einmütige . Entschluß zum Ausdruck, di^. amerikanischen Vorschläge abzulehnen. , .. Mit ein^r Ablehnung allein ist es noch nicht getan. Wir werden auf der Großlogentagung unseren Standpunkt eingehend'*2u begründen haben. | Hier sei - nur vorweg darauf hingewiesen, daß uns der Vorwurf der Geheimbündelei" überhaupt nicht trifft. Wir sind keine geheime, sondern eilte, geschlossene Gesellschaft, wie es deren auch is^nst viele gibt, ohne daß man ihnen den Vorwurf jder Geheimbündelei macht. -.Mehr als in Amerika brauchen wir jn Deutschland die geschlossenen Logen, weil bei uns im Oegensaitzj zu Amerika die nach außen gravitierenden Ordensinteressen nür einen Teil unserer Tätigkeit bedeuten. Den vielleicht noch wichtigeren’ ethischen Teil fassen wir in dem Wort »Innere Mission« zusammen. Zur Erfüllung aller^j erzieherischen Aufgaben unserer »inneren Mission« sind geschlossene Logen unentbehrlich {und unerläßlich.' Das amerikanische Rundschreiben stellt die Frage, ob es ratsam wäre, die Frauen zr^ Mitgliedschaft jnjden Logen zuzulas$en.| , In deri Großloge des Jahres 1920 ist das Problem sehr i eingehend behandelt worden. Bei der Behandlung dieser Frage hatte sich die Proßlöge sogar als offene Loge konstituiert und auch führende Frauen zu Worte kommen lassen. Die glänzenden, warmherzigen und eindrucksvollen damaligen Ansprachen der Schwestern Frau Seligmann ijnd Frau Dr. EschelbaCher hatten einen nachhaltigen Eindruck ausgelöst Es ist nicht abzusehen, welche Entwicklung die Bestrebungen zur Gleichstellung der; Frau im Logenlepen mit der Zeit nehmen wird. Der Antrag auf Zulassung der Frauen als vollberechtigte Lagenmitglieder würde in der Großloge 4*920 mit yveit überwiegender Mehrheit (gegen 28 Stimmen! abgelehnt. Einmütig aber wurde der Antrag angenommen, den Logen zu empfehlen, die Frauen unter allen Umständen zur Mitarbeit nicht nur in unseren Institutionen, sondern auch in geeigneten Logen-Kommissionen zuzuziehen, und mindestens einmal, im Monat Sitzungen rph Damen zu veranstalten, in denen sie nicht nuj’ Vortragszuhöhfrinnen sind, sondern — 173 -