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Der Orden Bne Briss · 1924-10-01 · Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924) · p. Seite 163

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924)
Date
1924-10-01
Page
Seite 163 (sequence 29)
Language
German
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für jedes zwischenliegtnde Jahr zu beobachten. Nun die Kriegsunj Nachkriegszeit! Die , 5 Monate Kriegszeit von 1914 bewirken bei dejr Gesamtzahl der Eheschließungen im Deutschen 511 :83 auf 460 60$» 52 675 oder 10,2 pCt. Reich die Abnahme von d. i. um nicht mehr als bei den rein jüdischen abjer voh 3621 auf 2617’ d. i. um 1004 oder 27,7 pCt. Die: psychologische Wirkung des Kriegsausbr jehes, soweit sie sicÖ in dem Entschluß, die Ehe einzugehen, äußerte!, war also in jüdischen Kreiser eine sehr viel stärkere, als bei der Allgenieinhe t. Im folgenden Kriegsjahr 1915 geht die Gesantzahl der Eheschließungen um 182 400 oder; 9,6pCt. zurückdie der rein jüdischen urr 1519 oder 58,0 pCt.| also wieder in sehr viel siärkerem Maße. Damit I war auch der Tiefstand erreicht. Das Jahr 1916 führte für die Allgemeinheit eine, wenn .auch1 nur außerordentlich geringfügige, für die rein jüdischen Eheschließungen verhältnismäßig größere Zunahme herbei die sich nun bei beiden Gruppen von Jahr zu Jahr verstärkt und im Jahr 1920 zum Gipfelpinkt von 894 977 Eheschließungen überhaupt und 7497 rein jüdischen hinaufführt. Und dies m einem von schweren Gebietsverlusten betroffenen Reiche. r Daß bei Zusammenfassung der Kriegs- und Nachkriegszeit für die Eit Wicklung der rein jüdischen Eheschließungen sich ein viel ungünstigeres Ergebnis als für die Gesamtheit herausstpllt, wurde schon oben' hervorgehoben. Anders aber verhielten sich die Eheschließungen von Juden mit Cfiristen. Da ist es denn zunächst sehr beachtenswetjt, daß der Kriegsausbruch in schroffste Allgemeinheit wie insbesondere jüdischen Eheschließungen Rückgang, sondern eine felativ nähme von 1033 im Jahr : 191 folgenden herbeiführte, während Mischehen zwischen Evangelischen und Katho lischen nur eine ganz, geringfügige Steigerung ergab. Der^Grund für dieses ex halten der jüdischen Mischehen dürfte wohl bei den Fällen der Legitimierung voti schon bisher bestandenen Beziehungen durch trauungen zu suchen sein, mit gesichts einer. Art höheren bestandene Bedenken und rlemjn m Gegensatz zu der nicht allein keinen erhebliche-Zuauf 1249 im sich für die zu den rein die Kriegs denen man an- Gewalt über bisher ungen hinwegschritt. ' Während in den 8 Vorkriegsjahren von 1906—1913 im ganzeri 7732 jüdische Mischehen geschlossen wurden, stieg die Zähl' im anschließenden 8jährigen Zeitraum von 1914—1921 auf nicht weniger als [ 10 848 und dies trotz der Gebietsverluste, die sich in ihrer statistischen Auswirkung schon für, 1917 durch den Mangel der Angaben für Elsaß-t-othringen geltend gemacht haben. Für die rein jüdischen Eheschließungen hatten Wir aber schon Oben ein erhebliches Zurückbleiben in der neueren Periode f^stgestellt. i . - Bezüglich der jüdischen Mischehen seien noch einige interessante Punkte hervorgehoben, so zunächst das häutigerje Vorkommen von Eheschließungen jüdischen Männer mit christlichen Frauen gegenüber den Verbindungen von christlichen Männern mit jüdischen Frauen. Im ganzen Zeitraum von 1906—1921 standen 10 892 jüdischchristlichen Mischehen | 7688 christlich - jüdische gegenüber, ein Mehr auf Seiten der ersteren von •nicht weniger als 41,7; #/[t. Wie dieser Unterschied kausal zu werten ist, läßt sich schwer sagen, wirksam mag v]or allen Dingen der urr allgemeinen bei den Töchtern jüdischer Häuser in höherem Maße zu j vermutende Zusammen-' hang mit der Familie sein, daneben aber mögen auch andere Faktoren, wie die Beschäftigung in ■ Beruf und Gewerbe, eiijien Einfluß ausüben. < Interessant ist ferrier der Einblick in die Vertretung der beiden christlichen Ha-uptkonfessionen bei den jüdjschen Mischehen — die ■Statistik führt als drittel Gruppe noch die sonstigen Christen«. Unter den 18 187 in dem gleichen 16jährigen Zeitraum von 1906—1921 geschlossenen Ehen zwischen Evangelischen . pder Katholiken mit Judejn sind die Evangelischen beider Geschlechter im IVerhältnis von mehr als. E: 1 vertreten, während sie in der Gesamtevölkerung nur etwa dpppelt so zahlreich als ie Katholiken sind —f wohl mit' eine Folge der bei diesen stärker wirksamen religiösen Bindungen. _ Zusammenfassend ist festzustellen: in den früheren Jahren eine gewisse spezifische Stagnation der rein jüdischen Eheschließungen, dafür eine entschiedene Aufwärtsbewegung der jüdischen Mischehen. Man mag fich zu letzteren stellen, wie man wolle, man ijnag sie selbst als «ine Stufe zur Assimilation gelten lassen, ypm Stand- — 163

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