Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 162 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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: Für die Jahre 1922 und 1923liegen die Zahlen zurzeit noch nicht vor, . welch treues Bild des Wechsels der Zeiten spiegelt sich in diesen Zahlen wieder! Drei Perioden heben sich deutlich | von einander ab. Bis 1913 — wenigstens dem ibsoluten Betrage nach — immerhin innerhalb i nicht allzuweiter Grenzen verbleibende.Schwankungen, von 1914 bis J918 weit unter den Stand ddr vorhergehenden , Jahre herabsinkende Beträge, endlich die Nachkriegszeit mit mächtiger Erhebung über diesen Stand. Nach den für. die gesamte Bevölkerung zurzeit vorliegenden* einstweilige l Zahlen der Eheschließungen in den Jahren 1922 und 1923 ist, wie für alle, so auch für die rein jüdischen mit einer Fortsetzung; der schon jm Jahre 1921 neuerlich wiedereingetretenen Abnahmebewegung von dem übrigens hohen Stande von 1920 zu rechnen, doch dürfte das Niveajü der Vorkriegszeit auch bei den Juden in dfcn beiden letzten Jahren noch immer in sehr beträchtlichem Umfange überschritten worden sein. Freilich zeigt sich bei deu rein jüdischen Eheschließungen bei weitem nicht die .gleichartige fWiedererhebung aus den Tiefen des Krieges zdri den höhen der Nachkriegszeit, wie sie bei der [Gesamtheit festzustellen ist. Bei dieser belief [sich die Zahl der Eheschließungen in den-letzten acht Friedensjahren 1906—1913 auf ca, 4,04 Millionen, in den folgenden acht, die Kriegszeit ufid die ersten drii Friedensjahre umfassenden Jal^re auf ca. 4,15 Millionen, so daß der Verlust in den Kriegsjahren durch das starke Aufholen irt der Folgezeit zürn Ausgleich gelangt und darüber [hinaus noch eib Mehr von über 103 000 zustande gekommen wäre; freilich erscheint dieses Mehr nicht eigentlich als Gewinn, da mit der Zunahme der Bevölkerung, die bei Fortbestand des Friedens trotz des Geburtenrückganges zweifellos auf ziemlich gleicher Höhe geblieben wäre, auch die Zahl derEheschließungen sich in.entsprechend ansteigender Linie bewegt hätte. Beachtet man aber, daß auch die Jahne 1922 und 1923 für die Gesamtheit der Eheschließungen mit ca. 682 000 und 583 000 noch immer ein erhebliches Mehr gegenüber der Friedenszeit, erbracht haben; so kann wenigstens auf diesem Gebiet an der reichlichen Deckung der Kriegsverluste keinerlei Z'weifel bestehen. Die Zahl der rein jüdischen Eheschließungen .aber zeigt eine sehr viel ungünstigere Entwicklung; während s e sich in den acht Vorkrieg^jahren auf 31060 belaufen hatte, betrug sie in den folgenden a :ht Jahren nur 27 989, ein \X|eniges sonach vor auf unsere Lothringen sein, teilwei;e aber auch auf das Zusammenwirken sozialer unc wirtschaftlicher Faktoren. Ob und inwieweit Ceckung in den beiden letzten über 3 000! Das wird zu|m JTeil Gebietsverluste in Posen, Elsaß- und Westpreußen zurückzifführen Jahren 1922 und 1023 bei den rein jüdischen Ehfen eingetreten ist, läßt sich zur Zeit mangels der Zahlengrundlagen noch nicht übersehen. Fassen wir die oben mitgeteilte Ueb|ersicht näher ins i^uge, so begegnen wir in ddr Vorkriegszeit e nem Höchstbetrage von 4 0110 rein jüdischen E «Schließungen im Jahren 190)6. Im letzten Friedensjahre aber war sie auf! 3621 zurückgegar gen, d. i. noch unter den [Stand von 1901, obwohl die jüdische Bevölkerung, wenn auch nicht sehr erheblich, zugenommen hatte. Das aber ist keineswegs eine allgemeine Erscheinung. Nahm doch die Gesamtzahl der Eheschließungen im Deutschen Reich in den ersten l3Jairen dieses Jahrhunderts um 9,6 pCt. zu. Die r :in jüdischen Eheschließungen mit ihrer Abnahme um 6,7 pC t. im gleichen Zeitraum^ tietep also in sehr beachtensjwerter Weise aus dem allgemeinen Rahmen heraus, was auch voraussichtlich der Fall sein dürfte, selbst wen i der Vergleich auf der Grundlage nicht der allgemeinen, sondern lediglich der heiratsfähigi n Bevölkerung, also bei Ausjschluß der U/ierwr chsenen und der Verheiratetin angestellt wert en würde — wofür aber die erforderlichen Zahli nangaben nicht vorhanden sind. Dagegen waren die Eheschließungen von jüdischen Männern mit christlichen Frauen oder von jüdisef en Frauen mit christlichen Männern in * jenem Zeitraum von 1901—1913 in fast beständiger Aufwi rtsbe vegung von 652 auf 1033, also um 58,4 p 2t. angewachsen, während sich für die evangel sch-xaiholischen Mischehen eine Zunahme von nur 26,0 pCt., also relativ von noch nicht dem ralben Umfang ergibt. ‘ Nun mögen die soviel kleineren absoluten Beträge der jüdischen Mischehen eher zu einer gewissen Beweglichk iit der Verhältnisziffern, also gdegent- . lieh auch zu einem stärkeren Ausschlag nach oben Anlal I geben, aber jenes für das letzte Friedensjah festgestellte Voreilen ist doch auch -t 162 —