Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 160 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Schaftiich und sozial unwerl die Gesamtheit der jüd Handwerker belasten. Derartige Knaben finden besser in Stellung als ungelernte Arbeiter ihr Brot. Indem wir somit an die Logen die Aufforderung richten, für. die Zuführung der jüd. fugend zum Handwerk und zu technischen Berufen in ihren eigenen Kreisen und in den Gemeinden irrrege Agitation einzutreten, möge nochmals betont werden: Nicht der Gedanke darf uns leiten, dem antisemitischen Vorwurf von der Abneigung der Juden gegen Handarbeit entgegenzutreten, sondern einzig und allein die Rücksicht auf das eigenste Interesse unserer lugend, der wir die beste moralische und wirtschaftliche Förderung angedeihen lassen "wollen. Nortra res agitur. Auch soll nicht allgemein von der Kaufmannschaft abgeraten werden, trotz der ungünstigen Stellung der darjn Angestellten, oder von den akademischen Berufen, - trotz der llfeberfüllung. Gute Vorbildung uad ausgesprochene merkantile £ignung,auf der einen, ernstes wissenschaftliches Streben auf der ander.en Seite weisen ohne {eiteres derr richtigen Weg. Aber der mangelnden eberlegung und Gedankenlosigkeit muß beegnet werden, mit der auch heut« noch unter den Umwülzungen und Schwankungen im Wirtschaftsleben in unseren Reihen über den Beruf des jungen Menschen entschieden wird, ohne daß-seine Anlagen und Neigungen und die Aussichtender technischen Berufe in Betracht gezogen werden, obwohl diese oft sehr günstig stind.. Der Abiturient einer höhererl Schule mit Begabung für Mathematik und Zeichnen kann nach einer, praktischen Ausbildungszeit und dem Studrum auf . einer Hochschule Anstellung im Staats- und Kommunaldienst oder in einem industriellen Privatbetrieb finden. Dem fünglipg mit Reffe für Obersekunda steht na^h der praktischen Lehrzeit in einer Maschinenfabrik *oder in einem elektrotechnischen Betriebe der Zugang zu einer höheren Maschinenbauschul« offen, nach deren Vollendung er als lngenieur ode|~ Maschinentechniker für Konstruktionsbüros oder] als Betriebsleiter sich betätigen oder mit der Zeit! eine eigene industrielle Anlage .leiten kann. Ufnd die, die nur mit der Volksschulbildung tücjhtige Handwerker werden, ihnen bietet sich heute bei der katastrophalen Verarmung Deutschlands auf allen Arbeitsgebieten, die der Befriedigung nötiger Lebensbedürfnisse dienen — dem Wohnen, Essen, Kh iden usw. mit ihren zahlreichen handwerklichen Betrieben — , bessere Aussicht auf Verdienst und spätere Selbständigkeit, als wenn sie das feer der durch den wirtsciaftlichen Zusamme ibruch, durch den Abbau in den meisten F andelsbetrieben, durch die Verfngerung der Bank« n, durch die Konkurrenz der weiblichen Arbeitskri fte ohnehin schon gedrückten und eingeengten kaufmännischen Angestellten oder Agenten noch vermehren. Bei ernstem Streben und genügender Begabung kann der Handwerker nacfi abg fegter Gesellenprüfung durch 1V2 bis 2jäHrigen Besuch einer Fachschule (für Maschinenbau, elekt otechnische Lehranstalt, Fachschule für Installatioistechnik, Baugewerkschule) eder einer Kunstgewerbeschule (Kunstschlosser, Schreiner,- Graveur, Vlaler, Holzbildhauer, Modelleur, Buchbinder, K :ramiker usw.) in gehobelte Stellungen aulriicken Konstrukt als Werkstattleiter und Ge önsbüros oder sich später zui eines eigenen Betriebes aufschwingen. lilfe auf r Leitung Daß aber Techniker heute fremd :n Lande auch dei Handwerker und leichter als der Kaulmaun im seine Zu cunft aufbauen kann, wenn unserem »edrängten Wirtschaftsleben au bedarf ke per weiteren Erörterung. Auch im allgemeinen jüd. sollten wir , der Berufswahl nicht. nur Wirtschaft ich materialistischen Einstellung gegenüberstehe 1 Der jüd. Volkskörper, hat" durch die einseitige Berufstätigkeit, durch die er aus;wandert, Interesse mit der einseitige intellektuelle Ausbildung, durch die Abwähderung vom LanC in die Städte gelitten. Eine Regeneration durch UeDerführung eifies Teils der Jugend in die LandWirtschaft ist bei uns aus hiernicht zu erörternd :n Gründen ausgeschlossen. Wer aber, wie wir, in unserem Lehrlingsheim dii körperliche Entwicklung der Handwerkerlehrl nge verfolgen kann, wie sie durch die Berufsarbeit und daneben durch Turnen und Sport in kurzer Zeit sich zu kräftigen Jünglingen mausern, der wird das Han< werkerleben auch von diesen Erfolge aus würc ig^n lernen. Da es besonders kleinen Orten oft geeignet« Meister auf dem Lajnde und schwer und unmöglich ist, zu finden, so müssen die Log«n besonders in diesen Fallen ihre Fürsorge leihen. Die Lehrlingsheime die wie 160 —