Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 157 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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denen insbesondere auf religiöse Bedürfnisse Rücksicht genommen wird. Sie kann aber weiterhin auch doch schon gewisse allgemeine Gesichtspunkte berücksichtigen. Sie kann im Interesse der gleichmäßigen wirtschaftlichen Verteilung der deutschen Juden auf die verschiedenen Berufe vor gewissen überfüllten Berufen warnen Hier wird allerdings schon die wirtschaftliche Lage von selbst helfen, die den übermäßigen Zudrang zum akademischen Studium eindämmt. Auch dürfte der übermäßige juristischen Studium mit dem Ziel Beamtenlaufbahn schon dadurch , nachdem jüdische Staatsanwälte jsräte in gewisser Zahl vorhanden sind, der Ehtlgeiz nach dem Schwererreichbaren bei vielen Bewerbern wegfällt. Die erstrebte Zuführung möglichst vieler junger Leute zu Landwirtschaft und Gartenbau stößt gegenwärtig auf Bedenken kommens. bungen auf Zudrang zurp der höheren aufhören, daf und Regierur wegen der Schwierigkeit des Fort- Ij)er überwiegende Teil der Bestrediesem Gebiete liegt jetzt in zionistischen Händen mit dem Endziel der Betätigung in Palästina. sein, daß sie Der Hauptgedanke der jüdischen Berufsberatung muß aber in gegenwärtiger Zeit der wieder die Achtung vor ordnungsmäßigem Lernen, Wissen und Können hebt. Den jungen Leuten muß klar gemacht werden, daß die scHnellerworbenen Reichtümer der Inflationszeit mit wenigen Ausnahmen schnell wieder zerflossen Sind und daß gerade als Jude nur derjenige im Daseinskampf etwas Ersprießliches erreichen kann, cLer auf eine ordnungsmäßige, mit Fleiß ijnd Gründlichkeit zurückgelegte Ausbildung blicken kann. In diesem Zusammenhang kann auch1 der alte Satz vom goldenen Boden des Handwerks gerade mH Beispielen aus der Gegenwart beiegt werden. , Die jüdische Berufsberatqng für Jugendliche wird von den Arbeitsnachweisen und. den Stellen des jüdischen Frapenbtinäes' ausgeübt. In Berlin befindet sich ihre Geschäftsstelle »Auguststr. 17«. Dringender aber noch, freilich auch schwerer, ist die Beratung der Existenzlosgewordenen, die entweder durch die Zeitverhältnisse aus ihrem bisherigen! Beruf herausgeschleudert sind, "öder ihn mit Rücksicht auf erworbenes Vermögen, das inzwischen wieder verlören gegangen ist, aufgegeben haben. Hier kann im Einzelfall nur der Rat jpiner erfahrenen, im Wirtschaftsleben stehenden; Persönlichkeit helfen, $ler die persönlichen Verhältnisse genau bekannt sind. Gerade hier gibt die Logenzugehörigkeit und die. durch sie vermHielten Beziehungen eine besonders wertvolle! Hilfe. Auch die Gemeinden' haben * .. H ihre Aufgaben auf diesem Gebiete , erkannt. Vielfach, insbesondere in Berlin, sind für'derartige Zwecke jbesondere Darlehnskassen errichtet oder in Vorbereitung. Ihre volle und eigentliche Aufgabe, die Durchführung einer, der Stellung i der deutschen Juden . und dem deutsche^ Wirtschaftsleben gerechlwerde'nden Berufsumschichtung wird die Berufsberatung allerdings1 erst in ruhigeren Zeiten durchführen können. Uebeij Erziehung:; zum Handwerk und techhischen Eterufsarten in jüdischen Lehrlingshetmen. Bald n; und den Beffr< land die Be Eingang zu Von 1 - ' t Br. Geh. SanitätsratJB. Aue.rbach],^Rheinland-Loge Köln. ich der Zeit der Judenemanzipation eiungskriegen begannen in Deutschstrebungen, dem Handwerk wieder verschaffen bei den Juden, die unduldsamer Glaubensfanatismus Jahrhunderte lang von jeder anderen Berufsart ''als dem Handel ausgeschlossen hat. Man suchte auch auf dem Gebiete! des Erwerbslebens nach einer .An- — 157 -