Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 147 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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I dazu, die stummen Lippen zun- Reden zu bringen, und damit sie uns ihre Not trauen. Das Notwendigste, w den Logen — selbstverständ Brüder — schaffen m alleinstehende üßte, Ute eineh p ist, der nung, ja Frauen, wo^feie für Einkommen angemesse und geschützt sind vor vor seelischer Vereinsa Berliner, Logen haben in Lichterfelde-Ost geschalten, ausgebaut werden. Auch das am Judentum; ,denn vo Pflicht in Israel, das Alter zu unserer Jugend, der es Ehrfurcht gebricht, zeigen sind, Not und Sorge geraten ihnen helfen. Unsere Frauenarbeit' ersjehöpft nicht in der sozialen Erziehungspr.obl vor allem andern zur antwortungsvollsten Tätl ihre Sorge anveras Frauenarbeit in ich mit Hilfe der wären Heime für Männer und Preis, der ihrem ein Heim finden äußersten Not und Die Brüder der bereits ein Altersheim und es soll weiter ist Wiederaufbau jehhrwar es höchste ehren. Wir wollen vielfach heute an daß wir die Alten, die einst auch froh unld glücklich und sorglos waren und nun ohne ihre persönliche Schuld in so ehren, indem wir sich aber Fürsorge. Das e m;:wingt uns Frauen Stellungnahme und verigkeit. So tagte in Berlin im letzten Herbst eine Erzieht ngskonferenz, miteinberufen vom jüdischen Frauenbund, ein Zeichen, wie ernst sich die Frauen auch dieser heute aktuellsten und dabei so unendlich schwierigen Aufgabe ^uwenden. In Frankfurt a. Main war vor einiger Zeit ein Diskussions*. abend dem Thema gewidmet: »Können Alt und Jung Zusammengehen?« Di« Fragestellung ist bezeichnend, denn eine Entfremdung zwischen Alt und Jung, eine Kluft zw Kindern ist heute eingetreten sache wir vor allem < Welche speziellen Aufgaben mögen wir erst zu wenigen Worten, die heutigen Zustandes auf lecker allmähliche Entwicklung der rechnen und an deren Ueberbrückung wir unermüd ich arbeiten müssen. uns Müttern gerade aus diesem oft tragischen Konflikt erwachsen, wo wir eingi eiten,* auf welche Weise wir heilen, Vorbeugen und bessern können, vererkennen, wenn wir mit innerlichen Ursachen des mit rückhaltloser Ehrlic ikeit Mir werden. Schon vor dem Kriege gährle es Jugend, die ihr Geschick und ischen Eltern und mit der als Tat¬ und uns über die heutigen Situation überall in unserer ihre Leitung selbst in die Hand nehmen wollte, statt sich bevor: munden und zwingen zu lassen, -sei es auch von liebevollsten Eltern, von bewährtesten Lehrern und Erziehern. War doch .Schule sowohl wie Elternhau^ auf A u t o r i t ä t aufgebaut, wollten doch die imeisten Ötefn ihre Kinder zu ihren Idealen, |hfem Lebensstil erziehen. .Gegen diese Autorität bäumte die Jugend sich* auf. -r Jnd als diel Schrecken des Weltkriegs“ vorübergebraust waten, mußten wir mit Entsetzen die furchtbar^ Anklage der um, ihr Glück betrogenen Jugend vernehmen, die gehend an unser Otr klang: »Ihr Alten seid es, die unsere Welt in Trümmer gelegt haben., Ihr habt uns hineingeführt in diefees entsetzliche Geschahen, ihr, durch euern Majerialismus .und Mammonismus-, durch eure JVjlechanisieiüng alle§. Seins, ' durch eure Gleichgültigkeit, Parterpotitik und Egoismuk. Nein, ifir I seid nicht mehr; wert, unsere Führer zu sei^i. Aus eigener Kraft wollen wir uns 2mpo)ripgen ius diesem Unglück!* Es st nicht dir schlechteste Teil urjserer Jugend, «ler also sprjicbt, natürlich in der Uebertreibung, wie sie nun einmal die Art der Jugend ist. Es i >t diejenige Jugend, die beeinflußt wurde von den Idealen der sogenannten Freideutschen Jugend, die schon 1913 auf dem hohen Meißner deh Treui chwur ablegte, ein Leben der Reinheit, der Kraft, der Selbstverantwortlichkeit, der Hingebung an das Ideale leben zu wollen. Unsere jüdiscie Jugendbewegung verfolgt im Grünte dieselben Ziele: Verinnerlichung des Menschen durch die Religion, Selbstbesinnung und Rüci kehr zu unserm Volke, liebende Hüte von Men ich zu Mensch, ein Sichfinden in der Reinheit des Charakters und der Persönlichkeit, frei von Politik, Parteihader und Haß im Kreise gleichgesinnter Freunde. Bei «inemandern Teil der Jugend aber "hat zu gleich':r Zeit eine Verflachung,* ja häufig Verrohung und ungebändigte Genußun,d’".'Vergnügungssucht in erschreckendem Maße zugeflommen.) Die Zucht des Vaters fehlte, so vielen während des. Krieges; die Mutter war übermüdet; ve sorgt und abgearbeitet dureji die: Vielen ungewohnten Pflichten, die sie in Abwesenheit des. Mannes fast erdrückten. - ,Sq waren die Kinder vinl mehr als sonst siGh selbst und der Gesellschaft ihrer Kameraden Überlassen., "Dann kam die Nachkriegszeit mit -,ihrer plötzlich — 147 —