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Der Orden Bne Briss · 1924-10-01 · Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924) · p. Seite 144

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924)
Date
1924-10-01
Page
Seite 144 (sequence 10)
Language
German
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Bezirkskantoren anzusjellen und darüber hinaus f Bezirksrabbinate zu'bilden sein, derart, daß jede Gemeinde, die nicht e nen eigenen Rabbiner hat, ~ einem -solchen Bezir csrabbinat angeschlossen wird. Auch die kleinste Gemeinde wird dann einen Rabbiner haben, der für sie zu sorgen hat und an den sie sieb i /enden kamn, der die Erteilung des Unterricht« entweder selbst besorgt oder überwacht und von Zeit! zu Zeit Gottesdienst: mit Predigt abhilt Auf diese Weise wird' nicht nur das religiös« Leben in den Gemeinden wieder erweckt und er iahen, sondern Wirkungs- . möglichkeifen für- Reiigionslehrer, Kulusbeamte und Rabbiner geschahen werden, die nach der ideellen wie materiell :n Seite als befriedigend anzusprechensind upii für befähigte und strebsame Elemente den A ireiz bieten werden, sich diesen Berufen wieder zuzuwenden. Voraussetzung für duse; und jede andere wirklich durchgreifend: Reform ist jedoch, daß erst einmal die Verhol ni'sse wirklich klargestellt werden. An Versuch« n hierzu!hat es nicht ge- '•fehlt. 'Der Landesverband hat! wiederholt sich mitentsprechenden ü nfragen Ein die einzelnen Gemeindengewandt. Es ist aber kaum glaublich, mit welchem Gtade von Verständnislosig-' keiti und Nachlässigkeit die Gemeindevorstände alleh diesen Bestrebungen gegejnüberstehen. Für hunderte von Gemeinden sind! Antworten nicht eingegangen, und Mahnungen jüber Mahnungen blieben ohne Erfolg. Als zur zeit der höchsten Inflation das gesamte jüdisch^ Gemeindeleben vor dem sicheren Zusammenbruch stand, weil es selbst dengrößten Gemeinden an der Möglichkeit iehltj, auch nur die Gehälter für ihre Beamten zu beschaffen, gelang es dem Landesverband, die-Hilfe de; Reichet zu mobilisieren. Es galt, zur Durchfi hrung fieser Maßnahme deR Besolduhgsbedarf der Gemeinden festzustelleri. Zu diesem Behufe ergingen an sämtliche Gemeinden entsprechende . Anfragen. Hunderte und Aberh änderte .antworteten überhaupt nicht. Man denke: den Gemeinden wird in höchster Not Hilfe angeboten. Nichts wird verlangt, nur Auskunft was bepötigt jwird- Und die Gemeindevorständ2 antworten nicht. Auch auf Mahnungen nicht. Man steht derartiger Pflichtvergessenheit, Verständnislosigkeit und bl :ichaü!tigkeit geradezu fassundslos gegenüb :r. jjnd dieser Fall ist durchaus nicht vereinzelt, sondern stellt die Regei dar. Der La idesLerband tyat vor kurzem bekanntgegeben,'' da 3 er Iden Gdnjeinden am Wiederaufbau Helfen welle, daß er bereit sei, bis zu 50% des Geha ts für einen! Beamten zu übernehmen und ha dife Gemeinden zur Antrags iellung unter Dtrtegjmg ihrer Verhältnisse n«ch bestimm! foimulferten Fragebogen aufgefordert-. Es ist ge adezu beschämend, feststellen zi müssen, bis zu welchem Ausmaß auch in diesem Fall die Gemeinden vertagt, haben, j Anfragen wurden nie ft beantwortet, Mahnungen nicht beachtet. De ß unter solchen Verhältnissen bei welcher Organisation imjmer, wirklich bra uchbare Arbeit au »geschlossen j ist, liegt auf dei Hand. Hier wi d zuerst eihgesetzt werden müssen. Ein ' Er dehungswerkj großen Stil^ wird zu leisten sein. Den Vorständen der G^fneir den wirdjZum Bewußtsein gebracht werden müssen,' was! ihr Efrenkmt und das Judentum von lar gen hat. Es wird unter all durchgesetzt Werden müssen, ihnen zu ver- :n Umständen daß endlich Ordnung in die Gemeinden kommt, Klarheit über (die Verhältnisse geschaffen wird und die Vorstände? zur ordnungsmäßigen Erledigung ihrer Obliegenheiten angehalten werden. Es ist zu ahpffen, daß der nachdrückliche Appell an das jüdische Gewissen ausreichen wird. Sollte es nicht der F^ll sein, so werden neue Wege besenritten werden müssen. Oie staatlichen Organe werden in den Dienst der Sache gestellt werden müssen, und sie werden sich dieser Aufgabe nicht versagen. o wird ejn Bild geschaffen werden müssen von |dem, wai ist und von dem, was nottut. Auf solchem gründe wird ziel jewußte Arbeit mit neuen Kräften und auf neuen Wegen geleistet werden; können, und der Erfolg wigd nicht ausbleiben. Verschüttete Quellen werden wieder freigeljegt, Abgestorber es zu neuem Leben erweckt, triebfähige Keime zur Entfaltung gebracht und damit die Grmdlage gelegt wenien zu dem, was unsere geschichtliche Pflicht ist, mijtzuwirken an den Wiederaufbau unseres jüdischen Gemeindelebens und damit an der Wiedergeburt des Judentums. I — 144 —

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