Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 143 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ließ sich nicht beschaffen. So lag Unterricht und Gottesdienst brach. Zwangswirtschaft, Kohlennot und die anderen Begleiterscheinungen des Krieges taten das ihre, um auch in solchen Gemeinden, die bis zum Kriege noch intakt dagestanden hatten, ein normales Gemeindeleben zu unterbinden. Der Zusammenbruch kam und die Nachkriegszeit. Ein Teil der Funktionäre kehrte in die alten S tellen zurück, ein Teil der verwaisten Stellen blieb weiter unbesetzt. Eine neue Kalamität, in ihren Auswirkungen vielfach noch verhängnisvoller als die Nöte der Kriegsfortschreitende Inflation mit jeder gesunden Finanzwirtzeit, trat hinzu: die ihrer Untergrabung schaff. Besoldungsverhältnisse griffen Platz, die im einzelnen vielfach eder Beschreibung spotteten. Hungerlöhne wurden gezahlt, die eine Berufsflucht aller derer, diu jung und intelligent genug waren, um sich umzi|istellen, zur unausbleiblichen So schritt der Verfall weiter den, die vor dem Kriege noch erträgliche Verhältnisse aufwiesen, ist das religiöse Leben verfallen, in zahlreichen anderen wird in absehbarer Zeit das Glei :he eintreten, wenn nicht dem Krankheitsprozesse Einhalt getan und durch durchdas jüdischeGemeindeleben Grundlagen gestellt wird. folge haben mußten, fort. In vielen Gemeiii greifende Maßnahme:)) auf gänzlich andere Die Erkenntnis fortschreitenden Zei Gemeinden durch großen Stils zu begehn tum schon seiU kommen. Sie hat be|rj Bestreben geführt, Gesetzgebung auf sich zu einem großen Vei und ^dadurch die ^:uen Ausgleich' der führen, dem Schwacjh helfen, den in die Ueberschuß den klei bar Zu machen unji des Fortbestandes Organisationsbestretju der D. J. G. B. Sie blieben, bis zum erstejn erfolgten Gründung bandes jüdischer Gern II. von der Notwendigkeit, dem rfallsprozeß in den kleinen organisatorische Maßnahmen en, ist im deutschen Judenem zum Durchbruch gerjeits vor Jahrzehnten zu dem die vereinzelten, durch die selbst gestellten Gemeinden rlbande zusammenzuschließen Grundlage zu schaffen, um finanziellen Kräfte herbeizuen durch den Starken zu Großstädte abgeflossenen en Gemeinden wieder nutzdiesen so die Möglichkeit |zu gäben. Träger dieser ngeti auch für Preußen war sind leider ergebnislos ge- Male in der am 25.Juni 1922 des Preußischen Landesvereinden die Sehnsucht des 1 i Judentums für Preußem ihre Erfüllung hat. Injwenigen Woche!) werden zum deutschen gefunden hat. ersten Male die j Wahlen zum ..Llandesverbande stattfinden. Erhebliches hat der yerband bereits in den zwei Jahren seines bisher gen Bestandes geleistet. Große Aufgaben harren seiner in der Zukunft. Denn um nichts Ger ngeres handelt es sich, alä um den Wiederaufbau der zusammengebrochenen jüdischen Gemeinde i und um Maßitären Verfalls, wird um. so nahmen zur Verhütung des wei Und dieses Wiederaufbauwerk schwieriger sfein, je tierer das Uefcjel eingewurzelt, je vorgeschrittener der Prozeß ist. Und in der Hauptsache werden wir auf un£ selbst gestellt sein. An die jüdische Opferwilligkeit aller'werden große Anforderungen gestellt, Verantwortlichkeitsgefühl und Gemeinsinn wird in weiten Kreisen-geweckt, alle geistigen und wirtschaftlichen Kräfte im deutschen Judentum werden zusammengefaßt und in den Dienst der Aufgabe gestellt werden müssen. Vor allem aber handelt es sichum zwei Aufgaben. Einmäl um solche organisatorischer Art. Es ist natürlibh vollkommen ausgeschlossen, daß jede einzelnej der nahezu 1900 Gemeinden' mit dem ganzen Apparat eines nojrmalen Betriebes aufrecht erhalten; werden kann. In Hunderten der kleinen und! Zwerggemeincjen fehlt es an einer die volle Ktaft auch nur ein e s Beamten erfordernden Tätigkeit. Die wenigen Steuerzahler sind auch nicht i|f der Lage, dile für eipe ausreichende Besoldung erforderlictjen Mittel aufzubringen.. Daß die Organisation imstande sein sollte, in allen Fällen einzusprinden, kann gleichfalls als ausgeschlossen gelten. ] Auf der anderen ■ Seite muß unter) allen Umstänjden däfür Sorge getragen werden,) daß auch nicltt für ein einziges jüdisches Kind es an einer Gelegenheit zum Empfang jüdischen Religionsunterrichts fehlt, und auch nicht eine1 einzige Gemeinde" derjenigen Einrichtungen erftbehrt, die ffür das jüdisch- , religiöse Leben unerläßlich sind.: Der Ausweg winjl darin liegen müssen, daß ejjrte Reihe kleinerer benachbarter Gemeinden zu gemeinsamer unterrichtlicher und re igiöser Versorgung zusammengefaßt werden. i Nicht nur für die Bestellung von Wanderlehrern, die die regelmäßige Erteilung des Religionsunterrichts übernehmen, wird Sorge zu tragen sein,sondern auch dafür,daß wenigstens einige Male im jähre in jeder Gemeinde; Gottes- . dienst stattfindetj Zu diesem Behufs werden * — 143 - 6